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Sieben Wochen lang summt es in der Stadtgalerie Museumspavillon

Vielschichtige Ausstellung rund um die Bienen ab 22. Mai 2019
 
Di, 21. Mai 2019

„Sammeln etwa die Bienen die Substanz für den Honig von einem einzigen Blütenstrauch?“ Das fragte Erasmus von Rotterdam in seinem 1528 herausgegebenen „Dialogus Ciceronianus“, in dem er für eine individuell gestaltete Lebensweise eintritt. Das Zitat steht als Titel und Leitmotiv für eine vielschichtige neue Ausstellung rund um die Bienen in der Stadtgalerie im Museumspavillon. Eröffnung ist am Mittwoch, 22. Mai, 19 Uhr.

Das Konzept der Ausstellung geht von mehreren Ankerpunkten aus:
Zum einen sind Bienen und der zunehmend bedrohte Lebensraum von Bienenvölkern ein brandaktuelles gesellschaftliches Thema. Zum anderen fasziniert die innere Form des Bienenstocks als kooperativer Organismus aus einzelnen Individuen Denker und Philosophen seit der Antike. Vergil etwa sieht das Honigsammeln der Bienen als ein Sinnbild des kreativen Denkens von allgemeiner Natur.

Bienenwachs wiederum spielt als modellierbares Material eine besondere Rolle in der Geschichte der Bildenden Kunst: Die ersten Künstler der Antike, die ihren Bildnissen Ähnlichkeit verleihen wollten, verwendeten Bienenwachs, um Abrücke von Gesichtern als Model für Gipsabgüsse herzustellen.
Nicht zuletzt basiert die Ausstellung auf einer Zusammenarbeit mit der Wiener Künstlerin Gertrude Moser-Wagner, die 2018 ein umfangreiches Projekt zum Thema „Der Bien“ - ein Begriff, den der Dichter Gerhard Roth für den Bienenstaat als lebendiges Organisationsprinzip verwendet - realisiert hat.

Die interdisziplinär arbeitende Künstlerin betreibt auch das Kunstprojekt „art contains“, das auf dem Prinzip der Gastgeberschaft aufbaut. Neben Moser-Wagner, die mit ihrer Rauminstallation „Modell der Zusammenarbeit“ in der Schau präsent ist, beschäftigen sich fünf weitere Künstler*innen in unterschiedlichen Medien mit dem Thema: Christian Rausch geht dem Phänomen der Bienen im Schwarm in Farbmonotypien nach, Markus Kircher zeigt seine neue Arbeit „Das geheime Buch der Bienen“.
Elisabeth Wörndl stellt in ihrer Arbeit „Hive“ anhand einer Abfolge von 63 Bildern Beziehungen zwischen dem Leben der Honigbiene und dem urbanen Raum her. Giuliano Orsinger greift für sein Holz-Objekt-Bienenhaus auf Wabenrahmen zurück, während Stefan Mittelböck-Jungwirth-Fohringer in „Bodies“ einen seriellen Ansatz wählt, um das (vergängliche) Leben von Bienenvölkern zu thematisieren.

Der Titel der Ausstellung spielt darauf an: Kunstwerke sind aus vielen unterschiedlichen Aspekten gespeiste Gebilde, die zusammen genommen etwas Eigenständiges, wie letztlich auch Unerklärbares bilden.

Um dem Thema ganzheitlich zu begegnen, hat Galerieleiterin Gabriele Wagner mit der Stadt-Imkerin Karoline Greimel ein vielfältiges Begleitprogramm rund um die Ausstellung erarbeitet – vom Einblick in den gläsernen Bienenstock (5.6., 16 Uhr), über Honig schleudern und kosten (15.6., ab 13 Uhr) bis zum Bienenspaziergang zu den Weideplätzen im Mirabellgarten mit Obergärtner Peter Ebner (25.6., 14 Uhr). Die Buchhandlung Stierle richtet in der Galerie einen Büchertisch zum Thema ein.



Sammeln etwa die Bienen…?
Stadtgalerie Museumspavillon
Eröffnung am 22.5.2019, 19 Uhr
Begrüßung: Stadträtin Anja Hagenauer
zu sehen bis 13.7.2019




PDF_Einladung Bienen Museumspavillon


www.stadt-salzburg.at
The Hive, von Elisabeth Wörndl The Hive, von Elisabeth Wörndl
© Honorarfreies Pressebild: Stadtgalerie/Elisabeth Wörndl
Das geheime Buch der Bienen Das geheime Buch der Bienen
© Honorarfreies Pressebild: Stadtgalerie/Herman Seidl
Stand: 21.5.2019, Cay Bubendorfer