Die Goethe-Siedlung in Zahlen
Bevölkerung sowie Wohn-und Haushaltsstruktur im Überblick (Datenstand: 01.01.2025)Einleitung

Die Goethesiedlung wurde in mehreren Ausbauetappen in den 1960er und 70er Jahren errichtet. Auf einer Fläche von etwa 12,5 Hektar befinden sich 1.256 Mietwohnungen in der Siedlung. Die Fläche steht im Eigentum der Stadt Salzburg. Für die Errichtung und Nutzung von Wohngebäuden wurden Baurechte an gemeinnützige Wohnbaugesellschaften vergeben.
Zur statistischen Auswertung wurde die Goethe-Siedlung in folgende 6 Blöcke unterteilt:
Einwohner:innen der 6 Blöcke im zeitlichen Überblick
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Zum Stichtag 1.1.2026 waren 2.601 Personen mit Hauptwohnsitz in der Goethe-Siedlung gemeldet. Die Zahl der Bewohner:innen hat sich seit 2017 nur geringfügig erhöht (80 Personen bzw. 3%).
In den Blöcken 2 und 3 wohnen die meisten Menschen. Block 2 lag 2017 bis 2024 noch an erster Stelle, Seit 2025 ist Block 3 der einwohnerstärkste.
Wer wohnt in der Goethe-Siedlung?
Die meisten Kinder im schulpflichtigen Alter sind in Österreich geboren. Das Verhältnis zwischen Personen, die im Inland bzw. im Ausland geboren sind verschiebt sich mit zunehmenden Alter. Ab 65 bzw. 75 Jahren gibt es erneut eine überwiegende Mehrheit von im Inland geborenen Personen. In der Altersspanne zwischen 65 bis 74 gibt es einen deutlichen geschlechtsspezifischen Unterschied bei der Herkunft. Außerdem zeigt sich, dass der Frauenanteil ab 65 Jahren überwiegt.
Viele der im Ausland geborenen Erwachsenen ab etwa 45 Jahren sind Österreicher:innen, auch wenn das Geburtsland ursprünglich nicht Österreich war (siehe Bevölkerungspyramide oben). Bei den Kindern, Jugendlichen sowie Erwachsenen bis etwa 50 Jahren ist über den Beobachtungszeitraum hinweg eine Internationalisierung der Goethe-Siedlung zu beobachten.
In der Goethe-Siedlung waren zum Stichtag 01.01.2025 insgesamt 2.515 Personen mit Hauptwohnsitz gemeldet (01.01.2023: 2.549 Personen):
- Je ein Drittel ist im Alter zwischen 30 bis unter 60 Jahre und ab 60 Jahre.
- Etwa 15% sind im Alter zwischen 15 bis unter 30 Jahren
- Zirka 10% sind Kinder im schulpflichtigen Alter und
- 5% aller Bewohner:innen sind Kinder im Vorschulalter.
In Block 5 ist der Unterschied zwischen den beiden größten Personengruppen Berufstätige und Übergang zwischen Beruf und Ruhestand am größten.
Die Goethe-Siedlung ist ein relativ "altes Quartier". Ein Viertel der Menschen in der Alterskohorte Übergang Beruf-Ruhestand sind hochaltrig. In den nächsten Jahren ist davon auszugehen, dass es aufgrund der demographischen Entwicklung zu einer Veränderung der Alterszusammensetzung kommt (Verjüngung) und die Bewohnerzahl unabhängig baulicher Aktivitäten steigen wird. Im Vergleich zu 2023 ist die Anzahl an Bewohner:innen minimal rückläufig. Insgesamt leben 208 Personen in der Goethe-Siedlung, die 80 Jahre oder älter sind.
Im Durchschnitt sind 7 von 10 Personen österreichische Staatsbürger:innen. Die Verteilung ist über die 6 Blöcke hinweg ähnlich.
Ein Viertel der Einwohner:innen kommt aus Nicht-EU-Staaten und 5% kommen aus dem EU-Ausland.
Etwa 45% aller Einwohner:innen sind ledig (auch Kinder werden in dieser Kategorie mitgezählt). Über ein Drittel ist verheiratet. Jede fünfte Person ist entweder geschieden oder verwitwet.
Wohnen in der Goethe-Siedlung
Knapp die Hälfe aller 1.256 Wohnungen in der Goethe-Siedlung hat über 75-90m² Wohnfläche. Etwa 3 von 10 Wohnungen haben 45m² oder weniger Wohnfläche. Die kleinste Wohnung liegt bei etwa 31m², die größte Wohnung bei fast 134 m² Wohnfläche.
Die Goethe-Siedlung hat eine familienfreundliche Wohnungsstruktur. Wohnungen mit mehr als 45 bis 75m² hingegen sind eher unterrepräsentiert. Fast die Hälfte aller Wohnungen im Quartier hat eine Größe ab 75m² bis 90m².
Insgesamt 758 Wohnungen in der Goethe-Siedlung haben 3-4 Zimmer - davon 80% mit einer Wohnfläche von über 75 bis 90m².
Zudem gibt es über 50 Wohnungen mit 5-6 Zimmer.
Wohnformen: von Alleinlebend bis Großfamilie und von jung bis alt
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1.233 Haushalte sind mit Hauptwohnsitz in der Goethe-Siedlung gemeldet. In Summe sind fast die Hälfte aller Haushalte Einpersonenhaushalte, in jedem 4. Haushalt wohnen 2 Personen, im verbleibenden Viertel alle Haushalte wohnen 3 Personen oder mehr.
Die Verteilung über die Blöcke hinweg ist relativ ähnlich mit Ausnahme von Block 6.
Die meisten Haushalte gibt es in den Blöcken 2 und 3 (300 bzw. 301) gefolgt von Block 4 (211), Block 1(182) Block 5 (158) und Block 6 (81).
Fast jeder 5. Haushalt besteht im Durchschnitt aus alleinlebenden Senior:innen ab 70 Jahren, das entspricht fast 40% aller Einpersonenhaushalte. Insbesondere in Block 5 ist der Anteil hoch. Unterdurchschnittlich hingegen sind Block 6 und Block 2.
In etwa 15% aller Haushalte wohnt zumindest ein Kind unter 15 Jahre. Block 6 liegt mit einem Anteil von etwa 27% deutlich darüber.
In 60% aller ein-Personen-Haushalte in der Goethe-Siedlung (360 Haushalte) wohnen Personen ab 60 Jahren. Ein Drittel ist im Alter zwischen 30 bis unter 60 Jahre. Junges Wohnen für unter 30-Jährige ist bei den Einpersonenhaushalten hingegen stark unterrepräsentiert.
170 der insgesamt 606 Ein-Personen-Haushalte in der Goethe-Siedlung hat eine Wohnfläche von unter 35m². Zusammen mit jenen der 35-45m² Wohnfläche stellen sie die Mehrheit (ca. 51%) im Quartier dar. Nur in diesen beiden Größenkategorien wohnen Jugendliche und junge Erwachsene (15 bis unter 30-Jährige).
Etwa 30% der Ein-Personen-Haushalte sind Wohnungen mit über 75m² Wohnfläche.
Die Personengruppe ab 60 Jahre ist in allen Wohnungsgrößen der 1-Personen-Haushalte am häufigsten vertreten.
Eine Überbelegung bedeutet, dass in einer Wohnung mehr Menschen leben, als es Zimmer gibt. Insgesamt sind 175 Wohnungen Anfang 2025 nach dieser Definition in der Goethe-Siedlung überbelegt. Das entspricht 13,9% der insgesamt 1.256 Wohnungen. Bei etwas zwei Drittel aller Fälle handelt es sich um eine einfache Überbelegung (eine Person mehr als Zimmer). Über die Hälfte aller überbelegten Wohnungen sind 3-Zimmer-Wohnungen. Ein Viertel aller Wohnungen sind 4-Zimmer-Wohnungen. Die großzügigen Wohnungszuschnitte der 3- und 4-Zimmer Wohnungen sind in diesem Kontext positiv zu bewerten.
Eine Unterbelegung liegt laut Wohnservice dann vor, wenn ein oder zwei Personen in einer Wohnung mit 3 Zimmer oder mehr wohnt (Hauptwohnsitz). Nach dieser Definition sind 4 von 10 Wohnungen (501 Wohnungen) in der Goethe-Siedlung unterbelegt. Das Verhältnis der 1- und 2- Personen-Haushalte und der Wohnungsgrößen ist relativ gleichmäßig.
Fazit
Die Goethe-Siedlung ist ein Quartier im Umbruch. In den kommenden Jahren wird sich die Dynamik der demographischen Entwicklung „antizyklisch“ verstärken. Während andere Quartiere altern, steht die Goethe-Siedlung vor einer Verjüngung, da durch die natürliche Fluktuation – insbesondere bei den 209 hochaltrigen Personen (80+) – aller Wahrscheinlichkeit nach, größere Wohnungen für Familien freiwerden. Trotz des allgemeinen Geburtenrückgangs wirken lokale Faktoren wie die familienfreundliche Wohnungsstruktur und vergleichsweise günstige Mieten als starke Magnete für junge Haushalte.
Die Infrastruktur muss daher konsequent intergenerativ geplant werden. Es bedarf Angeboten für Senior:innen (Pflege, Gesundheit) ebenso wie für die nachrückende Generation (Kinderbetreuung, Spielplätze, Jugendräume). Barrierefreiheit ist hierbei als zielgruppenübergreifendes Querschnittsthema zu verstehen, das sowohl die Mobilität im Alter als auch die Nutzbarkeit für Familien mit Kinderwägen sicherstellt.
Zwei zentrale soziale Indikatoren prägen das Quartier:
- Isolationsrisiko: Der hohe Anteil an Ein-Personen-Haushalten (49,1 %) , kombiniert mit vielen geschiedenen (11,3 %) und verwitweten Personen (7,8 %) , deutet auf ein erhebliches Risiko für soziale Einsamkeit hin.
- Integration: Der steigende Anteil von Menschen aus dem Nicht-EU-Ausland (25,4 %), zeigt die Bedeutung integrationspolitischer Maßnahmen als integralen Bestandteil einer sozialen Quartiersentwicklung. Gleichzeitig ist hier auch die allgemeine Integration der neu hinzuziehenden Bewohner:innen ins Bestandsquartier gemeint.
Ein Mismatch besteht in der Wohnungsbelegung: Während etwa 4 von 10 Wohnungen unterbelegt sind (oft Senior:innen in zu großen Einheiten), sind gleichzeitig 14 % der Wohnungen überbelegt.
Da das strukturelle Defizit an kompakten, barrierefreien Wohnformen (45–75 m²) im Bestand kaum zu lösen ist, sollte eine mögliche Nachverdichtung gezielt diesen Bedarf decken.
Relevante Aspekte einer sozialen Quartiersentwicklung sind daher:
- Stärkung der Gemeinwesenarbeit: Förderung des Austauschs zwischen „Alt und Jung“ sowie den verschiedenen Herkunftskulturen.
- Aktives Quartiersmanagement: Moderation des Umbruchs und Beteiligung der Bewohner:innen an Gestaltungsprozessen.
- Infrastrukturanpassung: Dynamische Planung von Betreuungs- und Begegnungsorten.
- Wohnungspolitische Mobilisierung: Aktive Förderung von Wohnungstauschprogrammen, um die Unterbelegung zu reduzieren und Wohnraum für Familien effizienter zu nutzen.
