Stadt Salzburg stärkt Gewaltschutz: Gewaltbarometer erreicht Familien direkt nach der Geburt

30.06.2026
Gewaltschutzbarometer
Gewaltschutzbarometer erreicht Familien direkt nach der Geburt
v.l.: Isabel Bojanovsky, Gewaltschutzkoordinatorin; Thorsten Fischer Vorstand der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe; Daniela Gutschi, Landesrätin; Andrea Brandner, Stadträtin

Die Stadt Salzburg setzt gemeinsam mit den Salzburger Landeskliniken einen weiteren Schritt im Gewaltschutz: Seit Februar 2026 erhalten Familien im Rahmen des Entlassungspakets nach der Geburt an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der SALK zusätzlich den Gewaltbarometer der Stadt Salzburg.

Mit dieser Kooperation setzen Stadt Salzburg und die Salzburger Landeskliniken gemeinsam ein Zeichen für Prävention und Sensibilisierung. Ziel ist es, Familien frühzeitig und unkompliziert zu informieren: über Gewaltformen, Warnsignale und über Hilfsangebote.

Die Geburt eines Kindes ist der Beginn eines neuen Lebensabschnitts – oft geprägt von Freude, neuen Rollen und Veränderungen. Aus einer Paarbeziehung wird eine Familienbeziehung, mit neuen Erwartungen, Verantwortungen und manchmal auch Belastungen. Gerade in dieser sensiblen Phase können Informationen, Orientierung und das Wissen um Unterstützungsangebote entlasten und stärken.

Warnsignale erkennen, Hilfe sichtbar machen

Der Gewaltbarometer ist ein Informationsangebot der Stadt Salzburg. Er enthält Hinweise zu unterschiedlichen Formen von Gewalt, Anzeichen von Grenzüberschreitungen sowie Kontakte zu wichtigen Beratungs- und Unterstützungsstellen. Durch die Ausgabe im Entlassungspaket werden Familien direkt und ohne zusätzliche Hürden erreicht.

Die Kooperation ist Teil des langjährigen Engagements der Stadt Salzburg im Gewaltschutz. Mit Initiativen wie dem Gewaltbarometer oder „STOP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ verfolgt die Stadt das Ziel, Informationen dorthin zu bringen, wo Menschen leben und wichtige Lebensphasen durchlaufen.

Stimmen zur Kooperation

Andrea Brandner, zuständige Stadträtin für Soziales, Frauen und Gewaltschutz betont:
„Gewaltschutz beginnt mit Information, Aufmerksamkeit und dem Wissen, dass Unterstützung da ist. Mit dem Gewaltbarometer schaffen wir einen einfachen Zugang und setzen ein klares Zeichen: Gewalt ist keine Privatsache.“

Univ.-Prof. Dr. Thorsten Fischer, Vorstand der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe ergänzt:
„Die Begleitung von Familien endet nicht bei der medizinischen Versorgung. Mit dieser Kooperation unterstützen wir Familien in einer sensiblen Lebensphase und machen Hilfsangebote sichtbar.“

Auch Daniela Gutschi, zuständige Landesrätin für Gesundheit, Frauen und Bildung begrüßt die Initiative:
„Prävention und Sensibilisierung sind wichtige Grundlagen eines wirksamen Gewaltschutzes. Früh zugängliche Informationen können helfen, Hemmschwellen abzubauen und Unterstützung leichter erreichbar zu machen.“

Frauenbeauftragte der Stadt Salzburg Alexandra Schmidt und Gewaltschutzbeauftragte Isabel Bojanovsky ergänzen: „Gewaltschutz ist eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe und beginnt lange bevor Gewalt sichtbar wird. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Informationen und Unterstützung dorthin zu bringen, wo Menschen erreicht werden – früh, niederschwellig und ohne Hürden. Dass wir das gemeinsam mit den SALK umsetzen können, ist ein wichtiges Zeichen.“

Gewaltbarometer kann angefordert werden

Einrichtungen und Organisationen, die den Gewaltbarometer ebenfalls an ihre Zielgruppen weitergeben möchten, können diesen bei der Stadt Salzburg anfordern.

Denn eines ist klar: Gewalt darf kein Tabuthema sein.

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InfoZ