Stadt, Land und Kinderbetreuungseinrichtungen: Gemeinsamer Einsatz für mehr Personal

Donnerstag, 16.09.2021
Auinger/Klambauer: „Es ist bereits fünf nach zwölf. Wir wollen gemeinsam sicherstellen, dass alle Kinderbetreuungs-Gruppen offenbleiben!“

„Es freut uns, dass am heutigen Kinderbetreuungs-Gipfel 30 Vertreter*innen von Kinderbetreuungseinrichtungen teilgenommen haben. Das zeigt uns aber auch, dass es aufgrund der angespannten Personalsituation in den Kinderbetreuungs-Einrichtungen bereits fünf nach 12 Uhr ist“, betonen Landesrätin Andrea Klambauer und der für die Kinderbetreuung in der Stadt Salzburg zuständige Vizebürgermeister Bernhard Auinger.

Konstruktive Diskussion

In einer sehr konstruktiven Diskussionsrunde wurden zahlreiche Maßnahmen erarbeitet, die die Schließung von Gruppen verhindern und gleichzeitig die bestehende hohe Betreuungsqualität sichern sollen.

„Es werden jedes Jahr im Durchschnitt 500 neue Plätze in den Salzburger Kindergärten und der Kleinkindbetreuung geschaffen. Das erfordert auch eine Vielzahl an zusätzlichen Fachkräften. Die Anzahl der Ausbildungsplätze für Pädagog*innen muss weiter gesteigert werden, um diese Entwicklung fortsetzen zu können“, so Klambauer.

„Die Eltern können sich verlassen, dass uns das Wohl der Kinder und eine bestmögliche Betreuung der Kinder sehr am Herzen liegen. Gleichzeitig dürfen die Elementar-Pädagog*innen aber nicht durch den aktuellen Personalmangel noch mehr Aufgaben übernehmen“, betont Auinger.

Kurzfristige Maßnahmen

Kurzfristig sollen die Einsatzmöglichkeit von Pädagogikabsolvent*innen für die inklusive Entwicklungsbegleitung – auch ohne die Studienergänzung Elementarpädagogik – ermöglicht werden. Temporäre Einsatzmöglichkeit von Zusatzkräften für die inklusive Entwicklungsbegleitung im Integrationsbereich sowie die Verlängerung der Möglichkeit, Zusatzkräfte als Gruppenführer*innen einzusetzen, wären weitere kurzfristige Maßnahmen. Ebenso sollten bereits pensionierte Pädagog*innen wieder in aktive Berufsleben geholt werden, um über das Kindergartenjahr zu kommen.

Bund soll bei BAFEP auch Erweiterung finanzieren

Aktuell kann die BAFEP in der Stadt Salzburg nur die Hälfte der angemeldeten Personen aufnehmen. „Es ist ein Schildbürgerstreich, dass der Bund beim Neubau der BAFEP nur die Kosten für den Status quo, nicht jedoch für eine Erweiterung übernimmt. Hier werden wir rasch an den Bund herantreten“, sind sich Auinger und Klambauer einig. „Ebenso soll die Nostrifizierung von Kindergarten-Pädagog*innen aus dem EU und Nicht-EU-Raum beschleunigt werden“.

„Wir werden jetzt noch intensiver unsere Kräfte bündeln, auch in Richtung Bund. Beste Rahmenbedingungen für Pädagog*innen, Kinder und Eltern erfordern ein gemeinsames Vorgehen“, betonen sie.

IG-Kinderbetreuung: Es ist fünf Minuten nach zwölf

„Es ist fünf Minuten nach zwölf! Wir haben nicht genug qualifizierte Fachkräfte, die ersten Gruppen mussten bereits geschlossen bzw. reduziert werden. Wir von der IG-Kinderbetreuung Salzburg schätzen die Initiative, dass hier einmal alle Beteiligten miteinander ins Gespräch gekommen sind. Wir brauchen ein Paket aus kurz- und langfristigen Maßnahmen, die wirklich helfen. Die schulischen und berufsbegleitenden Ausbildungsmöglichkeiten für angehende Elementarpädagog*innen müssen deutlich ausgebaut und die Rahmenbedingungen für die pädagogische Arbeit verbessert werden. Kurzfristig wird zusätzlich über zeitlich begrenzte Übergangslösungen nachgedacht, um nicht noch weitere Gruppen schließen zu müssen. Dabei besteht Einigkeit darüber, dass die Qualität der Bildung und Betreuung von großer Bedeutung ist und durch den akuten Personalmangel nicht gefährdet werden darf“, so Cornelia Ernst für die IG-Kinderbetreuung Salzburg.

Karl Schupfer