Vorzeigeprojekt: Erstmals Biodiversitätsdach für Gewerbebau
Planungsausschuss gibt grünes Licht für neues RAIKA ZentrallagerKnapp 40.000 Quadratmeter im Gewerbegebiet an der Metzgerstraße (Bergheim) dienen schon bisher als zentrale Lagerflächen für die Raiffeisen Lagerhäuser. Nun ist die Umgestaltung im größeren – und durchaus innovativen – Stil geplant, die bereits im Gestaltungsbeirat ausführlich behandelt und nicht zuletzt für den ökologischen Planungsansatz positiv beurteilt wurde. Der Bebauungsplan der Aufbaustufe wurde im Planungsausschuss am 28.4.2022 einstimmig beschlossen.
Gewerbebau goes Öko
Konkret soll zwischen den beiden bestehenden Lagerhallen ein verbindender neuer Baukörper entstehen, der ca. zur Hälfte als geschlossene Halle (6.900 qm) bzw. in Form eines überdachten Freilagerbereichs (6.200 qm) ausgeführt wird. Außergewöhnlich und in dieser ökologisch orientierten Form eine „Premiere“ im Salzburger Gewerbebau: Die Halle wird mit einem Biodiversitätsdach ausgestattet, auf dem Flugdach über dem Freilager wird eine Photovoltaikanlage installiert. Außerdem will man die versiegelten Flächen auf das betrieblich erforderliche Mindestmaß reduzieren, neue Grünflächen und einen Verweilbereich für Mitarbeiter:innen anlegen sowie neue Hecken und Bäume pflanzen.
40 neue Wohnungen in Liefering
Einstimmig fiel auch der Beschluss für den Bebauungsplan der Grundstufe für ein Wohnbauvorhaben an der Triebenbachstraße in Liefering. Hier plant ein gemeinnütziger Bauträger die Errichtung einer Wohnanlage mit vier Gebäuden und insgesamt ca. 40 geförderten Miet- und Eigentumswohnungen. Die 48 erforderlichen KFZ-Stellplätze werden in einer Tiefgarage untergebracht. Eine geringfügige Dichteerhöhung erhöht das Bebauungspotential um rund 760 qm, die der Bauträger zu 100 Prozent (also über die per Weisung vom Februar 2021 vorgeschriebenen 75% hinaus) als geförderte Mietwohnungen mit Mietzinsbindung umsetzen wird.
Nachverdichtung mit BONUS
Außerhalb der Tagesordnung war Dr. Thomas Prinz, wissenschaftlicher Geschäftsführer der Forschungsgesellschaft Research Studios Austria und dort auch Leiter des Research Studio iSPACE - Smart Settlement, zu Gast im Ausschuss. Er präsentierte das Projekt BONUS („Bestand Optimal Nutzen – Umwelt Stärken“), bei dem u.a. die Stadt Salzburg bzw. die MA 5 – Raumplanung und Baubehörde als Partner involviert ist. Das anwendungsnahe Forschungsprojekt entwickelt eine innovative Nachverdichtungsberatung, welche auf die Potenziale und die Mobilisierung im Bestand abzielt. Somit soll in Städten zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden, ohne dabei neue Flächen auszuweisen. Neben der Nutzung einer innovativen Datenbasis spielen auch Kriterien wie die Erhaltung von Grünraum sowie nachhaltige Mobilität eine wichtige Rolle zur Sicherung der Lebensqualität.
Erste Testberatungen in Maxglan verliefen so erfolgreich, dass die Stadt Salzburg jetzt die Ausweitung des BONUS – Beratungsangebotes auf die gesamte Stadt Salzburg anstrebt. Hierbei unterstützt das Studio iSPACE die Stadt Salzburg mit der Aufbereitung der Datengrundlagen für die Beratungen und Weiterentwicklung der BONUS Leistungen. Gefördert wird das Projekt BONUS im Rahmen des Programms „Smart Cities Demo – Living Urban Innovation 2019“ des Klima- und Energiefonds.
Cay Bubendorfer