Gewässeraufsicht initiierte kleines Renaturierungsprojekt am Fischerwirtsbach in Liefering

Verrohrung aus den 70ern wurde entfernt und 30 Meter Bach wieder freigelegt
Mittwoch, 24.02.2021

Fast unbemerkt begleitet der kleine Fischerwirtsbach in einigen Metern Abstand Abschnitte der Peter-Pfenniger-Straße und der Lieferinger Hauptstraße. In den 70er-Jahren wurde im Kreuzungsbereich der beiden Straßen mit behördlicher Genehmigung ein ca. 30 Meter langer Abschnitt des Baches in ein Rohr gefasst – die hier ortsansässige Fahrradwerkstatt brauchte einen Parkplatz. Vor drei Jahren wurde dieser Betrieb eingestellt.

Seit Ende Jänner 2021 ist auch diese – dank strenger naturschutzrechtlicher Auflagen heute undenkbare - Verrohrung Geschichte. Eine Baufirma entfernte das Rohr mithilfe eines Baggers. Nun fließt das ökologisch wertvolle Gewässer ohne Einschränkung durch Liefering. Die dazu neu geschaffene Böschung von 45 Grad entspricht dem natürlichen Wasserlauf.

„Es hat sich hier durch die Schließung des Betriebs für die städtische Gewässeraufsicht eine ideale Gelegenheit geboten, diesen kleinen Bachabschnitt wieder zu öffnen. In der Peter-Pfenninger-Schenkung als Fischereiberechtigtem und der Bundeswasserbauverwaltung als Besitzer des Gewässers fanden wir dabei hoch motivierte Partner“, freut sich Bürgermeister-Stellvertreterin Barbara Unterkofler – sie vertrat hier den ressortzuständigen Bürgermeister Harald Preuner – über das erfolgreiche Projekt.

Gewässeraufsichtsorgan Roman Kloiber und sein Nachfolger Georg Höring werden das neue Fließverhalten des Baches nun eine Zeit lang beobachten: „Wo Bedarf und die Möglichkeit besteht, verlegen wir geeignete Flussbausteine, die für den Fischbestand eine wichtige Lebensgrundlage darstellen. Diese natürlichen Unterstände bieten den Fischen ideale Laichplätze.“

Der Bach mit einem natürlich gewachsenen Fischbestand wird in erster Linie von den unzähligen Quellen gespeist, die zum Großteil aus dem Bereich der Landeskliniken kommen. Das Gewässer besitzt beinahe Trinkwasserqualität. Bewirtschaftet wird das damit ökologisch sehr wertvolle Gerinne vom Kuratorium der Peter Pfenninger-Schenkung. Und auch das ist Geschichte: Früher wurde das Gewässer auch als Zwischendeponie für Fische aus anderen Nachbargewässern verwendet.

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v.li. Gewässeraufsichtsorgan Roman Kloiber und sein Nachfolger Georg Höring beim Öffnen des Bachlaufs.

Gaby Strobl-Schilcher