Neutorsperre: Nachsteuerungen zeigen Wirkung – Öffi-Pünktlichkeit deutlich verbessert
Pünktlichkeit der Obuslinien steigt von rund 65 auf 87,7 Prozent – großräumige Verkehrsströme entwickeln sich bisher weitgehend wie prognostiziert – Müllner Hügel bleibt im Fokus
Gut eine Woche nach Beginn der Neutorsperre ergibt sich aus den Verkehrs- und Betriebsdaten ein zunehmend differenziertes Bild. Mit der Sperre ist eine zentrale Verbindung im Salzburger Straßennetz weggefallen, die zuvor von rund 10.000 Kraftfahrzeugen täglich genutzt wurde. Trotz dieses erheblichen Eingriffs entwickeln sich die großräumigen Verkehrsströme nach den bisherigen Beobachtungen weitgehend wie prognostiziert.
Diese Einschätzung wird auch durch die bisherigen Beobachtungen der Verkehrsplanung und von den Expert:innen von Trafility gestützt: Die erwarteten großräumigen Wirkungen haben sich bisher zu einem wesentlichen Teil eingestellt. Befürchtete stärkere Verkehrsverlagerungen über Maxglan und Lehen oder größere Rückstaus bis zur A1 bei Salzburg-Mitte sind bislang nicht in dem erwarteten Ausmaß aufgetreten. Gleichzeitig hat der Echtbetrieb einen klaren lokalen Problembereich gezeigt: den Müllner Hügel und die Auswirkungen dort auf den öffentlichen Verkehr.
Öffi-Pünktlichkeit steigt deutlich
In den ersten Tagen der Neutorsperre kam es dort zu erheblichen Verzögerungen. Zu Beginn der Sperre lag die durchschnittliche Tagespünktlichkeit der Obuslinien über alle Linien gerechnet bei rund 65 Prozent. Stadt, Verkehrsplanung und Verkehrsunternehmen haben deshalb kurzfristig nachgesteuert. Bei den Verkehrslichtsignalanlagen im Bereich des Landeskrankenhauses wurden die Busanmeldungen angepasst und busbedingte Phasenverlängerungen deaktiviert. Ein Wachdienst unterstützt inzwischen bei der Verkehrsregelung und gezielten Ableitung des Verkehrs. Zusätzlich wurden Beschilderungen adaptiert.
Die Maßnahmen zeigen mittlerweile eine deutlich messbare Wirkung: Am Dienstag, 22. September, lag die Tagespünktlichkeit der Obuslinien bereits bei 87,7 Prozent.
Weitere Maßnahmen werden zwischen den beteiligten Fachstellen abgestimmt. Die Entwicklung wird anhand der laufenden Verkehrs- und Betriebsdaten weiter beobachtet.
Vom Verkehrsmodell zum Echtbetrieb
Die ersten Tage zeigen damit auch, warum bei einem derart großen Eingriff laufendes Monitoring notwendig ist. Verkehrsmodelle können die großräumigen Auswirkungen einer Sperre prognostizieren. Wo im täglichen Betrieb konkrete Engstellen entstehen, zeigt sich jedoch teilweise erst im Echtbetrieb. Die bisherige Bilanz ist daher differenziert: Großräumig entwickeln sich die Verkehrsströme nach den bisherigen Beobachtungen weitgehend wie prognostiziert. Am Müllner Hügel entstand ein zusätzlicher lokaler Problembereich. Dort wurde nachgesteuert – und die aktuellen Betriebsdaten zeigen eine deutliche Verbesserung. Die Stadt wird diesen Weg fortsetzen: beobachten, Daten auswerten, Probleme erkennen und dort nachsteuern, wo es notwendig ist.
Altstadt bleibt erreichbar
Angesichts der aktuellen Diskussion weist die Stadt zudem darauf hin, dass die Salzburger Altstadt weiterhin erreichbar bleibt. Eingeschränkt sind nur bestimmte Durchfahrtsmöglichkeiten.
Höfferer Jochen MA