Wenn der Akku explodiert: Brandversuch zeigt unterschätzte Gefahr

Aktionswoche „Brennpunkt Batterie“ von 12. bis 17. Oktober 2026
12.10.2026
Wenn der Akku explodiert:
sehr hohe Temperaturen, Stichflammen und giftige Gase

Ein kleiner Akku im falschen Abfall kann ausreichen, um einen Brand auszulösen, Menschen zu gefährden und große Schäden zu verursachen. Wie schnell ein Lithium-Akku bei Beschädigung zur Gefahr werden kann, zeigte heute, Montag, 12. Oktober 2026, ein kontrollierter Brandversuch am Recyclinghof Maxglan.
Der Versuch bildete den Salzburger Auftakt zur österreichweiten Aktionswoche zum Thema Lithium-Batterien von 12. bis 17. Oktober 2026.

Brandversuch machte Gefahr sichtbar
Lithium-Akkus speichern auf kleinem Raum viel Energie. Werden sie beschädigt, gequetscht oder großer Hitze ausgesetzt, können sie sich stark erhitzen und entzünden. Bei unkontrollierter Überhitzung können sehr hohe Temperaturen, Stichflammen und giftige Gase entstehen. Genau diese Gefahr wurde heute am Recyclinghof unter kontrollierten Bedingungen sichtbar gemacht. Gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Salzburg wurde ein Lithium-Akku gezielt zur Explosion gebracht.
Was beim Brandversuch kontrolliert ablief, stellt die Abfallwirtschaft im Alltag vor große Herausforderungen. Landet ein Akku im Restmüll oder in einer anderen falschen Abfallfraktion, kann er in Müllfahrzeugen, Pressen oder Sortieranlagen beschädigt werden und einen Brand auslösen. Damit werden insbesondere Mitarbeiter:innen der Müllabfuhr und der Entsorgungsbetriebe sowie Einsatzkräfte gefährdet. Im Jahr 2025 wurden in österreichischen Entsorgungsbetrieben 36 schwere Brände verzeichnet.

Bürgermeister-Stellvertreter Christoph Brandstätter: „Lithium-Batterien begleiten uns heute in vielen Bereichen unseres Alltags – gerade deshalb wird ihre richtige Entsorgung immer wichtiger. Mit der Aktionswoche ‚Brennpunkt Batterie‘ wollen wir Bewusstsein schaffen und zeigen, wie einfach jede und jeder einen Beitrag zu mehr Sicherheit leisten kann. Wer Batterien und Akkus getrennt sammelt und fachgerecht abgibt, schützt Menschen, verhindert Brände und trägt gleichzeitig dazu bei, wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten.“

Amtsleiter Jürgen Wulff-Gegenbaur: „Lithium-Akkus sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Umso wichtiger ist es, dass wir auch bei der Entsorgung richtig mit ihnen umgehen. Vielen ist gar nicht bewusst, wo überall kleine Akkus verbaut sind – vom Spielzeug über E-Zigaretten bis hin zu elektronischen Grußkarten. Genau hier müssen wir ansetzen und Bewusstsein schaffen. Unser Ziel ist, dass möglichst keine Batterie und kein Akku mehr im Restmüll landet, sondern dort abgegeben wird, wo eine sichere Sammlung und Wiederverwertung gewährleistet ist.“

Branddirektor Werner Kloiber: „Ein falsch entsorgter Akku kann rasch zu einem Brand in Entsorgungsbetrieben führen. Diese Brände sind teilweise sehr herausfordernd zu bekämpfen, da meist eine große Rauchentwicklung damit verbunden ist und für das Ablöschen meist das gesamte Material aus den betroffenen Containern bzw. Lagerstätten entfernt werden muss. Aber auch zu Hause kann ein defekter Akku zu einem Brand führen. Umso wichtiger ist daher, diese ordnungsgemäß zu entsorgen!“
 
Geschäftsführer Josef Weilhartner: „Dieser Versuch zeigt sehr anschaulich, dass es sich bei der getrennten Sammlung von Batterien nicht um eine akademische Frage handelt. Brände, die durch nicht ordnungsgemäß entsorgte Akkus ausgelöst werden, vernichten nicht nur Werte, indem sie teure Anlagen zerstören. Sie gefährden auch das Leben und die Gesundheit unserer Mitarbeiter – das ist kein Spaß mehr! Um die Rückgabequote zu erhöhen, wäre durchaus die Einführung einer Art von Pfandsystem oder eine Cashback-Lösung denkbar, um auch einen finanziellen Anreiz für die richtige Entsorgung zu schaffen. Diese Forderung der Entsorgungsunternehmen liegt seit längerer Zeit auf dem Tisch und wartet auf eine politische Entscheidung.“

Aktionswoche: Bewusstsein für die Gefahr schaffen
Von 12. bis 17. Oktober 2026 findet österreichweit die Aktionswoche zum Thema Lithium-Batterien statt. Die Initiative geht von der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria (EAK) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) aus. Zahlreiche Städte, Gemeinden und Abfallwirtschaftsverbände beteiligen sich.

Auch das Abfallservice der Stadt Salzburg und die SAB setzen während der Aktionswoche verschiedene Informationsmaßnahmen. Besucher:innen des Recyclinghofs Maxglan erhalten direkt bei den Abfallberatern der Stadt Infos über die Gefahren und die richtige Entsorgung von Lithium-Batterien.
Am Donnerstag, 15. Oktober, wird zusätzlich bei der mobilen Problemstoff-Sammelstelle auf der Schranne vor dem Schloss Mirabell informiert. Dort können von 8 bis 12 Uhr unter anderem Batterien und Lithium-Batterien fachgerecht abgegeben werden.
Zusätzlich findet am Donnerstag, 15. Oktober ein Themenworkshop „Brennpunkte Batterie“ im Bewohnerservie Lehen & Taxham statt. Von 15 bis 17 Uhr informieren Abfallberater der Stadt wie man mit beschädigten Lithium-Ionen-Akkus richtig umgeht und worauf bei Sammlung, Entsorgung und Zwischenlagerung zu achten ist.

Rund 17 Millionen Lithium-Batterien landen im Restmüll
Wie groß das Problem ist, zeigen aktuelle Zahlen: Laut Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle landen in Österreich jährlich hochgerechnet rund 17 Millionen Lithium-Batterien fälschlicherweise im Restmüll. Innerhalb von zehn Jahren hat sich diese Zahl vervierfacht.
Die Zahl von großen Brandereignissen in Entsorgungs- und Recyclingbetrieben steigt stetig. Ursache dafür sind immer häufiger falsch entsorgte Lithium-Batterien und -Akkus. Lithium-Akkus stecken heute in zahlreichen Alltagsgegenständen – etwa in Smartphones, E-Zigaretten, kabellosen Kopfhörern, elektrischen Zahnbürsten, Powerbanks, Spielzeug, Werkzeugen, blinkenden Schuhen oder elektronischen Grußkarten. Gerade bei kleinen Geräten wird der Akku beim Wegwerfen leicht übersehen.

Auch in Salzburg steigt die Sammelmenge
Auch die Zahlen des städtischen Abfallservice zeigen, wie stark Lithium-Akkus im Alltag angekommen sind:
2024: 2.354 Kilogramm Lithium-Batterien
2025: 3.227 Kilogramm Lithium-Batterien. Das entspricht einer Steigerung um 873 Kilogramm innerhalb eines Jahres.

Gefahr beginnt bereits zu Hause
Ein sorgfältiger Umgang mit Lithium-Akkus ist auch im Haushalt wichtig. Beschädigte, aufgeblähte oder ungewöhnlich heiße Akkus dürfen nicht weiterverwendet werden. Akkus sollten vor großer Hitze und mechanischen Beschädigungen geschützt und nur mit geeigneten Ladegeräten geladen werden.
Alte oder beschädigte Akkus sollten nicht unnötig lange zu Hause gelagert, sondern rasch fachgerecht abgegeben werden. Vor der Entsorgung sollen freiliegende Pole bzw. Kontakte mit Klebeband gegen Kurzschluss gesichert werden.

Richtig entsorgen: kostenlos und sicher
Batterien und Akkus können in Salzburg kostenlos und fachgerecht abgegeben werden:

Recyclinghof Maxglan
Siezenheimer Straße 20
Montag bis Freitag: 7 bis 18 Uhr
Samstag: 7 bis 14 Uhr

Seit April 2026 stehen am Recyclinghof eigene Sammelbehälter für Akkus aus E-Bikes und E-Scootern zur Verfügung. Die getrennte Sammlung erhöht die Sicherheit und ermöglicht gleichzeitig, wertvolle Rohstoffe wieder in den Kreislauf zurückzuführen.

Mobile Problemstoff-Sammelstelle auf der Schranne
vor Schloss Mirabell
Donnerstag: 8 bis 12 Uh

Zudem bestehen im Handel entsprechende Rückgabemöglichkeiten.

Richtig entsorgen schützt Menschen und Ressourcen
Die getrennte Sammlung verhindert nicht nur Brände. Batterien und Akkus enthalten wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Nickel, Kobalt, Kupfer, Aluminium, Zink oder Mangan, die wiederverwertet werden können. Österreichweit wurden 2025 3.506 Tonnen Gerätealtbatterien gesammelt. Die Sammelquote lag bei 50,7 Prozent.

Aktionswoche Lithium-Batterien | 12.–17. Oktober 2026

  • Recyclinghof Maxglan: Information und Beratung zur richtigen Entsorgung von Lithium-Batterien während der Aktionswoche
  • Do, 15. Oktober | 8–12 Uhr
    Mobile Problemstoff-Sammelstelle, Schranne: Information und kostenlose, fachgerechte Abgabe von Batterien und Lithium-Batterien
  • Do, 15. Oktober | 15–17 Uhr
    Themenworkshop „Brennpunkt Batterie“, Bewohnerservice Lehen & Taxham: Richtige Handhabung von Lithium-Ionen-Akkus, Umgang mit beschädigten Akkus sowie Sammlung, Entsorgung und Zwischenlagerung. Abfallberater der Stadt informieren aus der Praxis. 

Eva Kuchner-Philipp