Andräviertel im Dialog: Neues Buch verbindet Stadtgeschichte und Zukunftsperspektiven
Stadt Salzburg präsentierte neue Publikation im Haus der Stadtgeschichte – 328 Seiten über die Entwicklung des Andräviertels und die Ergebnisse der Quartiersdialoge
Alle Autor:innen des Buches und Abteilungsvorständ:innen waren zur Präsentation im Haus der Stadtgeschichte.
Wie hat sich das Andräviertel im Laufe der Jahrhunderte verändert? Was macht den Stadtteil heute aus und welche Perspektiven gibt es für seine Zukunft? Diesen Fragen widmet sich das neue Buch „Quartiere im Welterbe Salzburg – Andräviertel im Dialog. Geschichte, Entwicklung und Perspektiven“, das am Dienstag, 20. Oktober 2026, im Haus der Stadtgeschichte vorgestellt wurde. Rund 130 Besucher:innen nahmen an der Buchpräsentation teil und erhielten Einblicke in die Geschichte und Entwicklung eines der vielfältigsten Stadtteile Salzburgs.
Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Bernhard Auinger stellten die Herausgeber:innen Sabine Veits-Falk, Johannes Hofinger und Marlene Ernst die neue Publikation vor. Dagmar Aigner, Abteilungsvorständin für Kultur, Bildung und Wissen, und Andreas Schmidbaur, Abteilungsvorstand für Raumplanung und Baubehörde, beleuchteten das Projekt „Quartiere im Welterbe Salzburg“ aus unterschiedlichen Perspektiven.
„Das Andräviertel erzählt ein wichtiges Stück Salzburger Stadtgeschichte. Das neue Buch verbindet wissenschaftliche Forschung mit den Erfahrungen der Menschen vor Ort und zeigt, wie wir unser Welterbe gemeinsam bewahren und weiterentwickeln können. Mein besonderer Dank gilt dem Stadtarchiv, das mit großer fachlicher Kompetenz und viel Engagement die Geschichte unserer Stadt erforschen, dokumentieren und für kommende Generationen lebendig vermitteln“, so Bürgermeister Bernhard Auinger.
Abteilungsvorständin für Kultur, Bildung und Wissen Dagmar Aigner unterstreicht: „Die Zuerkennung des Unesco Welterbes ist Auszeichnung und Verpflichtung zugleich. Mit den Forschungsarbeiten, Publikationen und Vorträgen im Haus für Stadtgeschichte gelingt es, die Entstehung, das Charakteristische und die Entwicklungsmöglichkeiten der Welterbebereiche in der Stadt Salzburg in ansprechender Form zu vermitteln und damit das Verständnis für das Prädikat Welterbe zu festigen.“
„Die Buchserie „Quartiere im Welterbe“ wurde im Zusammenhang mit den sogenannten Quartiersdialogen, die die MA 5/Welterbemanagement seit 2016 als eigenständiges Format in Entsprechung der 5 „C“s der Guidelines der UNESCO durchführt, von den Kolleg:innen im Haus der Stadtgeschichte eingerichtet. Darin werden die Ergebnisse der aktuellen, umfassenden Forschungen und Untersuchungen zum Ort mit den Ergebnissen der Bürger:innendialoge und Veranstaltungen verknüpft und stellen so eine umfassende Dokumentation des gesamten Vorgangs in den Welterbe-Quartieren dar“, bedankt sich Abteilungsvorstand für Raumplanung und Baubehörde Andreas Schmidbaur.
Von der römischen Vergangenheit bis in die Gegenwart
Auf 328 Seiten mit 176 Abbildungen und Plänen zeichnet das Buch die Entwicklung des Andräviertels nach. Die Beiträge reichen von der römischen Vorgeschichte über die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Lebensräume bis zu den großen Stadterweiterungen des 17. und 19. Jahrhunderts, die das heutige Erscheinungsbild des Viertels wesentlich geprägt haben.
Weitere Kapitel beschäftigen sich mit der Geschichte der medizinischen Versorgung, der Kirche und Schule St. Andrä, der Wiederaufbauarchitektur der 1950er-Jahre und der Erinnerungskultur. So entsteht ein vielschichtiges Bild eines Stadtteils, dessen Geschichte eng mit der Entwicklung Salzburgs verbunden ist.
Leiterin vom Haus der Stadtgeschichte Sabine Veits-Falk erklärt: „Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die alten Stadtmauern fielen, neue Baugründe durch die Regulierung der Salzach geschaffen wurden, hielt die Moderne wie in keinem anderen Stadtteil Salzburgs Einzug. Das Andräviertel entwickelte sich zu einem urbanen Zentrum, das sich bis heute durch hohe Lebensqualität auszeichnet.“
Welterbe gemeinsam gestalten
Neben der historischen Betrachtung richtet die Publikation den Blick auch auf die Zukunft. Einen Schwerpunkt bildet die Dokumentation der Quartiersdialoge, die unter dem Titel „Leben im Welterbe“ stattgefunden haben. Bei diesen Dialogen waren die Bewohner:innen eingeladen, sich mit der Geschichte, der heutigen Nutzung und den Entwicklungsmöglichkeiten ihres Stadtteils auseinanderzusetzen.
Die Ergebnisse der Veranstaltungen und Projekte sind im Buch umfassend dokumentiert. Sie zeigen, wie wichtig das Wissen und die Erfahrungen der Menschen vor Ort für die Weiterentwicklung des Welterbes sind. Denn das UNESCO-Welterbe Salzburg ist nicht nur ein historisch wertvoller Stadtraum, sondern auch ein lebendiger Ort zum Wohnen, Arbeiten und Zusammenleben.
Mit dem Buch hält die Stadt Salzburg die Erkenntnisse aus den Quartiersdialogen fest und schafft gleichzeitig eine Grundlage für die weitere Auseinandersetzung mit der Entwicklung des Andräviertels. Damit verbindet die Publikation historische Forschung, Stadtplanung und Bürger:innen.
Neues Buch in der Schriftenreihe des Stadtarchivs
„Quartiere im Welterbe Salzburg – Andräviertel im Dialog. Geschichte, Entwicklung und Perspektiven“ ist als Band 70 der Schriftenreihe des Stadtarchivs Salzburg erschienen. Die von Sabine Veits-Falk, Johannes Hofinger und Marlene Ernst herausgegebene Publikation umfasst 328 Seiten mit 176 Abbildungen und Plänen.
Buchinformationen
- Quartiere im Welterbe Salzburg – Andräviertel im Dialog. Geschichte, Entwicklung und Perspektiven
- Herausgeber:innen: Sabine Veits-Falk, Johannes Hofinger und Marlene Ernst
- Schriftenreihe des Stadtarchivs Salzburg, Band 70
- 328 Seiten, 176 Abbildungen und Pläne
- Preis: 32,50 Euro
Lapuch Laura BA