Kontrollausschuss: Kauf Messebetrieb um 12,5 Mill. Euro auf dem Prüfstand
Einiges an Kritik aber auch viel Zuspruch gab es für den 2024 erfolgten Kauf des Messebetriebs der RX Salzburg GmbH (u.a. „Alles für den Gast“, „Hohe Jagd und Fischerei“) durch das Messezentrum Salzburg am Montag, 16. Februar 2026, im Kontrollausschuss. Die Gesellschafter Stadt, Land und Wirtschaftskammer hatten dafür 12,5 Millionen Euro auf den Tisch gelegt. Der Stadtrechnungshof bemängelte die Kaufpreisfindung und das Fehlen eines Gesellschafterbeschlusses.
Die zwei Verfahren zur Unternehmenswertberechnung hätten nicht bzw. nur teilweise anerkannten Bewertungsmethoden entsprochen. Ein Wirtschaftsprüfer habe ausschließlich die rechnerische Nachvollziehbarkeit festgestellt. Ein formaler Gesellschafterbeschluss sei nicht eingeholt worden – so die Kritik des Stadtrechnungshofes am Kauf. KPÖ Plus-Gemeinderat Klaudius May (seine Fraktion hatte den Prüfantrag eingebracht) sprach von einer „wackeligen Vermögensbewertung“. Und meinte, man hätte sich durch Zeitvorgaben des Verkäufers nicht unter Druck setzen lassen dürfen. BL-Klubchefin Inge Haller stellte zudem die Wirtschaftlichkeit des Deals infrage.
Messe-Geschäftsführer Alexander Kribus hielt dagegen, dass es sich um eine „strategisch enorm wichtige Entscheidung“ gehandelt habe. Und man aufgrund von Konkurrenz rasch handeln musste. „Wenn die bisherige Entwicklung so weitergeht, amortisiert sich der Kauf innerhalb von drei bis fünf Jahren. Die Messe ist deshalb schon jetzt kein Zuschussbetrieb mehr.“
Der Stadt-Finanzdirektor und Geschäftsführer der Messebeteiligung GmbH Alexander Molnar bekräftigte: „Der Kaufpreis war das Ergebnis von Verhandlungen. Zusätzliche Gutachten hätten nichts verändert. Die 12,5 Millionen waren im unteren Bereich der Bandbreite und angemessen. Wir hätten keinen günstigeren Preis bekommen. Erstmals hat das Messezentrum nun einen Bilanzgewinn und gute Zukunftsaussichten.“
Der Prüfbericht wurde schließlich mit den Stimmen aller Fraktionen im Kontrollausschuss zur Kenntnis genommen.
Karl Schupfer