Kunst*volle Schatzkammern: Tage der Archive öffnen von 8. bis 12. Juni ihre Türen
18 Archive in der Wissensstadt Salzburg gestalten rund 40 Programmpunkte bei freiem Eintritt
Von 8. bis 12. Juni 2026 laden die Tage der Archive wieder zu besonderen Einblicken in Salzburgs Archivlandschaft ein. Unter dem Motto „kunst*voll“ zeigen 18 Archive in der Stadt Salzburg, wie viel künstlerisches, historisches und gesellschaftliches Wissen in ihren Beständen steckt. Insgesamt warten rund 40 Programmpunkte auf die Besucher – von Führungen und Workshops über Präsentationen und Ausstellungen bis hin zu exklusiven Einblicken in Depots, Sammlungen und Werkstätten.
Künstlerisches Schaffen spiegelt gesellschaftliche Entwicklungen im Laufe der Zeit wider. Gleichzeitig wurden auch Alltags- und Verwaltungsobjekte früher oft mit großer Sorgfalt, handwerklichem Können und Raffinesse gefertigt. Genau diese Vielfalt machen die Tage der Archive sichtbar: verzierte Handschriften, prächtige Buchkunst, reich gestaltete Urkunden, historische Fotografien, Pläne, Kostüme, Dokumente und Objekte, die sonst meist gut geschützt in Magazinen und Depots verwahrt werden.
„Archive sind weit mehr als Orte der Aufbewahrung. Sie sind moderne Wissensspeicher, Forschungsorte und Kulturvermittler. Die Tage der Archive zeigen sehr anschaulich, wie spannend Geschichte sein kann, wenn man sie aus nächster Nähe erlebt. Gleichzeitig öffnen sie Türen zu Orten, die vielen Salzburger:innen sonst verborgen bleiben“, sagt Bürgermeister Bernhard Auinger.
„Unter dem Motto ‚kunst*voll‘ laden wir die Öffentlichkeit herzlich ein, hinter die Kulissen unserer Gedächtnisspeicher zu blicken. Dass sich mittlerweile 18 Einrichtungen an den Tagen der Archive beteiligen, zeigt, wie stark das Netzwerk der Wissensstadt Salzburg gewachsen ist. Mit einem vielfältigen Programm von mehr als 40 Führungen, Ausstellungen, Präsentationen und Workshops wollen wir die oft im Verborgenen stattfindende, aber unverzichtbare Archivarbeit sichtbar machen. Archive sind lebendige Wissensorte, wo sich Geschichte, Kreativität und kulturelles Gedächtnis begegnen. Sie sichern historische Quellen und bewahren künstlerisches Schaffen und ermöglichen den Dialog mit der Stadtgesellschaft. Sie sind herzlich eingeladen, sich davon zu überzeugen“, unterstreicht Kulturabteilungsvorständin Dagmar Aigner.
Vom Beutelbuch bis zum Living Archive
Ein besonderes Highlight gibt es heuer im Haus der Stadtgeschichte: Erstmals findet im Stadtarchiv ein Workshop statt. Am Mittwoch, 10. Juni, um 14 Uhr fertigen die Teilnehmer gemeinsam mit Restaurator Christian Moser ein eigenes Beutelbuch an. Diese besondere Buchform aus dem Mittelalter wurde ursprünglich mit einem langen Lederschlauch am Gürtel getragen. Im Workshop wird sie in vereinfachter Miniaturform von Hand in Leder gebunden.
Auch darüber hinaus zeigt das Programm, wie breit der Begriff „kunst*voll“ gedacht werden kann. Das Salzburg Museum führt durch Depots mit kunst- und kulturhistorischen Beständen. Das Salzburger Landesarchiv präsentiert gemalte, gestochene und illuminierte Archivalien und lädt zu einem Workshop zur Kleisterpapierherstellung ein. Im Archiv der Salzburger Festspiele wird mit „The Living Archive“ gezeigt, wie aus Kostümen, Requisiten, Zeichnungen, Bauplänen und 3D-Modellen neue Zugänge zur Festspielgeschichte entstehen.
Die Internationale Stiftung Mozarteum widmet sich 70 Jahren Mozartwoche. Das Archiv des Salzburger Landestheaters schlägt den Bogen zwischen Theater und Film. Das Fotohof Archiv gibt Einblicke in die Herstellung, Bewahrung und Restaurierung von Fotokunst. Das Haus der Natur öffnet seine biologischen und geowissenschaftlichen Sammlungen als naturwissenschaftliches Archiv Salzburgs. Auch die Kloster-, Universitäts-, Literatur-, Tanz-, Musik- und Volkskulturarchive zeigen, wie vielfältig die Archivarbeit in Salzburg ist.
Archive als lebendige Orte der Wissensstadt
Die Tage der Archive machen sichtbar, welche Rolle Archive für die Gegenwart spielen. Sie bewahren nicht nur historische Dokumente, sondern machen Zusammenhänge verständlich, ermöglichen Forschung, sichern kulturelles Erbe und erzählen Geschichten über Salzburg, seine Menschen und seine Entwicklungen. Das diesjährige Motto „kunst*voll“ rückt dabei besonders die ästhetische, handwerkliche und kreative Dimension der Archivbestände in den Mittelpunkt.
Alle Veranstaltungen finden bei freiem Eintritt statt. Bei einzelnen Programmpunkten ist eine Anmeldung erforderlich.
Service
Tage der Archive 2026: kunst*voll
Wann: 8. bis 12. Juni 2026
Wo: 18 Archive in der Stadt Salzburg
Programm: rund 40 Führungen, Workshops, Präsentationen, Ausstellungen und exklusive Einblicke
Eintritt: frei
Lapuch Laura BA