Seniorenheim Nonntal eröffnet für HausbewohnerInnen kleine Greißlerei
Shampoo, Erfrischungstücher und Schuhcreme gehen zur Neige, der Gusto auf Kekserl mit Orangenmarmelade leider nicht. Ebenso wenig die Lust auf ein kühles Bier am Abend. Schon bisher gab es für die BewohnerInnen im Seniorenheim Nonntal die Möglichkeit, Einkaufswünsche in der Heimverwaltung abzugeben. Für all jene HausbewohnerInnen, die nicht mehr mobil sind und vielleicht auch selten Besuch bekommen, ein ganz wichtiges und schnelles Service.
Auch die Haustechniker wurden von den älteren Herrschaften in Sachen Einkauf immer wieder um Hilfe gebeten. Sie wollten helfen. Und wie! Ihre Idee, im Heim einen kleinen Greißler-Laden zu eröffnen und dort Güter des täglichen Bedarfs sowie auch vorbestellte Produkte zum Selbstkostenpreis anzubieten, stieß auf allen Seiten auf Begeisterung und fand rundum Unterstützung. In der „Zehner Runde“, wie die monatliche Besprechung aller BereichsleiterInnen mit Heimleitung und Pflegeleitung in den städtischen Seniorenheimen genannt wird, wurde diese Idee gerne aufgegriffen und konkretisiert.
Peter Haselberger von der Haustechnikleitung, Elisabeth Hofbauer (Hauswirtschaftsleitung) und Walter Hensel (Bereichsleitung Wohnpflege), dessen Familie früher eine kleine Greißlerei geführt hatte, erklärten sich sofort bereit, den Krämerladen zu bewirtschaften. Einen Monat brauchten die Haustechniker für die Renovierung des Geschäftsraumes, das Heim übernahm die Erstausstattung.
„Nun ist der Laden eröffnet und ´brummt´. Anders kann man das Echo bei den Bewoh-nerInnen wohl nicht beschreiben“, freut sich Ressortchef Vizebürgermeister Martin Panosch über den enormen Zuspruch gleich am ersten Tag. „Die Begeisterung der KundInnen ist riesig! Da geht es um viel mehr als bei anderen Geschäftseröffnungen. Der Laden bedeutet für die HeimbewohnerInnen höhere Lebensqualität und vielleicht sogar ein Stück wiedererworbene Selbständigkeit, weniger Abhängigkeit von anderen“, so Panosch. „Außerdem soll diese Greißlerei, ganz so wie früher auch, ein Treffpunkt sein, wo man Leute kennenlernt, wo getratscht wird und Neuigkeiten ausgetauscht werden können. Schon der erste Tag hat gezeigt: Wir liegen damit goldrichtig!“
Die Öffnungszeiten sind jeweils Montag und Donnerstag von 14 bis 15 Uhr, die Waren werden zum Selbstkostenpreis an die BewohnerInnen, aber auch an Angehörige und MitarbeiterInnen verkauft. Das Sortiment wird laufend erweitert, je nach Bedarf der BewohnerInnen. Und selbstverständlich können auch Bestellungen für den nächsten Tag aufgegeben werden. Panosch: „Persönliches Service und Kundennähe werden hier groß geschrieben: Eben wie es sich gehört für eine Greißlerei alter Schule!“

Hoch erfreut: Wie viele andere HeimbewohnerInnen kauften auch Hilda Roth und Otto Melitzer (i.Bi. mit Vize-Bgm. Panosch) bereits am ersten Tag im neuen Laden ein.
Strobl-Schilcher, Gabriele, Dr. (11399)