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Gedenktafel für die Salzburger Feuerwehren im Bruderhof enthüllt

Benennung der Passage nach Branddirektor Cornelius Reitsamer
 
Sa, 27. April 2019

In feierlichem Rahmen haben Bürgermeister Harald Preuner und Kultur-Vizebürgermeister Bernhard Auinger heute, 27. April 2019, eine Gedenktafel für die Salzburger Feuerwehren in der vormaligen Feuerwache Bruderhof enthüllt. Zugleich mit der Würdigung der großen Leistungen der Salzburger Feuerwehren für das Gemeinwohl gedenkt die Stadt Salzburg ihres prominentesten Kommandanten Cornelius Reitsamer (1857–1930): Die Passage, die vom Bruderhof zur Paris-Lodron-Straße führt, wurde nach dem ehemaligen Branddirektor als Cornelius-Reitsamer-Passage benannt; eine Erläuterungstafel informiert über seine Verdienste um den Aufbau des Feuerlöschwesens in Salzburg.

Bürgermeister Harald Preuner erinnerte in seinen Grußworten an die Vorgeschichte der Benennung: „Es war uns und vielen Menschen in der Stadt ein Anliegen, einen stimmigen und würdigen öffentlichen Ort nach Stefan Zweig zu benennen. Im Februar wurde der damalige Reitsamer-Platz am Fuße des Aufgangs zur Stefan-Zweig-Villa umbenannt. Zugleich hat der Gemeinderat beschlossen, die Passage im Bruderhof, am Standort der ersten Salzburger Feuerwache, nach dem verdienstvollen Kommandanten Cornelius Reitsamer zu benennen. Ich freue mich, dass wir dies heute, am Florianitag, mit dieser Feierstunde gemeinsam begehen können.“

„Das Gedenken an die Feuerwehren und Reitsamer ist also nun an jenem Ort konzentriert und auch sichtbar gemacht, wo auch der inhaltliche Zusammenhang augenscheinlich ist.“, betonte Kulturressortchef Vizebürgermeister Bernhard Auinger bei der Enthüllung der Gedenktafel. „Ich freue mich daher auch persönlich über diese Lösung und möchte mich bei allen Beteiligten für die Realisierung bedanken, ganz besonders auch beim Gebäudeeigentümer, der Erzdiözese Salzburg, die auf Anfrage sofort der Anbringung dieser Gedenktafel zugestimmt hat.“

***Geschichte der Salzburger Feuerwehren
Erst mehrere Jahrzehnte nach dem Großen Stadtbrand des Jahres 1818 konstituierte sich im Jahr 1865 die Freiwillige Feuerwehr der Stadt, die ihre Feuerwache für die Rechtsstadt im Bruderhof einrichtete. 1899 wurde die Feuerwache ausgebaut und dabei auch der so genannte Schlauch- und Steigerturm am ehemaligen Bruderhaus errichtet, an dem sich die neue Gedenktafel befindet. Der Löschzug Bruderhof der Freiwilligen Feuerwehr war über 130 Jahre an diesem Ort stationiert, erst 1999 übersiedelte er in die neue Feuerwache Schallmoos.

Die Berufsfeuerwehr wurde 1947 ins Leben gerufen und feiert in drei Jahren ihr 75-jähriges Bestehen. Für sie wurde die Feuerwache Bruderhof, an die noch heute die Bezeichnung über dem Zufahrtstor erinnert, modern ausgebaut. Ihre Zentrale wurde 1993 an die Jägermüllerstraße verlegt, ein zweites Standbein ist die Feuerwache Schallmoos. 2018 rückte die Berufsfeuerwehr zu knapp 4.000 Einsätzen aus, davon rund ein Drittel Brandeinsätze, und wurde – wie beim spektakulären Sturmeinsatz auf der Festung Hohensalzburg - von der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt.

***Cornelius Reitsamer
Als bekanntestes und auch verdientestes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Salzburg gilt der Goldschmiedemeister Cornelius Reitsamer, dessen Juwelierladen sich an der Linzer Gasse, direkt neben dem Aufgang zum Kapuzinerberg, befand. Er trat bereits mit 18 Jahren in die Feuerwehr ein und wurde 1902 für ein Vierteljahrhundert ihr verdienter Kommandant. Unter seiner Leitung erfolgte die Modernisierung und auch Motorisierung der Feuerwehr, die zu einer der schlagkräftigsten Einrichtungen in Westösterreich ausgebaut wurde. 1909 entstand innerhalb der Feuerwehr auch eine eigene Rettungsabteilung, die später selbstständig wurde und 1928 ein eigenes Rettungsheim an der Paris-Lodron-Straße beziehen konnte. Reitsamer wurde 1920 anlässlich seiner 45-jährigen Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr und aufgrund seiner großen Verdienste um den Ausbau des Feuerlöschwesens zum Ehrenbürger der Stadt Salzburg ernannt und 1925 auch zum städtischen Branddirektor befördert. Er starb 1930.

1955 wurde der Platz vor seinem heute nicht mehr existierenden Juweliergeschäft nach ihm benannt. Dieser Platz am Aufgang zum Kapuzinerberg und zur Zweig-Villa wurde durch einstimmigen Beschluss des Gemeinderates vom 12. Dezember 2018 in Stefan-Zweig-Platz umbenannt und zugleich die Passage, die vom Bruderhof zur Paris-Lodron-Straße führt, nach dem ehemaligen Branddirektor als Cornelius-Reitsamer-Passage benannt. Damit erinnern nunmehr die Benennung der Passage, die direkt durch die ehemaligen Feuerwehrgebäude führt, und die neue Gedenktafel am ehemaligen Schlauch- und Steigerturm an die Geschichte Reitsamers und der Salzburger Feuerwehren. Dieses Gedenken ist damit an jenem Ort konzentrieren und auch visualisiert, von dem das Feuerwehrwesen der Stadt vor mehr als 150 Jahren seinen Ausgang genommen hat.


www.stadt-salzburg.at
Festakt Enthüllung der Gedenktafel im Bruderhof: Festakt Enthüllung der Gedenktafel im Bruderhof:
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Gedenktafel am ehemaligen Gedenktafel am ehemaligen
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Gedenken an die Leistungen der Feuerwehren Gedenken an die Leistungen der Feuerwehren
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© Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / J.Knoll
Stand: 27.4.2019, Cay Bubendorfer