Drehbuchpreis 1999 der Stadt Salzburg an Walter Anichhofer

17.01.2000


Bürgermeister Schaden überreicht Preis für "Willibald, der Vampyr"

 

 

 

Auf

der Salzburger Festung spielt die Handlung des Kinderfilms "Willibald, der

Vampyr", für den der Salzburger Autor und Theaterschaffende Walter Anichhofer

heute, Montag, 17. Jänner 2000, von Bürgermeister Heinz Schaden den

Drehbuchpreis der Stadt Salzburg 1999 überreicht bekommen hat. Der Hauptpreis

für Walter Anichhofer in der Sparte Langfilm ist mit 100.000 Schilling dotiert.

Den Preis für ein Drehbuch in der Sparte Kurzfilm - dotiert mit 50.000

Schilling - ging an Anton Preinsack aus Gloggnitz für das Treatment mit dem

Titel "Das verlorene Kind".

 

Der

Drehbuchpreis der Stadt Salzburg wurde heuer bereits zum sechsten Mal vergeben und

wird vom Kulturfonds der Salzburger Sparkasse mitfinanziert. An der

Preisverleihung nahm auch Generaldirektor Walter Schwimbersky von der

Salzburger Sparkasse teil.

 

In

der Folge der offizielle Bericht des Kulturamts zur Vergabe des

Drehbuchpreises.

 

 
DREHBUCHPREIS 1999 DER STADT

SALZBURG

 

 

 

 

 

 

 

 
Am 17. Jan. 2000 wird der Drehbuchpreis der Stadt Salzburg

zum 6. Mal vergeben.

Seit 1994

schreibt die Stadt Salzburg einen zunächst mit S 150.000,--, inzwischen mit

 

S

204.000,--  dotierten Drehbuchpreis für

die Kategorien Spielfilm und Kurzfilm aus.

 

 

 

Dieser

Preis erfreut sich eines stetig wachsenden Interesses: hatten sich im

Gründungsjahr 1994 16 DrehbuchautorInnen mit 16 Einreichungen beteiligt, waren

es 1995 bereits 19 AutorInnen mit 17 Einreichungen und 1996 25 AutorInnen mit

21 Einreichungen. Aufgrund der Erfahrungen und Reaktionen sowie dem Umstand, daß der Kulturfonds von Erster und

Salzburger Sparkasse zur Mitfinanzierung gewonnen werden konnte, wurde 1997 der

Drehbuchpreis erstmals zweistufig ausgeschrieben: in der ersten

Wettbewerbsphase waren Treatments verlangt, aus denen die Jury die

vielversprechendsten auswählte und deren AutorInnen einlud, diese für die

zweite Bewerbsphase zu ausgearbeiteten Drehbüchern weiterzuentwickeln. Das Echo

auf diesen geänderten Modus war erfreulich, die Beteiligung stieg weiter.

 

 
1999 war der bisher frequentierteste

Drehbuchwettbewerb: In der ersten Phase langten 30

Treatments von 6 Autorinnen und 24 Autoren ein. Die Jury wählte vor dem

Sommer 6 Treatments anonym zur weiteren Bearbeitung aus;

 

unter

den ausgeschriebenen Prämien der Vorrunde entschieden sich

2 Einreicher für eine Vorrundenprämie, 2 für ein Honorar für Script-Doctoring

und ebenfalls 2 für die Mitfinanzierung eines Weiterbildungsangebots.

 

 

 

Die

Jury des Drehbuchpreises 1999 der

Stadt Salzburg bestand aus

dem Innsbrucker Autor, Journalisten und Initiator des Internationalen

Filmfestivals Innsbruck vom "Cinematograph" Innsbruck, Dr. Helmut

Groschup; 

dem Salzburger Filmemacher Lev Ledit (Fachhochschule Techni-Z, MultiMediaArt)

und der Geschäftsführerin des Drehbuchforums Wien, Frau Dr. Sabine Perthold.

 

 

 

Die

Jury verständigte sich im November und Dezember 1999 (bei wiederum anonymer

Bewertung) auf folgende Empfehlungen:


Der

Drehbuchpreis 1999 der Stadt Salzburg der Sparte Kurzfilm,

dotiert mit öS 50.000,--, soll verliehen werden an

Anton Preinsack, Gloggnitz für sein Drehbuch "Das verlorene

Kind".

Anton Preinsack wurde 1970 geboren und studierte

nach der Matura in Wiener Neustadt an der Universität Wien zunächst Theaterwissenschaft

und Philosophie, später Publizistik und Philosophie. Neben dem Studium

besucht er die Drehbuchklasse der Filmschule Wien und ist Mitglied des

Drehbuchforums Wien und der ARGE Drehbuch. Neben der Mitarbeit an mehreren

16mm-Projekten war sein bisher größtes Projekt das Drehbuch zum Spielfilm

"Michelle", der neben dem Einsatz auf verschiedenen Festivals

auch in einigen österreichischen Kinos zu sehen war.

Die Jury

beurteilt das Drehbuch wie folgt:
"Eine

nachvollziehbare, glaubwürdig erzählte Geschichte, die den Zuseher

berührt. Dem Phänomen Weihnachten wird unprätentiös auf den Zahl gefühlt;

Konsumwahn und falsche Emotionen werden angesprochen; Dialoge und Tempo

sind stimmig. Zwar wird nicht ganz klar, ob die Läuterung der Hauptfigur

Robert auf ein Übermaß an "Turbo-Punsch" zurück zu führen ist

oder auf seinen Willen zur Weihnachtsharmonie und -nächstenliebe. Die

Atmosphäre, die die Geschichte entwirft und beschreibt, ist sehr bildhaft,

so dass eine eventuelle Verfilmung realistisch wäre - etwa für eine

Sendeleiste im Vorabendprogramm für die ganze Familie, natürlich in der

Vorweihnachtszeit."

Der

Drehbuchpreis 1999 der Stadt Salzburg der Sparte Langfilm,

dotiert mit öS 100.000,--, soll verliehen werden an

Walter Anichhofer, Salzburg für

sein Drehbuch "Willibald der Vampyr".

Walter

Anichhofer

wurde 1962 in Salzburg geboren, wo er 1980 auch maturierte. Er absolvierte

diverse Schauspielausbildungen (zB. Ecole International de Théâtre,

Jacques Lecoq, in Paris, Laboratorium für Bewegungsstudien, Paris) und

arbeitet seit 1982 als freier Theaterschaffender in Österreich, aber auch

im Ausland (Brötzners Neues Theater, zahlreiche Projekte mit Kindern und

Jugendlichen, bisher 10 Produktionen als Co-Autor mit dem Theater YBY).

Mit dem Film beschäftigt er sich seit 1993. Er nahm an Drehbuchseminaren

in Salzburg, Luxemburg, Montreux und Neapolis bei Athen teil. Sein erstes

Drehbuch "Ciao Alberto" soll unter der Regie von Peter Patzak

realisiert werden, 1998 wurde der Drehbuchpreis der Stadt Salzburg zwischen

seinem Drehbuch "42,2" und einem anderen Einreicher geteilt,

1999 wählte die Jury abermals seine Einreichung aus.

Die Stellungnahme der Jury zum

Drehbuch:
"Das Drehbuch ist originell und fantasievoll. Es legt für Kinder

einen spannenden Rhythmus vor, die Personen sind nachvollziehbar

charakterisiert und gut entwickelt. Trotzdem ist die Geschichte nicht

banal. Schon in den Dialogen liegt die Grundlage für eine gute

Bildhaftigkeit verborgen, wie aber auch einem Regisseur keine Handschellen

anlegt. Eine dynamische und lustige Geschichte, die nicht zu viel

moralisiert und Kinder damit animiert, ins Kino zu gehen. Außerdem ist das

Genre des Horrorfilms getroffen karikiert, wodurch neben dem

unterhaltungswert des Films eine filmhistorische Nuance das Drehbuch

auszeichnet. Salzburg als Ort der Handlung und die Festung als Ambiente

erscheint nicht nur als Erfüllung der Bedingung für diesen Wettbewerb

logisch, sondern ist ein gelungenes Szenarium für die Umsetzung der Idee

des Buches."

 

 

 

 

 

 

 

 

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