„Out of the Box“ 2026: Vier Projekte bringen neue Perspektiven in Salzburgs Stadtraum
Interne Jury zeichnet interdisziplinäre Ideen aus – Umsetzung im September und Oktober 2026
Wie klingt Salzburg? Welche Beziehung haben Bewohner:innen zur Stadtnatur? Was erzählen Stadtbäume über das Zusammenleben im urbanen Raum? Und wie lässt sich Salzburg abseits klassischer Sehenswürdigkeiten neu entdecken? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die vier Projekte, die 2026 im Rahmen von „Out of the Box“ ausgezeichnet wurden.
Eine interne Jury hat vier Einreichungen ausgewählt, die im September und Oktober 2026 umgesetzt werden. Pro Projekt stehen bis zu 5.000 Euro zur Verfügung. Der Preis der Stadt Salzburg fördert interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtgesellschaft. Im Mittelpunkt stehen neue Formate, die den Stadtraum als Bühne, Labor, Begegnungsort oder gemeinsames Experimentierfeld nutzen.
Bürgermeister Bernhard Auinger betont: "Out of the Box zeigt auch 2026, wie kreativ und vielfältig Salzburg gedacht werden kann. Die ausgezeichneten Projekte öffnen neue Perspektiven auf unsere Stadt – sie machen Klangräume hörbar, erzählen von der Beziehung zwischen Mensch und Natur und laden dazu ein, Salzburg jenseits der bekannten Wege zu entdecken. Was mich besonders freut: Diese Initiativen entstehen dort, wo Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtgesellschaft zusammenarbeiten. Genau dieses Zusammenspiel stärkt unsere Stadt, schafft neue Zugänge zum Stadtraum und macht sichtbar, wie viel Potenzial in Salzburg steckt.“
„Out of the Box“ hat sich in den vergangenen Jahren als Impulsgeber für kreative Projekte in Salzburg etabliert. Nach Schwerpunkten in einzelnen Stadtteilen wurde der Blick zuletzt auf den gesamten Stadtraum ausgeweitet. Auch 2026 zeigen die ausgezeichneten Projekte, wie vielfältig Salzburg künstlerisch, wissenschaftlich und gesellschaftlich neu gedacht werden kann: von Klangarchiven über Audio-Walks bis hin zu partizipativen Stadtplänen.
„Mit Out of the Box werden Projekte verwirklicht, die die Zusammenarbeit zwischen Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft verdichten. Dieses Milieu zu stärken ist ein erklärtes Ziel der Kulturstrategie UNSA Salzburg – Kultur.Leben.Räume um Know-How, Kreativität und Zusammenarbeit zu fördern. Die Ergebnisse der Einreichungen sind jedes Jahr sehr unterschiedlich – ein Beweis dafür wie viel Möglichkeiten in diesem „Wirkungsdreieck“ für Salzburg liegen und gehoben werden können“, so Abteilungsvorständin Dagmar Aigner.
Vier ausgezeichnete Projekte für Salzburg
Das Projekt „Stadt Raum Hörbar“, eingereicht von Florian Brand, Ulrike Hatzer, Carla Stenitzer und Karen Werner, lädt Salzburger:innen dazu ein, den Klang ihrer Stadt zu erkunden. Bewohner:innen verschiedener Stadtteile machen ihr akustisches Salzburg hörbar. In Workshops entstehen Soundformate, die in einer Ausstellung präsentiert und anschließend in einer Live-Radioshow vertieft und besprochen werden. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit des Studiengangs Applied Theatre und des Instituts für Open Arts der Universität Mozarteum, der Radiofabrik Salzburg und des Medienkünstlers Florian Brand.
Mit „Briefe an die Stadtnatur – ein kollektives Klangarchiv“ verbinden Tian Fu, Xinyue Hu und Sihua Ren Ökologie, Musik und sozialen Stadtraum. In fünf Stadtteilen werden Briefkästen angebracht, über die Bewohner:innen Briefe an die Natur in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft schreiben können. Diese Briefe bilden die Grundlage für musikalische Kompositionen. Die entstandenen Werke werden als digitales Audio-Album veröffentlicht und den Verfasser:innen über QR-Codes und handgeschriebene Postkarten zugänglich gemacht. So entsteht ein kollektives Klangarchiv über die Beziehung zwischen Stadt, Natur und Menschen.
Das Projekt „Becoming (with) trees – Urbane Ko-Choreographien von Bäumen und Menschen“, eingereicht von Angela Hof, Claudia Rohrmoser und Verena Steiner, rückt Stadtbäume und ihre Bedeutung für den urbanen Raum in den Mittelpunkt. Dafür verbindet das Team Forschungsmethoden aus der Stadtökologie mit Zugängen der künstlerischen Forschung. Geplant sind performative Audio-Walks und eine anschließende Ausstellung. Das Projekt schafft ein interaktives Vermittlungsformat, das Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft miteinander in Dialog bringt.
„USE-IT Live – Discovering Salzburg Together“, eingereicht von Amna Azeem, Annabelle Kiefer, Nicole Salazar und Sanjida Anjum Suchi, entwickelt gemeinsam mit Salzburger:innen eine neue Perspektive auf die Stadt. USE-IT ist ein europaweites, nicht-kommerzielles Netzwerk kostenloser Stadtkarten, die von jungen Locals für junge Reisende gestaltet werden. In Workshops entsteht eine Salzburg-Ausgabe mit „Act like a local“-Pfad, „5 Minutes of History“-Stationen und Hidden Salzburg Trails. Damit werden auch Orte abseits der klassischen Innenstadt sichtbar. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit der Geoinformatik-Studentinnen mit der TSG Salzburg.
Stadt als gemeinsamer Möglichkeitsraum
Die ausgewählten Projekte zeigen, wie breit der Ansatz von „Out of the Box“ angelegt ist. Sie arbeiten mit Bewohner:innen, machen Stadtteile hörbar und erlebbar, verbinden ökologische Fragestellungen mit künstlerischen Formen und öffnen neue Zugänge zu Salzburg. Damit stärkt der Preis nicht nur einzelne Projekte, sondern auch lokale Netzwerke zwischen Universitäten, Kulturszene, Institutionen, Wirtschaft und Stadtgesellschaft.
Die Umsetzung der vier Projekte erfolgt im September und Oktober 2026.
Fact-Box „Out of the Box“ 2026
- Ausgezeichnete Projekte: 4
- Förderhöhe: bis zu 5.000 Euro pro Projekt
- Umsetzung: September und Oktober 2026
- Ziel: Interdisziplinäre Kooperationen mit Bezug zum Stadtraum Salzburg
- Schwerpunkte 2026: Klang, Stadtnatur, Stadtökologie, Stadtwahrnehmung und partizipative Stadterkundung
Lapuch Laura BA



