Fotoprojekt „We Are Austrian“ erhält Interkulturstipendium 2023

Dienstag, 04.07.2023
Der Australier Anthony Hill erhält das Interkulturstipendium der Stadt Salzburg

Bereits zum fünften Mal hat die Stadt Salzburg ein biennales Stipendium für interkulturelle Projekte in Höhe von 3.000 Euro vergeben. Die Wahl aus insgesamt 10 Bewerbungen ist dieses Jahr auf das Fotoprojekt „We Are Austrian“ vom Australier Anthony Hill gefallen. Mit dem Interkulturstipendium möchte die Stadt Salzburg vorrangig Arbeiten unterstützen, die auf Integration und Menschenrechte fokussiert sind. 

Der Künstler thematisiert in seinem Konzept die Frage, was es individuell bedeutet, eine andere Staatsbürgerschaft anzunehmen. Es will herausfinden, welche Gründe und Erfahrungen ausschlaggebend sind, die ursprüngliche Staatsbürgerschaft zugunsten einer
neuen aufzugeben. In einer fotografischen Porträtserie soll über das Medium Foto und in damit zusammenhängenden persönlichen Gesprächen erfahren werden, wie einzelne Betroffene mit dieser Entscheidung kulturell und emotional umgehen.
Das Ziel ist es, eine Diskussion über Themen wie Integration, Immigration und Identität zu eröffnen. Der Künstler möchte die so entstehende Serie in Galerien und öffentlichen Räumen einer breiten Öffentlichkeit zeigen.

Anthony Hill lebt seit fast 20 Jahren in Salzburg. Er begann mit der Fotografie 2011, kurz nachdem seine Tochter geboren wurde. Anfangs wollte er Familienfotos zur Erinnerung schaffen, allerdings faszinierte ihn die Materie der Portraitfotografie ab diesem Moment immer mehr. Derzeit arbeitet Hill daran seinen Portraitstil bei natürlichem Licht zu verfeinern. Auch alltägliche Straßenszenen oder Landschafts- und Reisefotos sind für ihn wichtige Teile seiner Fotografie. 

Ressortchef Bernhard Auinger sieht, in Projekten wie diesen, kulturelle Vielfalt: „Mit diesem Stipendium wird ein interkulturell gemischtes Publikum angesprochen. Mit seinem Fotoprojekt „We Are Austrian“ hat Anthony Hill das Ziel des Stipendiums verstanden und erreicht Menschen mit internationaler Geschichte.“

Hintergrund des Interkulturstipendiums

Jeanne Peyrebère de Guilloutet kam 1923 für das Auswärtige Amt ihrer Heimat Frankreich nach Salzburg, arbeitete für die Festspiele, gründete eine französische Kulturzentrale und lehrte ab 1930 an der Universität. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte sie sich unter anderem für Kinder und französische Flüchtlinge aus dem Elsass; bis zu ihrem Tod setzte sie sich für den kulturellen Austausch zwischen Menschen ein, über politische und geographische Grenzen hinweg. Am 9. Dezember 1961 starb sie in ihrer Wahlheimat Salzburg und wurde am Friedhof St. Peter beigesetzt.
Das Ziel dieses Stipendiums ist die Unterstützung von Arbeiten, Projekten und Konzeptionen, die den Fokus auf Integration, Menschenrechte und soziokulturelle Aktivitäten legen, die in Salzburg und über seine Grenzen hinaus in diesen Zusammenhängen erarbeitet werden.

Mit der „Fondation Guilloutet“ hinterließ Jeanne Peyrebère der Stadt Salzburg eine Kapitalsumme, deren Erträge für soziale bzw. kulturelle Förderungen bestimmt waren.

Laura Lapuch