Die „Saugis“ werden elektrisch: Ein Upgrade für die Straßenreinigung der Stadt Salzburg

Vor dem Start im regulären Betrieb werden die Mitarbeiter:innen des städtischen Bauhofs auf die neuen elektrischen „Saugis“ eingeschult. Im Bild: Bgm.-Stv. Kay-Michael Dankl (links), Herbert Seebauer (2. v. l.) und Christian Fuschlberger (rechts) mit Bauhof-Mitarbeiter:innen.
Die Mitarbeiter:innen des städtischen Bauhofs werden derzeit auf die neuen „E-Saugis“ eingeschult. Die Umstellung auf den elektrischen Betrieb erfolgt in Kürze. „Jede Entwicklung, die uns von fossilen Energieträgern aus dem Ausland unabhängiger macht, ist wichtig. Bei den großen und schweren Fahrzeugen war es bisher schwieriger, auf Elektroantrieb umzustellen, aber es geht Schritt für Schritt voran. Der städtische Bauhof leistet hier Pionierarbeit. Ich freue mich schon darauf, die ersten elektrischen Saugis im Alltag in der Stadt zu sehen“, sagt der ressortzuständige Bürgermeister-Stellvertreter Kay-Michael Dankl, der sich beim Besuch vor Ort selbst ein Bild von den neuen Fahrzeugen machte.
Salzburgs Straßen sind nicht zufällig so sauber
Die sogenannten „Saugis“ sind seit rund 30 Jahren Teil der Salzburger Straßenreinigung. Eingeführt wurden sie ursprünglich, um die „Wegmacher:innen“, die zu Fuß mit ihren Kipperl unterwegs waren, abzulösen. Ziel war es, das System der Straßenreinigung effizienter und moderner zu gestalten.
Herbert Seebauer, Leiter des städtischen Bauhofs, erläutert die spätere Weiterentwicklung des Systems: „Vor zehn Jahren erfolgte eine Umstellung auf rechtsgelenkte Modelle. Der Vorteil dabei ist, dass man direkt auf der Gehsteigseite aussteigen kann. Dadurch konnte von einer Zweierbesatzung auf einen Ein-Personen-Betrieb umgestellt werden. Die zweite Person wurde zum Teil als ‚Wegmacher:in mit Kipperl‘ wieder eingesetzt. Diese Form der Reinigung hat auch Vorteile: Die Mitarbeiter:innen sind für die Bürger:innen sichtbarer, was positiv wahrgenommen wird.“
Technische Details zu den neuen „Saugis“
Bei den neuen Fahrzeugen handelt es sich um vollelektrische Modelle des Typs Iveco Daily Electric mit Doppelkabine und bis zu sechs Sitzplätzen. Ausgestattet sind sie mit einem kippbaren Müllsammelaufbau der Firma Trilety. Die Fahrzeuge gehören zur Klasse N2 und haben ein höchstzulässiges Gesamtgewicht von 4.250 Kilogramm. Das Eigengewicht inklusive Aufbau beträgt rund 3.200 Kilogramm, die Nutzlast liegt bei 975 Kilogramm.
Angetrieben werden die „Saugis“ von einem 140-kW-Elektromotor (rund 190 PS). Die Energie liefert eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 74 kWh, aufgeteilt auf zwei Batteriemodule. Die maximale Reichweite beträgt bis zu 200 Kilometer. Geladen werden kann entweder mit bis zu 22 kW (AC) oder an Schnellladestationen mit bis zu 80 kW (DC).
Aus Sicherheits- und Effizienzgründen sind die Fahrzeuge als Rechtslenker ausgeführt, sodass das Ein- und Aussteigen direkt auf der Gehsteigseite erfolgen kann. Für zusätzliche Sicherheit sorgen moderne Assistenzsysteme wie Abbiegeassistent, Rückfahrkamera und -warner, ein Totwinkelradar am Fahrzeugheck, Spurhalteassistent, Notbremsassistent sowie ein Reifendrucküberwachungssystem.
Die Anschaffungskosten für ein Fahrzeug inklusive Aufbau liegen bei rund 150.000 Euro brutto. Für das Lenken der Fahrzeuge reicht aufgrund einer Sonderregelung für vollelektrische Fahrzeuge ein Führerschein der Klasse B.
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