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Geschützte Landschaftsteile

Felsensteppe am Rainberg

Bild vergrößernSteppenhang Rainberg; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg,Dr.  R. Medicus

Steppenhang Rainberg; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg,Dr. R. Medicus

Der Geschützte Landschaftsteil Felsensteppe am Rainberg ist 1,0 ha groß und wurde 1986 unter Schutz gestellt, er ist von landesweiter Bedeutung. 

Trotz der Hilfe engagierter Naturschützer blieb die Pflege des Steppenhanges auch nach Unterschutzstellung zuerst zeitweise mangelhaft, verschiedene Pflanzen- und Tierarten drohten auszusterben. Deshalb wurde vor 20 Jahren die 7000 Jahre alte Tradition wieder aufgegriffen der Steppenhang wird wieder durch Schafe oder Ziegen beweidet.  

Die Rainbergsiedlung war für Jahrtausende eine der wichtigsten und größten Siedlungen des heutigen Landes Salzburg. Etwa 5500 Jahre v. Chr., am Beginn der Jungsteinzeit wurde der Mensch sesshaft. Fast gleichzeitig ging der Höhepunkt der nacheiszeitlichen Wärmezeit zu Ende. Die trocken-warmen Standorte des Rainbergs waren damals Steppe.
Nachdem das Roden von Wald mühsam war und der Berg mit seiner Aussicht an drei Seiten von schützenden Mooren umgeben war, bot sich hier ein Siedlungsplatz an, der bald zur wichtigsten Höhensiedlung des Landes Salzburgs wurde. Beim Einmarsch der Römer unter Kaiser Augustus ergaben sich die keltischen Alaunen kampflos. Die Bevölkerung wurde darauf gezwungen, sich im Raum der heutigen Altstadt anzusiedeln. Der Rainberg wurde nun ausschließlich landwirtschaftlich genutzt.

Viele der heute seltenen Pflanzen und Tiere am Rainberg besiedelten bereits die Wärmesteppen der Nacheiszeit, sie haben hier - auch durch die extensive Pflege des Menschen - Jahrtausende überdauert: Schon früh wurden Teile des Rainberges als Steinbruch genutzt. Auch durch diese kleinräumige Arbeit wurde der Erhalt einiger seltener Pflanzen- und Tierarten gefördert.  

In der Felsensteppe am Rainberg blühen die gelben Blüten des Deutschen- und des Färber-Ginsters. Der Große Ehrenpreis leuchtet mit seinen blauen dichten Blütentrauben. Typisch für den Steppenhang sind neben vielen anderen seltenen Pflanzenarten auch der auf besonders kargen Böden wachsende zierliche Hügelmeier, der Aufrechte Ziest mit seinen blassgelben Blüten und die Österreichische Bergminze.

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Stand: 17.8.2017, Richilde Haybäck