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Presse

Stadt-Offensive für mehr Radverkehr: 20.000 Autofahrten weniger

Schaden/Padutsch/Unterkofler: Verdopplung des Budgets wird Schubkraft bringen
 
Di, 27. Juni 2017

Für Bürgermeister Heinz Schaden ist klar: „Der Radverkehr in der Stadt Salzburg hat eine große Zukunft vor sich. Wir sind, österreichweit betrachtet, schon sehr gut unterwegs, gewinnen auch immer wieder Preise für unsere Bemühungen. Aber: Wenn ich etwa an Holland denke, ist da doch noch einiges drinnen. Daher startet die Stadt nun eine Offensive, die garantiert mehr Menschen aufs Rad bringen wird.“

Radverkehrsstrategie 2025+

In einem gemeinsamen Amtsbericht legen Planungsstadtrat Johann Padutsch und Baustadträtin Barbara Unterkofler die „Radverkehrsstrategie 2025+“ der Stadt vor. Mit einer Verdopplung des Radbudgets ab 2018 auf zwei Millionen Euro pro Jahr sowie Personalverstärkung durch externe Dienstleister und einem bis Herbst im Detail auszuarbeitenden Maßnahmen-Katalog soll der Radverkehr „ambitioniert“ gesteigert werden. Ziel dabei: ein Anteil von 24 Prozent am Gesamtverkehr bis 2025. Oder anders formuliert: täglich 20.000 Autofahrten weniger.

Stadt lebenswerter machen

„Der Radverkehr hat das Potenzial, unser gesamtes Verkehrssystem und die Umwelt zu entlasten. Deshalb brauchen wir dringend zusätzliche Impulse und Investitionen, damit das hohe, aber stagnierende Niveau merkbar gesteigert werden kann“, sagt Padutsch. Und Unterkofler betont: „Wir können damit auch einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Smart City-Ziele leisten und uns noch stärker als besonders lebenswerte Stadt positionieren.“

Rad-Anteil aktuell bei 20 Prozent

Aktuell werden rund 100.000 Wege pro Tag in der Stadt Salzburg mit dem Fahrrad zurückgelegt. Das entspricht einem Anteil von 20 Prozent am Modal-Split. Für 45 Prozent der Strecken wird das Auto benutzt. 15 Prozent der Wege werden mit Öffis zurückgelegt und 20 Prozent zu Fuß. Angesichts optimaler Voraussetzungen fürs Radfahren (kurze Distanzen, kaum Steigungen, Entfernung vom Zentrum an die Stadtgrenze nur 5 km) wären prinzipiell, wie in diversen Vorbild-Städten, Radfahranteile von 30 bis 40 Prozent drinnen.

Leitprojekte für drei Jahre

Mit der „Radverkehrsstrategie 2025+“ (siehe pdf unten) setzt die Stadt für die nächsten drei Jahre auf folgende Leitprojekte:

• Ausbau eines intuitiven, sicheren und komfortablen Hauptradwege-Netzes samt Optimierung des Winterdienstes
• Einführung des Leihradsystem „S-Bike“, in der ersten Ausbaustufe mit 50 Stationen und 500 Fahrrädern
• Umsetzung des ersten Premiumradwegs ins Salzburger Umland nach Freilassing mit neuer Brücke über die Saalach als „Modell“ für die Bedeutung des Radverkehrs
• Veranstaltung des österreichischen „Radgipfels 2018“, der größten Fahrradkonferenz, als Impulsgeber für die Radverkehrsförderung
• Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit für mehr Radverkehr

Um auch die Einnahmen entsprechend zu erhöhen, sollen alle Förderprogramme des Bundes und der EU umfassend genutzt werden.

Der erste Beschluss des nun vorliegenden Amtsberichts wird im Planungsausschuss erfolgen. Endgültig beschlossen wird er dann im Gemeinderat.


PDF Radstrategie 2025 der Stadt Salzburg


www.stadt-salzburg.at
Stand: 27.6.2017, Karl Schupfer