Städtische Seniorenheime setzen auf Pflege in vertrauter Umgebung
Städtische Seniorenheime setzen auf Pflege in vertrauter Umgebung
Qualität durch Wohnpflege
Noch vor 20 Jahren waren die BewohnerInnen der städtischen Seniorenheime im Schnitt 65 Jahre alt, heute liegt das Durchschnittsalter bei 84. Überproportional zugenommen hat dadurch der Pflegebedarf. Um Pflege in der vertrauten Umgebung der eigenen Garconniere zu ermöglichen, erhält bereits die Hälfte der HeimbewohnerInnen Wohnpflege.
Noch vor wenigen Jahren waren drei Viertel der Heimplätze ausschließlich Wohnplätze, Pflege im eigenen Wohnbereich war kaum nötig. In den vergangenen Jahren aber hat sich die Anforderung an städtische Heime grundlegend geändert. Heute übersiedeln die meisten der BewohnerInnen erst mit 80 Jahren ins Heim: Fast immer aber erst dann, wenn Gesundheit oder Kraft nachlassen, das Sicherheitsbedürfnis steigt, wenn auch die vielfältigen Möglichkeiten und Hilfen der Sozialen Dienste ein selbständiges Leben kaum mehr gewährleisten. Mit dem Durchschnittsalter aber ist auch der Bedarf an Pflegeplätzen und qualifiziertem Kranken- und Altenpflegepersonal rasant gestiegen.
Deshalb hat die Stadt mit dem Umbau der einfachen Wohnplätze in Wohnpflegeplätze begonnen - mit ausreichend Platz für Pflegebetten und Rollstühle, mit breiten Türen ohne Schwellen, mit problemlos zugänglichen Bädern und WCs, dazu Schwesternstützpunkte, Schwesternruf, Pflegebäder, Ergo- und Physiotherapie.
In Taxham sind nach dem Umbau 1991/92 nun 116 von 175 Heimplätzen pflegetauglich ausgestattet. Weitere notwendige Umbaumaßnahmen in den städtischen Heimen ermöglicht der soeben fertiggestellte Zusatzbau des Seniorenheimes Itzling mit 56 modernst ausgestatteten, vollpflegetauglichen Plätzen. Dort werden nun insbesondere SeniorInnen anderer Heime während der Bauarbeiten in ihren Häusern gepflegt wohnen.
Architektin Dipl.-Ing. Lilo Horner hat in Itzling ein Haus voll Atmosphäre, Qualität und Wärme, maßgeschneidert für seine BewohnerInnen und MitarbeiterInnen, geschaffen, erklärte Stadtrat Josef Huber anläßlich der Eröffnung. Für die hervorragende und umsichtige Bauaufsicht dankte er Amtsleiter Dipl.-Ing. Gerd Müller und Ing. Peter Kolaja vom Hochbauamt der Stadt, die auf die Einhaltung der Kosten von 66,3 Millionen Schilling zu achten hatten und die 36 beteiligten Firmen koordinierten.
Weitere 30 Millionen wird der bereits begonnene Umbau in Liefering kosten. Dort werden in den kommenden 14 Monaten 106 Wohneinheiten pflegetauglich gemacht. 1997/98 soll dann das um 1970 errichtete Gebäude des Seniorenheimes Itzling adaptiert und dem Stand des Neubaus angeglichen werden. Dann werden insgesamt 232 Heimplätze für Wohnpflege zur Verfügung stehen.
Dr. Gaby Strobl-Schilcher
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Das neue Haus Itzling: Maßgeschneidert auf die Bedürfnisse der BewohnerInnen und BetreuerInnen.
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Aktivierende Pflege
Exakt 409 Schwestern, Wäscherinnen, Pfleger, PflegehelferInnen, Köche, Ärzte, hauswirtschaftliche Kräfte, TherapeutInnen, Näherinnen, Verwaltungspersonal, Hausmeister und Handwerker, darunter 182 Pflege-Fachkräfte bemühen sich, den reibungslosen Betrieb der fünf städtischen Seniorenheime zu gewährleisten.
Mit dem enorm gestiegenen Pflegebedarf der rund 1.000 HeimbewohnerInnen wuchsen und änderten sich in den vergangenen Jahren auch die Anforderungen an die MitarbeiterInnen. Zeitgemäße Pflegeplätze und Heime erleichtern die körperlich schwere Arbeit, dazu wurden von 1990 bis 94 rund 100 neue Arbeitsplätze im Pflegebereich geschaffen. Auch jetzt sucht die Stadt wieder diplomierte Pflegekräfte.
Im Mittelpunkt der von Teamgeist getragenen Arbeit steht in den städtischen Heimen seit Jahren die aktivierende Pflege. Den BewohnerInnen soll nicht alles abgenommen, sondern vielmehr deren Selbständigkeit gefördert werden. Es braucht viel Zeit, Energie und Einsatz, verlernte tägliche Handgriffe wiederzuerlernen, zu trainieren. Die gemeinsamen Stunden bringen jedoch oft große persönliche Nähe, Vertrauen, Zuneigung und Lebensfreude wachsen.
Soziale Dienste für Ältere
143.910 Menschen wurden im Jänner 1996 in der Stadt Salzburg gezählt, 30.026 hatten ihren 60. Geburtstag bereits gefeiert (1993 waren von 145.546 StadtbewohnerInnen 30.426 älter als 60). 29.026 der über 60jährigen leben nicht in städtischen Heimen - weil sie das entweder gar nicht wollen oder weil noch kein Heimplatz zur Verfügung steht.
Für sie baute die Stadt ein dichtes soziales Netz auf, um ein möglichst angenehmes und langes Wohnen in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen (das durchschnittliche Heim-Eintrittsalter liegt bei 80 Jahre). Haushaltshilfen, Heime und Hauskrankenpflege, Tagesbetreuung, Seniorentreffs, Hilfe bei sozialen Problemen, Kontaktbesuchsdienst und Dachverband Sozialer Dienste sind nur einige dieser Serviceleistungen. Für den Mittagstisch gibt es "Essen auf Räder" durch das Rote Kreuz, und auch die fünf Heime der Stadt servieren Mahlzeiten für Gäste.
Information: Fatima Preussler (Seniorenamt), Kieselgebäude, St.-Julienstr. 20/5, Zi. 534, Tel. 8072/3243.
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"Essen auf Rädern" erleichtert die tägliche Hausarbeit ganz wesentlich. Foto: Info-Z-Archiv
Kurzzeitpflege in Itzling
In neuerrichteten Haus 3 des Seniorenheimes Itzling in der Schopperstraße 17 stehen seit Ende März acht modernst ausgestattete Kurzzeitpflegeplätze für pflegebedürftige StadtbewohnerInnen zur Verfügung. Die ärztliche Betreuung kann durch die vertrauten Hausärzte erfolgen. Geschultes Pflegepersonal gibt pflegenden Angehörigen das sichere Gefühl, ihre Familienangehörigen während der Urlaubszeit oder auch während eines Kuraufenthalts bestens betreut zu wissen. Den Kurzzeitpflege-Gästen stehen alle Möglichkeiten des Hauses zur Verfügung. Für Betreuung und Pflege rund um die Uhr, die Vollpension sowie alle anderen Leistungen werden pro Tag 1.377 Schilling verrechnet. Information und Anmeldung: Tel. 51 1 80/111.
Angebote für Senioren
Geselligkeit, Therapien, Sprechstunden, Kaffeeplausch, psychologische und Gesundheitsberatung, die Angebote der Tagesbetreuungseinrichtungen der Stadt Salzburg sind sehr vielseitig und interessant, Die Einrichtungen richten sich an SeniorInnen, die zu Hause wohnen, in manchen Bereichen aber Hilfe brauchen.
Tageszentrum Rauchgründe: Tel. 42 33 22 und Sozialstation Rauchgründe: Tel. 42 33 77, (beide Innsbrucker Bundesstraße 36); Gesundheitszentrum Gnigl, Grazer Bundesstr. 6: Tel. 649140, 64 91 42; Tagesheim der Diakonie, Guggenbichlerstr. 20: Tel. 6385/900; Stützpunkt zur Förderung von Gesundheit und Begegnung, Schopperstr. 23: Tel. 459846.
Neubau Itzling eröffnet
Ihre Freude am gelungenen Bauwerk konnten Stadtrat Josef Huber und Architektin Dipl.-Ing. Lilo Horner bei den Eröffnungsfeierlichkeiten schwer verbergen. Das Werk sei kein Produkt einzelner, sondern nur durch die Mitarbeit und Unterstützung vieler möglich geworden, dankte Huber ÖVP-Klubobmann Erwin Klemm (2.i.B.v.r.) der dabei eine ganz wesentliche Rolle gespielt habe. Nach Segnung des Hauses wurde das rote Band durchschnitten, die Neugier der zahlreichen Gäste konnte daraufhin bei den Hausführungen gestillt werden. "Ein Haus, in dem einfach alles stimmt, voll Wärme, Geschmack, Atmosphäre, geplant mit großem Einfühlungsvermögen," lobten BesucherInnen, MitarbeiterInnen und BewohnerInnen.
Köpfe zusammengesteckt
Ihre Köpfe zusammengesteckt hatten Architektin Dipl.Ing. Lilo Horner und "Baumanager" Ing. Peter Kolaja vom Hochbauamt in den vergangenen Monaten tausendmal. Aber immer hatte dies mit Planung und harter Arbeit zu tun. Am Tag der Eröffnung des neuen Hauses hatten die beiden gemeinsam mit Hochbau-Amtsleiter Dipl.-Ing. Gerd Müller (i.B.r.) viel Spaß beim Austausch junger und doch schon längst vergangener Geschichten um den Bau. Viele hunderte Stunden waren sie mit einem "Heer von Ingenieuren" zusammengesessen, an der Seite der Architektin Dipl.-Arch. Horst Haslinger. Kolaja: "Wir haben gemeinsam versucht, alle Wünsche unter ein Dach zu bringen. Es war ein Miteinander, und das Haus läßt dies auch spüren."
Presseinformation vom 01.01.1996
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