Kurs zur verbalen Selbstverteidigung und erstmalige Verleihung des Shamy-Preises

28.01.2026
Shamy 2026
v.l.: Nana Falkner (Musikerin); Eva Krallinger-Gruber (Fräulein Flora); Evelyn Höllrigl Tschaikner (Autorin); Alexandra Schmidt (Frauenbeauftragte); Stadträtin Andrea Brandner

Im Monat der Vielfalt brachte das Team Vielfalt am Dienstag, 27. Jänner 2026, einen Kurs zur verbalen Selbstverteidigung auf die TriBühne Lehen. Gleichzeitig verliehen die Stadt Salzburg und fraeuleinflora.at erstmals den Shamy – der Salzburger Preis für abwertende Kommentare gegenüber Frauen. Rund 180 Gäste waren mit dabei, weitere 50 Personen verfolgten die Veranstaltung im Livestream.

Sozialstadträtin Andrea Brandner betonte in ihrer Eröffnung: „Verbale Grenzüberschreitungen sind kein Kavaliersdelikt. Wer lernt, respektloses Verhalten klar zu benennen und Grenzen zu setzen, stärkt nicht nur sich selbst, sondern auch das respektvolle Miteinander in unserer Stadt.“

Verbale Selbstverteidigung gegen übergriffiges Verhalten

Eva Krallinger-Gruber (Fräulein Flora) und Alexandra Schmidt, Frauenbeauftragen der Stadt Salzburg stellten konkrete Strategien vor, wie Betroffene auf übergriffige oder respektlose Kommentare reagieren und Grenzen setzen können. Im Mittelpunkt standen einfache, klare und alltagstaugliche Antworten, die helfen, Grenzen zu setzen – etwa:

  • „Was haben Sie gerade gesagt?“
  • „Ich erwarte einen respektvollen Umgang.“
  • „Das ist unangebracht. Lassen Sie das.“

Wichtig sind praxisnahe Strategien, um aus der sogenannten Empörungsstarre herauszukommen und in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben.

In Lesung aus ihrem Buch „Mikrofeminismus“ und dem anschließenden Gespräch präsentierte Evelyn Höllrigl Tschaikner Beispiele für kleine, feministische Aktionen in einem patriarchal strukturierten Alltag.  Nana Falkner brachte mit Ukulele und Texten aus dem Alltag einer jungen Frau auf den Punkt, was Frauen so alles erleben.

Erstmalige Verleihung des Shamy
Mit dem Shamy wurde erstmals ein Preis vergeben, der auf abwertende Kommentare gegenüber Frauen aufmerksam macht. In einer online-Abstimmung zuvor sammelte die Stadt Salzburg gemeinsam mit fräuleinflora.at auf Social Media Sprüche, Anmachen und Catcalls, die Frauen in Salzburg erlebt haben. Vor Ort bekam eindeutig der „zu kurze Rock“ die meisten Stimmen. Mit dem Shamy weisen Frauen die Beleidigung und Abwertung zurück an den – meist männlichen Absender. Aus „Shame on you“ oder „Schäm‘ dich“ hat die Illustratorin Johanna Lehmert eine Figur gezeichnet, die sich an den Kopf greift mit der Haltung: „Uff, nicht schon wieder“.

Der Kurs zur verbalen Selbstverteidigung ergänzte die Preisverleihung bewusst um einen praktischen Zugang: Weg vom reinen Sammeln von Beispielen, hin zu konkreten Strategien für den Alltag. Die gesammelten Möglichkeiten fließen jetzt in ein Workbook für alle Interessierten, die sich in Zukunft möglichst gleich wehren wollen.

Monat der Vielfalt noch bis 20. Februar
Der Monat der Vielfalt wird der jährlich vom Team Vielfalt der Stadt Salzburg organisiert, er  läuft noch bis 20. Februar 2026. In über 25 Veranstaltungen in der Stadt Salzburg bringt das Team Vielfalt den Mehrwert von Vielfalt zur Sprache und auf die Bühnen. Gleichstellung, Inklusion, Barrierefreiheit und respektvolles Zusammenleben stehen im Fokus.

Alle Informationen und Termine sind online abrufbar unter:

Hendrik Stoltenberg