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„Kein Verdienst, sondern ein Lebenselixier“

Ehrenbecher der Stadt Salzburg für Kammerschauspielerin Julia Gschnitzer
 
Fr, 27. Jänner 2012

Für ihre Verdienste um das kulturelle Leben in der Stadt Salzburg verlieh Salzburgs Stadtoberhaupt Heinz Schaden heute Freitag, 27. Jänner 12, im Schloss Mirabell der Schauspielerin Julia Gschnitzer den Ehrenbecher der Stadt Salzburg. „Ich nehme diese Auszeichnung mit Freuden und dankbar an, auch wenn ich die Ausübung meines Berufes nicht als Verdienst betrachte, sondern eher als Lebenselixier“, schrieb die viele Jahre am Salzburger Landestheater tätige Charakterdarstellerin in einem Brief an Schaden. Und: „Salzburg ist mir zur zweiten Heimat geworden.“

Engagement für freie Szene

Am 21. Dezember vergangenen Jahres feierte die in Innsbruck geborene Aktrice ihren 80. Geburtstag. Sie hat sich immer wieder für die freie Theaterszene durch kostengünstige und kostenfreie Auftritte engagiert und lange Zeit auch kostenlos Nachwuchsschauspieler unterrichtet. In Elsbethen vor den Toren der Mozartstadt hat sie ihren Alterswohnsitz aufgeschlagen, wohnt hier abwechselnd mit Wien und Tirol. Zur Stadt Salzburg hat sie familiäre Bezüge: „Schon als Kind war ich zu Besuch bei meiner Großmutter im Schloss Mirabell, und zwei Vorfahren waren Bürgermeister dieser Stadt.“

Grande Dame des Volkstheaters

Julia Gschnitzer begann ihre schauspielerische Laufbahn am Tiroler Landestheater Innsbruck. Von 1960 bis 1990 war sie am Wiener Volkstheater, anschließend bis 1994 am Salzburger Landestheater. Dann arbeitete sie als freie Schauspielerin für Hörfunk, Film, Fernsehen und Theater in ganz Österreich und Deutschland. Dem Fernsehpublikum bekannt wurde sie vor allem als Franziska Jägerstätter in dem Film „Der Fall Jägerstätter“ von Axel Corti und als Alte Nane in „Die Siebtelbauern“ von Stefan Ruzowitzky.

Zusammenarbeit mit Felix Mitterer.

Felix Mitterer schrieb für Julia Gschnitzer „Mein Ungeheuer“, das anno 2000 bei den Tirolern Volksschauspielen uraufgeführt wurde. 2004 inszenierte Ruth Drexel in Telfs „Arsenik und Spitzenkragele“ mit Gesangseinlagen, wo sie eine der beiden Schwestern spielte, sowie 2006 in Herbert Achternbuschs Stück „Ella“. 2001 bekam sie am Tiroler Landestheater die Hauptrolle im Thomas Bernhard-Stück „Am Ziel“. Im Herbst 2002 spielte sie die „Beauty Queen“ am Stadttheater Bruneck, 2004 war sie Olga in Tschechows „Drei Schwestern“ und 2005 die Alte in „Yerma“ (Federico García Lorca). Ebenso 2005 war sie als Hauptdarstellerin an den Vereinigten Bühnen Bozen bei Felix Mitterers Stücken „Fleisch“ und „Die Frau im Auto“ sowie die Muriel Washburn in „Die Mondfinsternis“. Am Schauspielhaus Salzburg war sie als die skurrile Oma im Rollstuhl in der dramatischen Komödie „8 Frauen“ von Robert Thomas zu sehen. Zu ihrem 60. Bühnenjubiläum gab sie im Oktober 2010 die Rolle der Äbtissin im Rahmen einer Produktion der theater(off)ensive in der TriBühne Lehen.

Julia Gschnitzer ist Trägerin hoher Auszeichnungen, so des Silbernen Ehrenzeichens für das Land Wien und des Ehrenzeichens des Landes Tirol. 1989 wurde sie in Wien zur Kammerschauspielerin ernannt.


www.stadt-salzburg.at
Ehrenbecher für Julia Gschnitzer: Ehrenbecher für Julia Gschnitzer:
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Stand: 27.1.2012, Karl Schupfer