Stadt Salzburg setzt auf „Daten für Taten“: Neues Sozialmonitoring schafft fundierte Grundlage für eine moderne Stadtentwicklung

Interaktive Plattform unterstützt künftig evidenzbasierte Sozialplanung und macht Entwicklungen in den Stadtteilen sichtbar
06.07.2026
Mit dem Projekt „Daten für Taten“ baut die Stadt Salzburg ein kleinräumiges Sozialmonitoring auf, das soziale Entwicklungen in den Stadtteilen sichtbar macht und eine fundierte Grundlage für künftige Entscheidungen schafft.
(Symbolbild)

Die Stadt Salzburg baut ihre datengestützte Sozialplanung konsequent aus. Mit dem Projekt „Daten für Taten“ entsteht ein interaktives, kleinräumiges Sozialmonitoring, das soziale Entwicklungen in den einzelnen Stadtteilen sichtbar macht und damit eine fundierte Grundlage für politische Entscheidungen sowie eine zielgerichtete Weiterentwicklung kommunaler Angebote schafft. Der Gemeinderat wird nun über den Grundsatzamtsbericht zur Umsetzung des Projekts beraten.

Ziel des Monitorings ist es, soziale Veränderungen frühzeitig zu erkennen, Bedarfe besser einschätzen zu können und Maßnahmen dort zu setzen, wo sie tatsächlich benötigt werden. Die digitale Plattform bündelt bestehende Daten, bereitet diese übersichtlich auf und ermöglicht künftig detaillierte Analysen auf Ebene einzelner Stadtteile und Planungsräume. Damit schließt die Stadt Salzburg eine bisher bestehende Lücke in der kommunalen Datenlandschaft.

Das Monitoring wird federführend von der Kommunalen Sozialplanung der Abteilung Soziales entwickelt und in mehreren Ausbaustufen umgesetzt. Bereits im vierten Quartal 2026 soll eine erste interne Version für die Stadtverwaltung in Betrieb gehen. Der öffentliche Zugang ist nach dem weiteren Ausbau der Datenbasis und den erforderlichen politischen Beschlüssen für Mitte 2027 vorgesehen.

Stadträtin Andrea Brandner betont: „Mit dem Sozialmonitoring schaffen wir eine moderne Grundlage für eine zukunftsorientierte Stadtpolitik. Gute Entscheidungen brauchen belastbare Daten. Unser Ziel ist es, soziale Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Ressourcen dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen entfalten, und die Lebensqualität in allen Stadtteilen nachhaltig zu stärken. ‘Daten für Taten’ steht für eine Sozialplanung, die transparent, evidenzbasiert und nah an den Bedürfnissen der Menschen ist.“

Zum Einsatz kommt die Open-Source-Software KomMonitor, die speziell für kommunales Stadt- und Sozialmonitoring entwickelt wurde. Das GIS-basierte System ermöglicht die Zusammenführung unterschiedlichster Datensätze, interaktive Karten- und Diagrammdarstellungen sowie räumliche Analysen. Die Plattform wird eng mit dem Projekt „stadt:daten salzburg“ verknüpft, wodurch qualitätsgesicherte Daten automatisiert eingebunden werden können.
Zum Start werden unter anderem kleinräumige Daten zu Bevölkerung und Demografie, Wahlen und politischer Teilhabe sowie Flächenwidmung integriert. Ergänzt werden diese durch Informationen zu wichtigen Infrastruktureinrichtungen wie Kinderbetreuungseinrichtungen, Jugendzentren, Seniorenwohnhäusern, Grünflächen, Trinkbrunnen oder barrierefreien Einrichtungen. Perspektivisch sollen weitere Themenfelder wie Bildung, Gesundheit, Umwelt, Klima, Mobilität oder Kriminalität folgen.

Abteilungsvorstand Patrick Pfeifenberger: „Wir sind in Österreich Vorreiter und werden als Erste ein umfassendes Datenlager aufbauen. Gemeinsam mit der Kulturabteilung und der Stadtstatistik schaffen wir einen zentralen Zugang zu georeferenzierten, stadtteilbezogenen Daten, die bis auf die Ebene der Zählbezirke ausgewertet werden können. So lassen sich Informationen zur Bevölkerungszusammensetzung, oder beispielsweise zur Anzahl der Alleinerziehenden oder zur Versorgung einzelner Stadtteile mit spezifischer Infrastruktur gezielt analysieren. Eine ämter- und abteilungsübergreifende Arbeitsgruppe wird die bereits vorhandenen Daten bündeln und kontinuierlich erweitern.“

Das Sozialmonitoring dient dabei ausdrücklich nicht der Erfassung personenbezogener Daten. Sämtliche Informationen werden ausschließlich in aggregierter Form verarbeitet. Die Stadt legt großen Wert auf Datenschutz und Transparenz. Gleichzeitig unterstützt das Projekt die Umsetzung des Informationsfreiheitsgesetzes, indem künftig Informationen von allgemeinem Interesse öffentlich zugänglich gemacht werden.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig vielfältig genutzt werden – etwa für Sozialraumanalysen, die Planung neuer Infrastruktur, die Weiterentwicklung von Stadtteilkonzepten oder als Frühwarnsystem für soziale Entwicklungen. Dadurch können Ressourcen zielgerichteter eingesetzt und kommunale Entscheidungen auf eine objektive, nachvollziehbare Datengrundlage gestützt werden.

Darüber hinaus wird eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet, die den weiteren Ausbau des Monitorings begleitet, zusätzliche Indikatoren entwickelt und neue Datenquellen erschließt. Langfristig soll das Sozialmonitoring zu einem zentralen Instrument einer integrierten kommunalen Planung werden und einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität in allen Salzburger Stadtteilen leisten.

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