Magistrat bereitet sich auf die Zukunft vor.

02.01.2015

Der „durchschnittliche“ Magistrats-Mitarbeiter ist 44,7 Jahre alt, seine weibliche Kolleginnen im Schnitt ein Jahr jünger. Und weil in der Altersverteilung unter den rund 3000 Bediensteten der Stadt Salzburg die Gruppe der Plus-Fünfzigjährigen überrepräsentiert ist, wird in den nächsten zehn Jahren rund ein Drittel der städtischen Belegschaft in den Ruhestand wechseln. Das ergab eine Statistik-Analyse, die Magistratsdirektor Martin Floss beim Personalamt der Stadt hat ausarbeiten lassen. Personal-Ressortchef Bürgermeister Heinz Schaden: „An sich ist eine Verjüngung und ein Generationswechsel erfreulich. Für uns ergeben sich daraus aber auch etliche Herausforderungen, die wir jetzt im Detail analysieren und die ich gemeinsam mit der gesamten Stadtregierung im Frühjahr beraten werde. Vorausschauende Personalplanung muss in Zehnjahres-Horizonten denken.“ Denn, so ergänzt Magistratsdirektor Martin Floss, „hinter den allermeisten unserer Services stehen Menschen. Hier brauchen wir Kontinuität und Verlässlichkeit. In manchen Bereichen haben wir ebenso wie andere Rechtsträger mit Rekrutierungsproblemen am ausgeräumten Arbeitsmarkt zu kämpfen.“ Ein Blick auf die MitarbeiterInnen-Zahl in einigen großen Bereichen erklärt die Bedeutung des „Faktors Mensch“ für die städtischen Services:
Über 1.000 MitarbeiterInnen sind in der Seniorenbetreuung und in Kindergärten und Horten tätig.
Weitere 1.000 arbeiten bei der Berufsfeuerwehr, den Stadtgärten, der Müllabfuhr, der Straßen- und Brückeninstandhaltung und –reinigung sowie der Gebäudereinigung.

Derzeit bereitet ein Team aus Personal-Entwicklung und Personalamt im Auftrag von Magistratsdirektor Martin Floss und Personal-Ressortchef Bürgermeister Heinz Schaden Vorschläge für konkrete Maßnahmen in verschiedenen Handlungsfeldern vor und recherchiert Folgen des Generationenwechsels:

Wissenstransfer:
Es gilt sicherzustellen, dass das know-how und die Erfahrung von langjährigen MitarbeiterInnen möglichst bruchlos an die nächste Generation im Magistrats-Dienst weitergegeben werden. Dies gilt besonders für Schlüsselpositionen. Diese sind zu identifizieren.

Rekrutierung:
In einigen Bereichen ist die Stadt Salzburg – so wie andere Rechtsträger auch – mit einem überaus angespannten Arbeitsmarkt konfrontiert. Dies gilt besonders für Pflege-MitarbeiterInnen in den Senioreneinrichtungen, für Kindergärtnerinnen und für TechnikerInnen im Baubereich. Hier muss die Stadt einerseits ihr Profil als attraktiver Arbeitgeber schärfen und andererseits die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen zur Bewältigung dieser Herausforderung verbessern.

Alternsgerechtes Arbeiten:
Da in den nächsten Jahren der Altersschnitt der Belegschaft im Unternehmen Magistrat noch weiter steigen wird, sind auch vermehrt Angebote für alternsgerechtes Arbeiten nötig. Das ist besonders für MitarbeiterInnen mit physisch und/oder psychisch anstrengenden Aufgaben (Pflege, Kindergärten, handwerkliche Bereiche wie etwa die Müllabfuhr) nötig, um steigende Krankenstände oder Frühpensionierungen zu vermeiden. Modelle alternsgerechten Arbeitens können auch helfen, die Situation in Mangelberufen (siehe oben) zu entschärfen.

Finanzielle Auswirkungen:
Da die Personalkosten knapp ein Drittel des städtischen Haushalts ausmachen, sind für eine mittelfristige Haushaltsplanung auch die finanziellen Auswirkungen des Generationenwechsels von Bedeutung. Hier überlagern sich zwei Entwicklungen: Die Pensionskosten für pragmatisierte MitarbeiterInnen werden tendenziell in den kommenden Jahren steigen. Da die Stadt ja Pragmatisierungen weitgehend abgeschafft hat, entstehen in einer Übergangszeit höhere Kosten, weil die Beitragszahlungen jüngerer BeamtInnen ins Pensionssystem sinken. Andererseits reduzieren sich die Gehalts-Aufwendungen für Vertragsbedienstete tendenziell, da jüngere Arbeitskräfte „billiger“ sind als ihre KollegInnen gegen Ende der Berufslaufbahn. Eine Modellrechnung zur Konkretisierung dieser Kostenkurven wird derzeit entwickelt.

Jochen Höfferer