Salzburg ist bunt gemischt: Es gilt diese Potentiale zu nutzen!

07.01.2016

„In der Vielfalt unserer Stadt und deren BewohnerInnen liegt ein großes Potenzial, das es zu nutzen gilt“, betont Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer anlässlich der Eröffnung des „Monats der Vielfalt“, der von 7. Jänner bis 19. Februar 2016 bereits zum dritten Mal stattfindet. Dieser ist eine Initiative des BeauftragtenCenters. Bei zahlreichen Veranstaltungen kann diskutiert, gelacht, gefeiert und analysiert werden. Im Mittelpunkt stehen heuer unter anderem die Themen Flucht und Migration. Geboten werden mehr als 30 kostenlose Veranstaltungen, auf Wunsch stehen GebärdendolmetscherInnen zur Verfügung.

„Salzburg ist bunt gemischt, das erleben wir jeden Tag. Egal ob in der Schule, am Arbeitsplatz, im Kindergarten, beim täglichen Einkauf oder am Wohnort
– überall treffen wir Menschen mit vielen Potenzialen, Talenten und Fähigkeiten. Das stärkt unsere Gemeinschaft. Für Salzburg gilt es, diese Potenziale positiv zu nützen. Zu den erklärten Zielen der Menschenrechtsstadt Salzburg gehört es, Hindernisse zu beseitigen, Vorurteile zu bekämpfen und Chancengleichheit zu verwirklichen“, meint die ressortzuständige Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer und weiter „Aktuell sind wir mehr denn je gefordert, uns über das künftige Zusammenleben Gedanken zu machen.“

Im Themen-Monat zeigt das BeauftragtenCenter einen Ausschnitt dieser Vielfalt in der Stadt. Rund 30 Veranstaltungen laden ein, Vielfalt in all den unterschiedlichen Perspektiven zu erleben. Es geht um Geschlecht, Alter, Behinderungen, ethnische Herkunft, Religion und Weltanschauung sowie sexuelle Orientierung.

„Es ist wichtig Vielfalt in allen Dimensionen zu erleben und als positiven Wert zu erkennen“, meint Eva Spießberger, Koordinatorin des BeauftragtenCenters der Stadt Salzburg. Das Center ist eine Bürogemeinschaft der Mitarbeiterinnen des Frauenbüros, des Jugendbüros, des Integrationsbüros, des Büros für Angelegenheiten von Menschen mit Behinderung und der Koordinationsstelle der Bewohnerservice-Einrichtungen der Stadt.

„Wir laden dazu ein, sich mit dem Thema Vielfalt auseinander zu setzen“, betont Spießberger. „Daher freut es mich sehr, dass wir heuer mit neuen Sujets auf unser Thema aufmerksam machen können. Auf den Plakaten und Drucksorten sind ‚ganz normale‘ Leute abgebildet, die Salzburg vielfältig machen.“


Ausstellung „Vielfalt ist unser Leben“
Einer der Höhepunkte im „Monat der Vielfalt“ ist die Ausstellung „Vielfalt ist unser Leben“, die ab heute 7. Jänner in der Wolf-Dietrich-Halle im Schloss Mirabell zu sehen ist. Gezeigt werden 13 Personen, die ihre vielfältigen Geschichten erzählen und somit Salzburg repräsentieren. Die Ausstellung ist in Kooperation mit den „carla“ Läden der Caritas Salzburg entstanden: Die „Models“ wurden von „carla“ eingekleidet. Auch das Fotoshooting wurde in der Filiale im Stadtwerk umgesetzt. „Wir zeigen ganz bewusst ganz normale Menschen aus Salzburg. Auf den Plakaten ist zu sehen, wie allgegenwärtig Vielfalt in unserem Leben bereits ist“, so Eva Spießberger vom BeauftragtenCenter. „Wir haben uns besonders gefreut, als unser ‚carla‘ Lehen als Location für das Fotoshooting der Ausstellung ‚Vielfalt ist unser Leben‘ ausgewählt wurde. Auf das Motto ‚Salzburg ist Vielfalt‘, treffen wir in unseren Läden immer wieder, es macht unsere Arbeit spannend und bunt. Diversität, Austausch und ein gelebtes Miteinander unabhängig von Religion, Weltanschauung oder Herkunft entspricht dem Leitbild der Caritas und ist auch Teil unserer carla Second-Hand-Shops.“, meint Morgane Bonnamour, die Koordination der drei „carla“-Läden in Salzburg. Sie selbst steht für eine der Geschichten: Der Liebe wegen hat es sie aus Frankreich nach Lehen verschlagen.

Programm-Highlights im „Monat der Vielfalt“

Insgesamt stehen mehr als 30 Veranstaltungen in der Zeit von 7. bis 19. Februar 2016 auf dem Programm. Den Abschluss bildet das „Fest der Vielfalt – Fest der Freude“ am 19. Februar 2016 in der TriBühne Lehen.

* Lebendige Bibliothek und Eröffnung der Ausstellung Migrationsstadt Salzburg in der Stadtbibliothek Salzburg am 8. Jänner 2016, 19 bis 21 Uhr. Begrüßung durch Sylvia Hahn, Vizerektorin der Universität Salzburg und durch Anja Hagenauer, Vizebürgermeisterin der Stadt Salzburg. Migration ist kein gegenwärtiges Phänomen, sondern so alt wie die Menschheit selbst. Menschen waren schon immer aus verschiedenen Gründen unterwegs. Die Ausstellung erklärt, wie Zuwanderung in den 1960er und 70er Jahren entstand. In der Lebendigen Bibliothek erfahren die Gäste dazu die persönlichen Geschichten von Menschen, die hier leben.

* Spaziergang zum Thema Flucht für Jugendliche am 8. Jänner 2016 von 9 bis 11 Uhr, Treffpunkt Caritas, Plainstraße 38. Besucht werden Orte, die für Menschen auf der Flucht von Bedeutung sind.

* Vier gemütliche Kinoabende im Schloss Mirabell, Pegasuszimmer.

* Sieben Stadtspaziergänge zum Thema „Vielfalt“ von Parsch bis Lehen

* Flucht und Vorurteil: Fliehen und ankommen – Workshop für Interessierte zu Fragen „Wer kommt zu uns? Welche interkulturellen Kompetenzen sind gefragt? Sind „Werteschulungen“ ein Ansatz? 18. Jänner 2016, 9 bis 16 Uhr, Schloss Mirabell, Pegasuszimmer.

* Flüchtlinge in Salzburg. Tun wir genug für Integration? Was brauchen Flüchtlinge, damit das Ankommen gelingt? Welche Rahmenbedingungen fördern Integration? Was bringen Nationale Aktionspläne und regionale Leitfäden? Dazu gibt es eine Performance zum Thema „Auf der Suche nach dem Frieden“, 15. Jänner 2016, 18 Uhr, Tribühne Lehen.

* Ein Weg aus der Armut, Filmpremiere und Stadt:Dialog. Woher kommen die BettlerInnen, die uns in Salzburg täglich begegnen? Auf der Suche nach Antworten begab sich Kurt Bauer auf die Reise nach Ungarn. 19. Jänner 2016, 18.30 Uhr, DasKino.

* Sport und Menschen mit Behinderung, Filmabend und Stadt:Dialog, Impulsreferat und Diskussion mit Skifahrerin Danja Haslacher (Paralympics-Siegerin, Gesamt-Weltcupsiegerin und Weltmeisterin). 21. Jänner 2016, 19 Uhr, Pegasuszimmer, Schloss Mirabell.

* Spaziergänge zu religiösen Einrichtungen, wie der Boschnisch Islamischen Gemeinschaft oder der Serbisch Orthodoxen Kirche

* „Homebody Kabul“, Theaterstück. Die Protagonistin entdeckt einen alten Reiseführer über Afghanistan. Die Geschichte des einst blühenden Landes lässt sie nicht mehr los.
26. Jänner 2016, 20 Uhr, Kleines Theater.

* rosen/rahmen/rocksäume. Ein literarischer Spaziergang zu kreativen Frauen in Maxglan. „Besuch mit Buch“ bei Ateliers und Wirkungsstätten.

* Glitzerprinzession und Monsterfighter. Almut Schnerring und Sascha Verlan sprechen über ihr Buch „Die Rosa-Hellblau-Falle“ und zeigen die Anfänge der Ungleichstellung zwischen Buben und Mädchen, 1. Februar 2016, 18 Uhr, Pegasuszimmer, Schloss Mirabell.

* Meine Zukunft – Benim Gelecegim, deutsch-türkisches Theaterstück über den Alltag eine typisch türkischen Familie in Österreich. 5. Februar 2016, 18 Uhr, TriBühne Lehen

* Fest der Vielfalt – Fest der Freude, 19. Februar 2016, ab 16 Uhr in der TriBühne Lehen. Mit Kasperltheater, viel Musik und bunter Unterhaltung. So wird der BewohnerInnenchor des Seniorenwohnhauses Hellbrunn einige Schlager zum Besten geben.

Beispiele zum Thema Vielfalt:
Einige Daten zu den Lebenswelten der SalzburgerInnen und ihren vielfältigen Lebensformen.
• Salzburg ist weiblich. Fast 53% der BewohnerInnen sind weiblich.
• Bei den hochbetagten Menschen ab 85 Jahren sind etwa drei Viertel Frauen
• Es gibt rund 8.800 AlleinerzieherInnen in der Stadt.
• Von den ca. 82.000 Haushalten in der Stadt Salzburg sind knapp 37.000 Ein-Personen-Haushalte.
• In der Stadt Salzburg hat ein Drittel der BürgerInnen eine Zuwanderungsgeschichte. Die Menschen kommen aus ca. 150 unterschiedlichen Ländern.
• In der Stadt Salzburg sind neben den zehn anerkannten Religionsgesellschaften (Buddhismus, Römisch-Katholische Kirche, Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich, usw….), drei weitere anerkannte Bekenntnisgemeinschaften (wie z.B. Hinduismus) und darüber hinaus noch andere Religionsgemeinden vertreten.
• Rund 20 Prozent aller SalzburgerInnen lebt mit einer Behinderung oder Beeinträchtigung.
• In der Stadt Salzburg leben ca. 11.000 Menschen mit verschiedener sexueller Orientierung und Identität (LGBTI ist eine aus dem englischen Sprachraum kommende Abkürzung und steht für lesbian, gay, bisexual, transgender and intersex). Es ist davon auszugehen, dass rund fünf bis zehn Prozent aller Menschen LGBTI sind.
• Ein bis zwei Kinder von 1000 Geburten sind intersexuell – das heißt, es kann nicht klar gesagt werden, ob ein Säugling ein Mädchen oder ein Junge ist.





Jochen Höfferer