Abfall Service ruft auf zu bewusstem Umgang mit Lebensmitteln
Lebensmittel sind kostbar und werden unter Einsatz teurer Ressourcen hergestellt. Vielen ist das bewusst, dennoch werden laut jüngster Abfallanalyse in der Stadt Salzburg jährlich rund 4.300 t noch genießbare Lebensmittel zum Restmüll geworfen. „Täglich landen in unserer Stadt damit 12.000 Kilo genießbare Lebenmittel nicht auf den Tellern, sondern im Abfall. Das ist Tag für Tag mehr als die volle Ladung eines Müllsammelfahrzeuges“, weiß Abfallberater Dr. Walter Galehr.
„Wir SalzburgerInnen könnten mit dieser Menge eine Stadt in der Größe von Seekirchen mitversorgen!“, rechnet der für die städtische Abfallwirtschaft ressortzuständige Bürgermeister-Stellvertreter DI Harry Preuner vor: „Dieser verschwenderische Umgang steht in krassem Gegensatz zur Armut, die es auch bei uns gibt. Dazu kommt, dass Essen nicht nur aufwändig produziert wird, sondern durch die Kommune im Restmüll auch teuer zu entsorgen ist. Doch es gibt auch tolle Initiativen, die sich dafür engagieren, dass gute Nahrungsmittel erst gar nicht im Müll, sondern auf liebevoll gedeckten Tischen landen. Die Tafel gehört dazu“.
Tadellose Lebensmittel aus der Wirtschaft vom Müll fernzuhalten, das hat sich 2007 die Initiatorin der Salzburger Tafel, Doris Kiefel, zur Aufgabe gemacht. Der rein private Verein „Salzburger Tafel“ ist zur Stelle, wo Lebensmittel das Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht überschritten haben, aber aus diversen Gründen nicht mehr zu verkaufen sind. Ein Anruf oder eine E-Mail genügt, und MitarbeiterInnen des ehrenamtlich tätigen, rund 20-köpfigen Teams transportieren übrig gebliebene Lebensmittel an zahlreiche anerkannte soziale und gemeinnützige Einrichtungen. Gratis beliefern sie Einrichtungen wie Wärmestube, Vinzistube, Franziskanerkloster, Frauenhaus, Neustart-Saftladen, SOS Clearinghouse, VinziTisch-Pfarre Maxglan, Notschlafstelle und Jugend der Caritas, Caritas Flüchtlingshaus, Verein VIELE, INSEL, Kolpinghaus und einige mehr. Ein gesponserter Lieferwagen mit Kühlung macht den Transport spürbar einfacher.
Bereits mehr als 30 Firmen beteiligen sich begeistert am Engagement der Tafel. Sie sehen die mehrfachen Vorteile: Als Unternehmen kommt ihnen diese schnelle und unkomplizierte, umweltfreundliche Alternative zur sonstigen Vernichtung der Lebensmittel sehr entgegen, die zudem noch Lager-, Transport- und Entsorgungskosten spart. Seit Bestehen hat die Salzburger Tafel so bereits 200 Tonnen Lebensmittel im Wert von fast einer Million Euro retten können, davon 91 Tonnen im Jahr 2012.
„Private Haushalte können einem Lebensmittelüberschuss durch Planung vorbeugen, Unternehmen können in unserem marktwirtschaftlichen System Überschüsse nicht vermeiden, wohl aber deren Entsorgung durch Zusammenarbeit mit der Salzburger Tafel. Je mehr UnternehmerInnen mit gutem Beispiel voran gehen und je besser dieser vorbildliche Umgang bekannt gemacht wird, desto eher wird auch in Privathaushalten ein Umdenken stattfinden“, hofft Doris Kiefel.
Kontaktadresse für UnternehmerInnen, die mit der Salzburger Tafel kooperieren wollen: waren@salzburgertafel.at oder Tel. 0664-373 86 82.
Zur Bewältigung der zunehmenden Aufgaben sucht die Salzburger Tafel laufend Freiwillige – MitarbeiterInnen mit Tagesfreizeit für die Kerntätigkeit, aber auch für regelmäßige kurze Stadt-Fahrten (auch abends mit eigenem Pkw). Ebenfalls gesucht werden PR-Leute und Menschen mit Organisationstalent.
Kontakt für Freiwillige: info@salzburgertafel.at oder Tel. 0664/373 86 82.
Weitere Infos auf www.salzburgertafel.at
Gabriele Strobl-Schilcher

