Anders mobil in Salzburg - weniger Auto, mehr Fuß, Rad und Bus!
Beispiele 2010: Pedibus, Autofasten, Autofreier Tag, Rad-Frühling, Rasenfest
Die umweltbewusste Mobilität will Planungsstadtrat Johann Padutsch im Jahr 2010 mit zahlreichen Aktionen verstärken. Der gestiegene Auto-Anteil am Gesamtverkehrs-Mix, der immer geringer werdende Platz im Stadtgefüge, die globale Klimaerwärmung – um den Kollaps auch im Raum Salzburg zu vermeiden, sollten die SalzburgerInnen bewusster ihre Möglichkeiten der Mobilität einsetzen. „Neben dem Auto stehen uns noch mindestens drei Fortbewegungsmittel zur Verfügung“, betont Padutsch – „die eigenen Füße, das Rad, der öffentliche Verkehr.“ Trotzdem werde noch immer für kurze Wege zu oft das Auto benützt.
Die Zahlen im aktuellen Raumentwicklungskonzept sind alarmierend. Zwischen 1995 und 2005 sanken der Fußgängeranteil am Gesamtverkehrs-Mix von 28 auf 22 Prozent und der Anteil des öffentlichen Verkehrs von 21 auf 16 Prozent. Der Rad-Anteil stieg von zwölf auf 16 Prozent, der Auto-Anteil von 39 auf 45 Prozent. Was den Umgang mit dem Rad betrifft, habe Salzburg in den letzten Jahren nicht nur österreichweit Vorbildcharakter erreicht. Der überdurchschnittlich hohe Rad-Anteil von 16 Prozent beweise, dass durch gezielte und konsequente Maßnahmen nachhaltige Wirkung erzeugt werden kann, meint Padutsch. An Spitzentagen werden an den beiden Salzach-Radwegen über 10.000 RadlerInnen gezählt.
„Der Traum von der autogerechten Stadt ist wohl endgültig ausgeträumt“, betont Padutsch, „uns fehlt auf Dauer schlicht und einfach der Platz, um den Verkehr unterzubringen“. Daher müsse man neben konkreten, ständigen Maßnahmen wie den Ausbau der S-Bahn, die Erweiterung des öffentlichen Verkehrs, der Busspuren und des Radwegenetzes oder die Ausdehnung der Parkraumbewirtschaftung auch mehr Bewusstsein für den Umgang mit dem Auto und den alternativen Fortbewegungsmitteln schaffen.
Dazu dient die im Vorjahr ins Leben gerufene Aktion „Salzburg anders mobil“, bei der die Stadtplanung gemeinsam mit fairkehr, Klimabündnis, Altstadtverband, Erzdiözese, den Stadtteil-Vereinen und anderen Organisationen ein umfassendes UmweltMobilität-Programm für das laufende Jahr erarbeitet. Die Palette reicht von Pedibus und Autofasten über das Fußgänger-Pilotprojekt Andräviertel und einem Rasenfest auf der St.-Julien-Straße bis zum Rad-Frühling und Autofreien Tag, der heuer in drei Stadtteilen stattfinden soll.
Einen Schwerpunkt sieht die Stadtplanung auch im Mobilitätsmanagement für Betriebe, Schulen und Kindergärten. Ebenso setzt das Unternehmen Magistrat derzeit auf Mobilitätsmanagement, nachdem sich herausgestellt hat, dass noch großes Potential bei den Wegen unter fünf Kilometer vorhanden ist. Diese könnten gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Viele Maßnahmen – von der Umstellung auf Erdgasautos über Spritspar-Trainings, Elektro-Diensträder, kostenlose Fahrrad-Checks bis hin zur Routenplanung für Auto-Alternativen oder Klimabonus für Verkehrsverbund-Jahreskarten – sollen ein Mobilitätsbewusstsein bei den MitarbeiterInnen schaffen und verschärfen.
Ein Ziel ist auch die Stärkung der innerstädtischen Wohnstandorte in der Stadt Salzburg wie z.B. beim Stadtwerkeareal, um die Wegelängen zu verkürzen, die unter anderem auf das Mobilitätsverhalten einen starken Einfluss haben.
Koordinator und Ansprechpartner für Interessierte:
Sebastian Tschinder
Stadt Salzburg, Magistrat, Amt für Stadtplanung und Verkehr
Tel. 0662 / 8072-2692
sebastian.tschinder@stadt-salzburg.at, www.stadt-salzburg.at
Autofasten vom 17. Februar bis 3. April
Die Fastenzeit ist ein Anstoß, den eigenen Lebensstil zu überprüfen. Dabei stehen beim „Fasten“ die spirituelle und körperliche Erfahrung in engem Zusammenhang. „Autofasten“ lädt ein, in der Fastenzeit vom 17. Februar bis 3. April autofreies Mobilitätsverhalten (Fahrgemeinschaften, Öffentlicher Personennahverkehr, Fahrrad, e-Mobilität, Gehen) zu erproben und neue Aspekte von Lebensqualität wahrzunehmen: Entschleunigung, Zeitwohlstand, Wohlbefinden durch Bewegung, Begegnungen, Zeit für Spiritualität… Die Teilnahme an Autofasten ist darüber hinaus auch ein Plädoyer für sichere Geh- und Radwege, den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und einen nachhaltigen Lebensstil. Alle TeilnehmerInnen nehmen an einer Verlosung teil: Hauptpreise sind ein Elektrofahrrad, eine Urlaubswoche im Bergsteigerdorf Grünau im Almtal, Bio-Lebensmittelkörbe u.v.m. Getragen wird die Aktion Autofasten von der Katholischen und Evangelischen Kirche mit vielen Partnern.
Anmeldung:
Dr. Johann Neumayer
Erzdiözese Salzburg, über die Homepage www.autofasten.at oder über Anmeldekarten, die u.a. in allen Kirchen aufliegen.
Straße frei für den Pedibus in Salzburg
Der Fußgängerbus „fährt“ auf unterschiedlichen Linien, hält sich an Fahrpläne und stoppt an markierten Haltestellen. Die „Mitfahrenden“ sind Schulkinder, die zu Fuß gehen. Ihr Ziel ist die Volksschule, ihr „Chauffeur“ ein/e ehrenamtlich agierende/r Schulweg-Polizist/in.
Pedibuslinien werden zwischen den Wohnhäusern der Kinder und der Schule geführt. Am von der Schule am weitesten entfernten Ort startet der Bus, sammelt die an Pedibus-Haltestellen wartenden Kinder auf und hält sich dabei an einen exakten Fahrplan. Der Pedibus ermöglicht einen Schulweg mit sozialen Kontakten und sorgt für körperliche Betätigung. Damit leistet der Fußgängerbus Dinge, die das Elterntaxi nicht leisten kann. Außerdem erhöht das gemeinschaftliche Gehen zur Schule die Sichtbarkeit der Kinder im Straßenverkehr und sorgt damit für mehr Sicherheit auf dem Schulweg.
Dir. Sigrid Benesch von der VS Gnigl will mit ihrer Schule das Projekt Pedibus stadtweit als erste umsetzen, erste Schritte in Richtung Eltern werden demnächst gesetzt. Auch der Kindergarten Gnigl will in das gesunde Projekt eingebunden werden. Nun werden interessierte Erwachsene - u.a. Eltern, Großeltern, SeniorInnen - gesucht, die sich nach kurzer Schulung als Gnigler SchulwegpolizistInnen zur Verfügung stellen und die Kinder sicher auf dem Weg zur und von der Schule begleiten möchten. Geplanter "Start" für den Pedibus Gnigl ist noch in diesem Schuljahr.
Kontaktadresse:
Michael Ritter
Elisabethstraße 2, 5020 Salzburg
Tel 0662 / 82 62 75
m.ritter@klimabuendnis.at
fairkehr plant Frühlingsfest in der St. Julien-Straße
Die Organisation fairkehr will an einem Wochenende im Frühling die St. Julien-Straße zwischen Haunsberg- und Elisabethstraße mit Rollrasen, Sträuchern, Bänken, Sandkisten, Kinderspielstätten (Kinderfreunde, Kinderzug vom Stadtbus), Infoständen und den örtlichen Gastgärten „umbauen“. Das Auto bleibt an diesem Wochenende draußen. Die BesucherInnen des Frühlingsfestes können die Straße einmal ganz anders als gewohnt erleben. Nicht als Fahrbahn oder Parkplatzraum, sondern als Ort der Begegnung, des Genusses, des Verweilens und des Austausches.
Die Straßen – unsere gesellschaftlichen Lebensadern – sind in den letzten Jahrzehnten zu Orten des Lärms, des Gestankes, der Gefahr und des Autos geworden. Diese wichtigen öffentlichen Räume menschengerechter zu gestalten ist die Motivation der Veranstaltung.
Kontaktadresse:
Erik Schnaitl & Lukas Uitz
fairkehr – Verein zur Förderung verkehrspolitischer Bewusstseinsbildung
www.fairkehr.net
office@fairkehr.net
Tel. 0650 / 32 61 977
Radfrühling in der Altstadt
Salzburg gilt nach wie vor als Österreichs Radstadt Nummer Eins. Der konsequente Ausbau des Radwege-Netzes, gepaart mit vielen unterstützenden Events, hat zu einem hohen Rad-Anteil am Gesamtverkehrs-Mix geführt. Heuer ist ein großes Fest „RadFrühling“ am Kapitelplatz am Fr, 30. April, und Sa, 1. Mai, geplant. Dabei können die BesucherInnen nicht nur die Produkte der 24 Radwege-Partner der Stadt Salzburg testen, sondern auf der ersten Salzburger Radbörse gebrauchte Räder bzw. Ersatzteile erstehen. Radcodierung und kostenloser Radcheck stehen ebenso auf dem Programm wie ein gemütliches Beisammensein im Zelt oder das Studium des aktuellsten Radwege-Plans inklusive Bonus-Heft.
Kontaktperson:
Radverkehrskoordinator Peter Weiß
Stadt Salzburg, Magistrat,, Baudirektion
Tel. 0662 / 8072-2735
Peter.Weiss@stadt-salzburg.at
www.stadt-salzburg.at
Pilotprojekt „Fußgängerstadt“
Das Andräviertel in der Salzburger Innenstadt wird als typisches Gründerzeit-Viertel gemischt genutzt, weist eine urbane Dichte auf und bietet daher gute Voraussetzungen dafür, einen erheblichen Teil der Wege zu Fuß zurückzulegen.
Daher führte das Amt für Stadtplanung und Verkehr genau für diesen Bereich eine Analyse der verkehrlichen Situation für FußgängerInnen durch. Bei diesem Pilotprojekt wurden Stärken und Schwächen aus den verschiedensten Blickwinkeln der FußgängerInnen analysiert und Potentiale für Umgestaltungen und Verbesserungen im Fußwegenetz aufgezeigt.
Es wurden sämtliche Grundlagendaten (Gehsteigbreiten, Fußgängerfrequenzen, Fußgängerziele, Fußgängerquellen etc.) erhoben, aber auch die Bevölkerung vor Ort eingebunden. So wurden Rundgänge und Befragungen mit den BewohnerInnen der Seniorenresidenz und den SchülerInnen der Volks- und Hauptschule St. Andrä durchgeführt.
Die gewonnenen Erkenntnisse und erhobenen Wünsche werden vor Sommer in einem Amtsbericht dem Planungsausschuss zur Umsetzung vorgelegt.
Kontaktadresse:
Sebastian Tschinder
Stadt Salzburg, Magistrat, Amt für Stadtplanung und Verkehr
Tel. 0662 / 8072-2692
sebastian.tschinder@stadt-salzburg.at, www.stadt-salzburg.at
Klimabündnis: Klimatour und Mobilitätswoche
Klimaschutz bewegt ganz Österreich. Tausende TeilnehmerInnen engagieren sich von 25. Juni bis 3. Juli 2010 bei der längsten klimafreundlichen Österreich-Rundfahrt – der „Klimatour“ des Klimabündnisses. Am 30. Juni kommt die Klimatour nach Salzburg. Wir bewegen uns mit und setzen damit ein Zeichen für Klimaschutz, biologische Landwirtschaft und fairen Handel. Erfreuen auch Sie sich an klimafreundlicher Mobilität! Infos: www.klimatour.at
Und im September 2010 ruft das Klimabündnis alle österreichischen Städte und Gemeinden zur Teilnahme an der Europäischen Mobilitätswoche von 16. bis 22. September auf. Die Initiative will klimafreundliche Mobilität im Alltag etablieren und ist als Denkanstoß zur langfristigen Verhaltensänderung auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen oder in der Freizeit zu verstehen. Macht auch Ihre Gemeinde bei der Mobilitätswoche mit? Informieren Sie sich auf www.mobilitaetswoche.at/
„
Salzburg anders mobil“ am autofreien Tag am 18. September
Ziel der europäischen Initiative „Autofreier Tag“ ist es, die BürgerInnen für umweltfreundliche Mobilität zu sensibilisieren, Aufmerksamkeit für Verkehrsprobleme zu schaffen und umweltverträgliche Lösungen zu suchen. Am Autofreien Tag soll die Bevölkerung bewusst die Vorzüge einer autofreien Umwelt erleben und genießen können. Zu Fuß gehen, Radfahren, Rollerskaten und öffentliche Verkehrsmittel bekommen den Raum, der ihnen zusteht. Der Tag soll erlebbar machen, wie man umweltfreundlich, stressfrei und bequem zwischen den Standorten und am Standort selbst unterwegs sein kann. Durch Aufteilung auf mehrere Stadtteile soll und kann die alternative Mobilität zum motorisierten Individual-Verkehr gleich ausprobiert werden. Auf den Straßen soll - anstatt tausender Autos täglich – wieder Leben spürbar werden,. Es soll ein Denkanstoß zu einer langfristigen Verhaltensänderung auf den alltäglichen Wegen sein. Aktionen sind in Maxglan, Mülln und Lehen geplant.
Geboten wird ein buntes Rahmenprogramm, fix dabei sind ein Infostand des SVV bezüglich des ÖV in Salzburg und der Kinderzug der Salzburger Lokalbahn. Die aktuellen Planungen dazu laufen. Wer sich noch einbringen und mitmachen möchte, kann sich gerne bei der Kontaktadresse melden!
Kontaktadresse:
Sebastian Tschinder
Stadt Salzburg, Magistrat, Amt für Stadtplanung und Verkehr
Tel. 0662 / 8072-2692
sebastian.tschinder@stadt-salzburg.at, www.stadt-salzburg.at
Vorschau:
8. Internationale Salzburger Verkehrstage vom 11. bis 13. Oktober 2010
„Bahn & Bus grenzenlos – Öffentlicher Verkehr als Chance, Grenzen zu überwinden“
Veranstalter: Regionale Schienen, Salzburger Verkehrsplattform
Kontakt: Peter Haibach, Tel. 0664/ 42 69 607, haibach@sbg.at
Strobl-Schilcher, Gabriele, Dr. (11399)

