Symposium "Gewalt im Alltag" 2025

Symposium „Gewalt im Alltag“

Ein Symposium, das hinschaut und stärkt

Mittwoch, 19. November, 15-18 Uhr

Tribühne Lehen

Das Symposium „Gewalt im Alltag“ setzte einen bewussten Impuls: Es wollte aufrütteln, berühren und bestärken. Im Mittelpunkt stand die Erkenntnis, dass Gewalt nicht nur dort existiert, wo sie Schlagzeilen macht. Sie begegnet uns häufig im Alltag – in Strukturen, in Sprache, in scheinbar kleinen Gesten und nicht zuletzt im Schweigen der Umgebung.

Ziel des Symposiums war es, den Blick zu schärfen und Mut zu machen, genauer hinzusehen. Denn Gewalt betrifft nicht nur einzelne Betroffene, sondern das gesellschaftliche Miteinander insgesamt. Gewaltschutz ist keine Nische, sondern Teil einer solidarischen und gerechten Gesellschaft. Und Zivilcourage beginnt oft im Kleinen: beim Zuhören, beim Einmischen und beim Widersprechen.

Keynote: Gewalt sichtbar machen

Ninia LaGrande

In ihrer Keynote machte Ninia LaGrande deutlich, dass Gewalt häufig leise beginnt – subtil, alltäglich und gesellschaftlich oft akzeptiert. Anhand persönlicher Erfahrungen zeigte sie auf, wie Menschen mit Behinderung regelmäßig Grenzüberschreitungen erleben: durch ungefragtes Fotografieren, körperliche Übergriffe oder entwürdigende Zuschreibungen.

Mit Humor und klarer Haltung verdeutlichte sie, dass diese Erfahrungen keine Einzelfälle sind, sondern Ausdruck struktureller Gewalt. Sie sprach über die dauerhafte Notwendigkeit, für Respekt und die eigenen Rechte einzustehen, und über die Belastung, ständig „Anwältin in eigener Sache“ sein zu müssen.

Ihre zentrale Botschaft zog sich wie ein roter Faden durch das Symposium: Gewalt geht uns alle an. Respekt ist keine Höflichkeit, sondern eine Voraussetzung für solidarisches Zusammenleben. Die Keynote bildete damit einen eindringlichen Auftakt für die weiteren inhaltlichen Schwerpunkte und Diskussionen.

Themenschwerpunkte des Symposiums

 

Respekt kennt kein Verfallsdatum

Gewalt im Alter: erkennen, handeln, vorbeugen

Gewalt gegen ältere Menschen bleibt häufig unbemerkt – sei es körperlich, psychisch oder finanziell. Abhängigkeiten, Isolation und Scham erschweren es Betroffenen, darüber zu sprechen. Dieser Schwerpunkt setzte den Fokus auf das Hinschauen und Verstehen, um Respekt und Sicherheit bis ins hohe Alter zu sichern.

Impulsvortrag: Pro Senectute OÖ – Refugium / Netzwerk Refugium
Netzwerk Refugium – ein Projekt von Pro Senectute Österreich

Moderation: Susanne Mayer-Seeleitner, Carola Wechslinger – Seniorenberatung

Queer sein ist kein Risiko

Gewalt gegen queere Menschen: sicher, offen, selbstbestimmt

Queere Menschen erleben in Familie, Alltag und Öffentlichkeit weiterhin Ausgrenzung, Anfeindung und Gewalt. Sichtbarkeit darf kein Sicherheitsrisiko sein. Im Zentrum dieses Themenschwerpunkts standen Schutz, Solidarität und die Frage, wie eine Gesellschaft gestaltet sein muss, in der jede Identität frei und sicher gelebt werden kann.

Impulsvortrag und/oder Moderation: Conny Felice -HOSI Salzburg
HOSI Salzburg - Die Interessensvertretung von LGBTIQ* Personen
Moderation: Eva Spießberger – Team Vielfalt

 

Respekt ist keine Sonderleistung

Gewalt gegen Menschen mit Behinderung: sichtbar, sicher, selbstbestimmt

Menschen mit Behinderung sind in besonderem Maße von Übergriffen, Missachtung und struktureller Gewalt betroffen. Oft wird weggeschaut – im öffentlichen Raum, in Einrichtungen oder im digitalen Raum. Dieser Schwerpunkt wollte das Tabu brechen und gemeinsam Strategien für echte Sicherheit und Selbstbestimmung entwickeln.

Impulsvortrag: Ninia LaGrande

Ninia LaGrande – Ninia LaGrande

Moderation: Peter Ebner - Team Vielfalt

 

Sicherheit ist kein Privileg

Öffentliche Räume ohne Angst: offen, sicher, respektvoll

Jeder Mensch hat das Recht, sich angstfrei zu bewegen – in der Stadt, in Kultur, Bildung und Freizeit. Dieser Themenschwerpunkt widmete sich der Frage, wem der öffentliche Raum gehört und wie Orte gestaltet werden können, die offen, sicher und willkommen für alle sind.

Impulsvortrag und Moderation: Marlies Bodinger, Christian Stadler -Sozialplanung und Stadt-Gärten

Begleitet wurde das Symposium von Anita Bernitz, die mit Graphic Recording die Gespräche und Inhalte bildnerisch festhielt.