#88gegenrechts!: Immer mehr mit Gesicht und Stimme dabei
Die von der Stadt Salzburg ins Leben gerufene Aktion „#88gegenrechts!“ läuft erfolgreich. „Ich bin überwältigt, wie viele Menschen sich engagieren, sich zur Verfügung stellen und öffentlich ein Statement gegen die unerträglichen rechtsextremen Schandtaten abgeben“, sagt die Initiatorin Sozial-Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer am Donnerstag, 19. Februar 2015.
Verhöhnung der Nazi-Opfer skandalös
Klemens Renoldner, Direktor des Stefan Zweig Centre, bestätigt auf Info-Z Anfrage, dass die Stadt Salzburg durch Stolperstein-Beschmierungen, Beschädigungen von Denkmälern und weitere Vandalenakte an Reputation eingebüßt habe. „Meine Vorträge haben mich an Unis in den USA, in England oder Israel geführt. Es ist erstaunlich, wie genau die Leute dort über die rechtsextremen und antisemitischen Vorfälle bei uns Bescheid wissen. Das Image Salzburgs hat darunter sehr gelitten. Die erneute Verspottung und Verhöhnung der Nazi-Opfer wird als skandalös empfunden. Deshalb ist es ganz wichtig, dass sich die Bevölkerung wehrt und auch hochrangige Politiker dagegen aufstehen.“ Anja Hagenauer: „Mir sagen die Leute: Macht weiter, hört damit nicht auf!“
Bis dato gibt es schon mehr als 3.100 Facebook-Fans für #88gegenrechts!. 300 Menschen haben sich bei Fotoshootings mit Gesicht und Statement in den Dienst der Sache gestellt. Mittlerweile gibt es die Sprechblase fürs Selfie auch zum Herunterladen (link unten).
Besonders viele Jugendliche dabei
„Mich freut es besonders, dass sehr viele Junge mitmachen“, sagt Jugendbeauftragte Isabel Bojanovsky, „deshalb haben wir nun auch ein Lesezeichen für #88gegenrechts! gestaltet. Es klärt auf, dass die Redewendungen ‚bis zur Vergasung‘, ‚sich brausen gehen‘ und ‚durch den Rost fallen‘ aus dem Nazi-Jargon stammen. Und ruft zu einem sorgsamen Umgang mit der Sprache auf.“ Das Lesezeichen wird in der Stadt:Bibliothek, in Jugendeinrichtungen, Schulen und Bürgerservice-Stellen verteilt.
Die Aktion #88gegen rechts! findet mittlerweile national und international Beachtung. „Wir haben heute einen Beitrag im ZIB-Flash des ORF, der Städtebund zeigt Interesse und auch einige deutsche Städte haben bei mir nach Info-Material gefragt“, so Bojanovsky. Sie plant gerade weitere markante Aktivitäten.
Link:
https://www.facebook.com/88gegenrechts?fref=ts

Karl Schupfer