Ab Juli: Pkw-Reduktion durchs Zentrum nach italienischem Vorbild

04.05.2026
Bgm. Auinger: 1.000 Fahrten pro Tag weniger durch die Stadt – keine Einschränkungen für Zentralraum-Bewohner:innen und Wirtschaftsverkehr
Von links: Verkehrsstadträtin Anna Schiester, Bürgermeister Bernhard Auinger, TSG-Geschäftsführerin Heidi Strobl und Polizei-Landesverkehrsabteilungsleiter Thomas Schwaiger vor Plan auf Bildschirm
Präsentierten Neuregelung:
Verkehrsstadträtin Anna Schiester, Bürgermeister Bernhard Auinger, TSG-Geschäftsführerin Heidi Strobl und Polizei-Landesverkehrsabteilungsleiter Thomas Schwaiger.

Die Stadt Salzburg geht gezielt gegen ein Verkehrschaos im Sommer vor: Ab Juli wird die Durchfahrt für Pkw durchs Zentrum rund um die Staatsbrücke gesperrt. Das gilt für alle Pkw, die von außerhalb des Salzburger Zentralraums kommen. Ähnliche Regelungen sind als „zona a traffico limitato“ aus Italien bekannt. Flankierend bieten sämtliche Park & Ride-Plätze der Stadt ein Tagesticket inklusive Öffi-Fahren für 5 Personen um äußerst kostengünstige 7,50 Euro an.

Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) sagt am Montag, 4. Mai 2026, bei einem Medientermin dazu: „Wir wollen keine chaotischen Verkehrssituationen wie im vergangenen Jahr. Daher brauchen wir ab Juli eine klare Regelung. Eine politische Mehrheit innerhalb der Stadtregierung dafür wird es geben. Sie zielt auf Tagestouristen ab, die von weiter außen mit dem Auto kommen. Wichtig ist mir: Bewohner:innen des Salzburger Zentralraums und der Wirtschaftsverkehr sind davon nicht betroffen!“

Und der Stadtchef betont: „Es geht um 1.000 Pkw-Fahrten weniger pro Tag durch die Stadt. Das wollen wir gemeinsam mit der Polizei, unseren Tourismusfachleuten sowie klaren und deutlichen Vorinformationen schaffen. Da hilft es sehr, dass heuer erstmals sämtliche Park & Ride-Plätze zu einem äußerst günstigen Preis einen entspannten Aufenthalt in der Stadt Salzburg anbieten. Das ist auf alle Fälle viel besser, als stundenlang im Stau zu stehen. Und es ist auch eine deutliche Entlastung der Menschen, die in der Stadt Salzburg leben und arbeiten.“

Wie sieht die Regelung konkret aus?

  • Im Juli und August wird eine Innenstadtzone mit Verkehrsbeschränkung verordnet (§ 43 StVO)
  • Sie umfasst im Stadtkern die Kais, die Staatsbrücke und das Neutor (siehe Plan)
  • Ab den Zufahrten Müllner Hügel, Neutor, Imbergstraße und Schwarzstraße/Höhe Makartplatz gilt ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen
  • Ausgenommen: Pkw des Salzburger Zentralraums mit Kennzeichen S, SL, HA, BGL, BGD, REI, LF
  • Weitere Ausnahmen: Anrainer:innen, Beschäftigte mit Arbeitsstätte in der Zone, Ladetätigkeit mit Lastfahrzeugen, Taxis und Mietwagen, Menschen mit Behinderung, Hotelgäste mit Buchungsbestätigung in der Zone
  • Laufende Kontrolle durch die Polizei (perspektivisch: kameraunterstützte Zufahrtskontrolle laut StVO-Novelle)

Flankierende Maßnahmen

  • Tagesbesucher:innen im Pkw werden gezielt auf die vier Park & Ride-Plätze der Stadt gelenkt
  • Diese bieten erstmals alle im Juli und August einen einheitlichen Tagestarif für Park & Ride um 7,50 Euro pro Pkw (5 Personen) an – anstatt 15 Euro
  • Messe: Juli/August 3.000 Stellplätze, Salzburg Süd: 330 Stellplätze, Airport: 400 Stellplätze, Designer-Outlet-Center: 600 Stellplätze
  • Anlassbezogener Personaleinsatz mit Informationsposten am Stadtrand bzw. Ordnungskräften an den Zoneneinfahrten bei Bedarf
  • Evaluation der erfassten Verkehrsdaten und Bericht an den Gemeinderat.

Verkehrsstadträtin Anna Schiester (BL) erklärt: „Mir ist wichtig, dass wir das Stadtgebiet und vor allem die Menschen entlasten. Gleichzeitig denken wir die Bedürfnisse der Betriebe mit – die Stadt muss funktionieren. Was in vielen italienischen Städten längst gut geregelt ist, wird jetzt auch bei uns möglich. Nicht umsonst wird Salzburg oft als ‚Rom des Nordens‘ bezeichnet – und genau diesen Anspruch übersetzen wir jetzt auch in eine klare Verkehrssteuerung. Niemand hat etwas davon, wenn die Zufahrtsstraßen– wie letzten Sommer – vollgestopft sind und sich der Verkehr bis ins Zentrum staut. Wir reduzieren gezielt den unnötigen Durchzugsverkehr und schaffen so mehr Platz und Qualität für Bewohner:innen, Beschäftigte und die Wirtschaft. Vor allem laden wir auch alle Gäste ein, die vorhandenen Angebote wie das Guest Mobility Ticket zu nutzen und entspannt und unkompliziert mit den Öffis in die Stadt zu kommen.“

Polizei-Landesverkehrsabteilungsleiter Thomas Schwaiger sagt: „Wir werden diese Verordnung im Rahmen der polizeilichen Aufgabenerfüllung überwachen und, nach anfänglicher Bewusstseinsbildung, die festgestellten Übertretungen entsprechend den geltenden Bestimmungen ahnden. Wir appellieren jedenfalls an alle Autofahrerinnen und Autofahrer, sich an diese Bestimmungen zu halten und die Verkehrswege entsprechend zu planen.“

Und die interimistische TSG-Geschäftsführerin Heidi Strobl bekräftigt: „Was Städte wie Florenz oder Dubrovnik längst leben, kommt jetzt auch nach Salzburg – und das ist ein wichtiger Schritt. Eine entspannte Anreise ist der erste Eindruck, den unsere Stadt hinterlässt: Mit der neuen Regelung und dem attraktiven Park & Ride-Angebot kommen Tagesgäste stressfrei ins Zentrum und erleben Salzburg von seiner besten Seite. Wir als TSG werden unsere Partner:innen im In- und Ausland frühzeitig und umfassend informieren, damit diese Botschaft ankommt, bevor der Sommer beginnt."

Die nächsten Schritte

Bürgermeister Bernhard Auinger gibt den vorliegenden Amtsbericht frei. Er wird Donnerstag, 7. Mai, im städtischen Planungsausschuss behandelt und am 20. Mai im Gemeinderat final beschlossen. Danach wird die nötige StVO-Verordnung erstellt und kundgemacht.

Parallel läuft die Vorbereitung der Informations-Kampagne an. Sie ist Teil der Dachmarke „Salzburg verbinden“ – dem übergreifenden Kommunikationsmodell, das alle Mobilitäts- und Verkehrsprojekte der Stadt in den kommenden Jahren bündelt und gemeinsam sichtbar macht.

Karl Schupfer