Preisverleihung: Kulturfondspreise der Stadt Salzburg 2023

Spartenübergreifende Kulturarbeit mit Fokus auf Forschung
Dienstag, 28.11.2023
Die Preisträger:innen des Kulturfondspreises 2023
(v.l.n.r.: Andreas Bernhofer, Thomas Ballhausen, Elisabeth Klaus, Saskia Wortmann, Gordon Safari, Kulturabteilungsleitern Dagmar Aigner, Arthur Zgubic, Helga Rabl-Stadler, Vizebürgermeister Bernhard Auinger)

Im Solitär der Universität Mozarteum fand gestern, am Montag, dem 27. November, die Kulturfondspreisverleihung 2023 statt. Die sechs Preisträger:innen erhielten ihren jeweiligen Kulturfondspreis von Vizebürgermeister und Kulturressortchef Bernhard Auinger. Außergewöhnliche Leistungen auf den Gebieten Kunst und Wissenschaft kürt die Stadt Salzburg jetzt schon zum 59. Mal. 

Auch heuer gab es wieder Videoportraits von Schaller08 bei der Veranstaltung, in denen die Preisträgerinnen und Preisträger gemeinsam mit ihren Arbeiten vorgestellt werden. Musikalische Umrahmung wurde von Clarissa Konzett (Harfe) und dem Duo Molede, bestehend aus den Künstlern Moritz und Lenz Defregger (Violine und Violoncello), geboten. 

„Die eingelangten Einreichungen für die heurigen Kulturfondspreise sind für mich ein starkes Zeichen einer lebendigen, vielfältigen und kooperierenden Kultur- und Wissenshauptstadt. Denn es braucht – gerade nach den Pandemie-Jahren – die gemeinschaftlichen, kulturellen Erlebnisse mehr denn je. Spartenübergreifendes Arbeiten stärkt diese Erlebnisse und darüber hinaus den Kulturstandort Salzburg! Das zeichnet unser Zusammenleben aus und macht diese Stadt so lebenswert.“, so Vizebürgermeister Bernhard Auinger.

Dagmar Aigner, Leiterin der Abteilung 2 – Kultur, Bildung & Wissen und Geschäftsführerin des Kulturfonds, hat auch heuer wieder die Veranstaltung moderiert: „Über die Preise und Stipendien des Kulturfonds der Stadt Salzburg gelingt es, verdiente Persönlichkeiten und Institutionen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft in der Stadt Salzburg auszuzeichnen und junge Nachwuchskräfte zu fördern. Es ist dies ein festlicher Rahmen, der Gelegenheit bietet, Anerkennung und Respekt jenen gegenüber zu zeigen, die für die Kultur- und Wissensstadt Salzburg eintreten und sie ausmachen. Ich gratuliere allen Preisträger:innen herzlich und danke ihnen für ihr Wirken in unserer Stadt.“

Preisträgerinnen und Preisträger 2023: 

Heuer lag der Fokus für die Hauptpreise in der Sparte Kunst & Kultur auf spartenübergreifendem Arbeiten. Im Bereich Wissenschaft & Forschung wurde der Hauptpreis für Forschungsarbeit vergeben, die einen Schwerpunkt auf Interdisziplinarität gesetzt hat. 

  • Internationaler Hauptpreis für Kunst & Kultur (dotiert mit 12.000 Euro)
    Arthur Zgubic

Der Künstler widmet sich seinen Projekten mit leidenschaftlichem Interesse für Schnittstellen, an denen sich Kunst und Alltag begegnen. Er befördert einen regen Austausch innerhalb der Kulturszene, regt neue Kooperationen an und gibt Raum der Durchlässigkeit von Kunstsparten.

  • Internationaler Hauptpreis für Wissenschaft & Forschung (dotiert mit 12.000 Euro)
    Univ.-Prof.in Dr.in Elisabeth Klaus und Mag. DDr. Thomas Ballhausen

Die Auszeichnung wurde dem Leitungsteam der Interuniversitären Einrichtung W&K (Wissenschaft und Kunst), der institutionellen Kooperation zwischen der Paris Lodron Universität Salzburg und der Universität Mozarteum, zugesprochen. W&K ist die derzeit einzigartige und zukunftsweisende Organisation dieser Art. Gemeinsam arbeitet man an den Schnittstellen von Wissenschaft und Kunst, an den Bruchlinien der Gesellschaft, ihren Übergängen und Wandlungsprozessen.

  • Salzburgpreis (dotiert mit 10.000 Euro + 4.000 Euro für Vergabe einer Patenschaft) 
    Dr.in Helga Rabl-Stadler

In ihren 27 Jahren als Festspielpräsidentin hat Helga Rabl-Stadler zahlreiche wichtige Großprojekte initiiert bzw. erfolgreich abgeschlossen. Sie zeichnete für die finanzielle Absicherung der Erbauung des 2006 eröffneten Hauses für Mozart verantwortlich. Sie setzte sich für einen Auf- und Ausbau eines starken und weitreichenden Sponsoring-Netzwerkes ein. Heute ist sie als Sonderberaterin für Auslandskultur im Außenministerium für „die Weiterentwicklung des österreichischen Auslandskulturauftritts“ zuständig.

Die Patenschaft in Höhe von 4.000 Euro wird Helga Rabl Stadler der bildenden Künstlerin Annelies Senfter zukommen lassen. Das Preisgeld wird für die Realisierung eines Stefan-Zweig Projektes in Salzburg verwendet, sowie auf die Philharmonie Salzburg und Luisa Thies aufgeteilt, die in der Schwarzstraße, in einer früheren Trafik eine Buchhandlung mit einem ganz besonderen Programm eröffnet hat. Helga Rabl-Stadler spannt damit einen Bogen von bildender Kunst über die Musik bis hin zur Literatur.

  • Förderpreis für Kunst & Kultur (dotiert mit 6.000 Euro) 
    MMag. art. Gordon Safari, MA MA

International bekannt und anerkannt wurde Gordon Safari durch die Gründung und herausragende künstlerische Leitung des Ensembles BachWerkVokal, das von der Kritik als eines der interessantesten neuen Ensembles im Bereich der historischen Aufführungspraxis wahrgenommen wird. Auch sonst steht Safari hinter einigen erfolgreichen, musikalischen Projekten. Durch sein kreatives und innovatives Wirken avancierte er zu einem musikalischen Botschafter Salzburgs schlechthin.

  • Förderpreis für Wissenschaft & Forschung (dotiert mit 6.000 Euro)
    a.o. Univ.-Prof.in Dr.in med. Saskia Wortmann, PhD

In ihrer Forschungsarbeit widmet sich Saskia Wortmann seltenen Stoffwechselerkrankungen bei Kindern. Im Rahmen der von ihr ins Leben gerufenen Murmeltier-Sprechstunden und Mitochondrialen Sprechstunden kommt sie zusammen mit ihrem interdisziplinären Ärzteteam den Ursachen der Erkrankungen auf die Schliche und entwickelt maßgeschneiderte Therapien für die kleinen Patient:innen. 

  • Förderpreis für Kinder- und Jugendprojekte (dotiert mit 6.000 Euro) 
    Univ.-Prof. MMag. Bakk.art. Andreas Bernhofer, PhD

Seit 2021 gibt es das von Andreas Bernhofer initiierte Pilotprojekt „Musik-Multis“, bei dem insgesamt fünf Salzburger Schulen gemeinsam mit der Universität Mozarteum kooperieren. Ziel ist es, sie dabei zu unterstützen, selbst gewählte musikalische Projekte an ihren Schulen umzusetzen. Der Vielfalt und Unterschiedlichkeit dieser künstlerischen Vorhaben werden keine Grenzen gesetzt. 

Laura Lapuch