Entwicklungen in der Elementarpädagogik: Mehr Plätze, weniger Absagen und gezielte Personaloffensive

31.07.2026

474 Mehr Plätze, 57% weniger Absagen und gezielte Personaloffensive

Zahlreiche Erfolge in der Elementarpädagogik präsentieren
v.l.: Jutta Kodat, Amtsleiterin MA 2/02 Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen; Bürgermeister Bernhard Auinger, Ressortzuständig MA 2 Kultur Bildung und Wissen; Dagmar Aigner, Abteilungsvorständin MA 2 Kultur Bildung und Wissen; Monika Baumann, Dienststellenleiterin MA 2/02 Kindergärten u. Horte

Stadt Salzburg zieht Zwischenbilanz und gibt Ausblick auf Ausbau, Personal und demografische Entwicklung

Eine gute Kinderbildung und -betreuung ist wesentlich für die Bildungschancen der Kinder und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Kinderbildung- und -betreuung ist zudem ein Herzstück des Arbeitsübereinkommens „Salzburg! Neu regieren“ – und ein zentrales Versprechen an die Menschen dieser Stadt. Die Stadt Salzburg investiert daher kontinuierlich in zusätzliche Betreuungsplätze, moderne Einrichtungen und qualifiziertes Personal. Das Ziel ist ein leistbares, wohnortnahes und pädagogisch hochwertiges Angebot, das auch langfristig den Bedürfnissen der Familien entspricht.

„Zur Halbzeit der laufenden Funktionsperiode sind bereits zahlreiche Vorhaben aus dem Arbeitsübereinkommen „Salzburg! Neu regieren“ umgesetzt oder auf den Weg gebracht. Dazu zählen das Bildungsbauprogramm, der Ausbau der Betreuungsplätze, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel sowie die organisatorische und pädagogische Weiterentwicklung der städtischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen“, resümiert Bürgermeister Bernhard Auinger

Neue Einrichtungen, Reformen und direkter Austausch 2026

Das Jahr 2026 bringt wesentliche Entwicklungen für die Elementarpädagogik in der Stadt Salzburg. Im Februar wurde die neue Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtung in Lehen eröffnet. Im September folgt die Eröffnung der neuen Einrichtung in der Berchtesgadner Straße sowie im Jänner 2027 die Kleinkindgruppe Aignerstraße.

Auch die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen wurden weiterentwickelt. Das Land Salzburg verabschiedete eine Novelle des Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes. Der Gemeinderat der Stadt Salzburg beschloss darauf abgestimmt eine gemeinsame neue Ordnung für die städtischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen.

Bürgermeister Bernhard Auinger war für den Österreichischen Städtebund im Bildungsbereich an der Reformpartnerschaft beteiligt und besuchte gemeinsam mit Abteilungsvorständin Dagmar Aigner sämtliche städtischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen. Ziel ist es, sich direkt mit den Mitarbeiter:innen auszutauschen und einen persönlichen sowie aktuellen Einblick in den pädagogischen Alltag zu erhalten.

474 neue Betreuungsplätze zwischen 2024 und 2027

Der fortschreitende Ausbau der Kinderbildungs- und -betreuungsplätze ist ein Schwerpunkt der Stadtregierung. In der laufenden Funktionsperiode konnte bereits viel erreicht werden. Bürgermeister Bernhard Auinger rechnet vor: „Allein von 2024 bis 2027 werden in der Stadt Salzburg insgesamt 474 Plätze in der Elementarpädagogik geschaffen, davon 302 in städtischen Einrichtungen. Dies geschieht durch Neu- und Umbauten sowie durch Umwidmungen. Diese große Anzahl an Plätzen ist nur durch die gut abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen und der Abstimmung mit den privaten Trägern möglich gewesen. Wir sind auf einem hervorragenden Weg.“

Die geschaffenen öffentlichen und privaten Plätze verteilen sich dabei wie folgt:

  • 208 Plätze in alterserweiterten Gruppen (AEG)
  • 116 Kleinkindplätze (KKG)
  • 150 Kindergartenplätze (KG)

Diese Plätze werden insgesamt in 18 Einrichtungen geschaffen.

Ausblick der baulichen Maßnahmen in der aktuellen Funktionsperiode

Neben den bereits umgesetzten und laufenden Projekten plant die Stadt den Ausbau. weiterer Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen fortzusetzen. In der aktuellen Funktionsperiode sind dabei folgende Vorhaben in Planung:

  • KBBE Josefiau: Erweiterung um zwei Gruppen
  • KBBE Itzling 1: Neubau und Erweiterung auf um fünf Gruppen auf insgesamt 8
  • KBBE in Maxglan: vier Gruppen
  • KBBE am ehemaligen Leiner-Areal: mindestens vier bis 8 Gruppen
  • KBBE Schwarzstraße: vier Gruppen

57 Prozent weniger Absagen – dank Ausbau und demographischem Wandel

Der Ausbau der Betreuungsplätze zeigt bereits deutliche Wirkung. Für das Kindergartenjahr 2026/27 konnten bei einer leicht gestiegenen Zahl an Anmeldungen wesentlich mehr Kinder aufgenommen werden als im Vorjahr.

Die Zahl der Zusagen stieg gegenüber dem Kindergartenjahr 2025/26 um 272. Gleichzeitig sank die Zahl der Absagen von 394 auf 168. Das entspricht einem Rückgang um rund 57 Prozent. Dabei konnte die Reduzierung auf 21 Kinder pro Gruppe beinahe in allen Betrieben eingehalten werden.

Zu- und Absagen der Kindergartenjahre

Zusagen

  • 2026/27 - 1.068
  • 2025/26 - 796
  • 2024/25 - 921
  • 2023/24 - 852

Absagen

  • 2026/27 - 168
  • 2025/26 - 394
  • 2024/25 - 358
  • 2023/24  -400

Neben dem massiven Ausbau wirkt sich auch die demografische Entwicklung auf die Platzsituation aus. Laut Bevölkerungsprognose der Salzburger Landesstatistik könnte sich die Zahl der Kinder im Kindergartenalter in den kommenden fünf Jahren um bis zu knapp über 400 reduzieren.

Der weitere Ausbau bleibt dennoch notwendig, da der Bedarf hinsichtlich der Betreuung von Kindern unter drei Jahren weiterhin sehr groß ist. Die Stadt setzt deshalb verstärkt auf alterserweiterte Gruppen. In diesen können Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren betreut werden. Durch diese Betreuungsform kann flexibler auf die jeweilige Altersstruktur und auf demografische Schwankungen reagiert werden, so Amtsleiterin Jutta Kodat.

Bevölkerung 3 bis unter 6 Jahre

  • 2025: 4.127
  • 2026: -24
  • 2027: -183
  • 2028: -374
  • 2029: -442
  • 2030: -397
  • 2031: -320

Personaloffensive zeigt Wirkung

Der österreichweite Mangel an pädagogischen Fachkräften bleibt weiterhin eine der größten Herausforderungen für die Elementarpädagogik. Die Stadt Salzburg setzt daher auf neue Ausbildungswege, Unterstützung für Quereinsteiger:innen, berufsbegleitende Qualifizierungen und attraktivere Rahmenbedingungen.
Zahlreiche Mitarbeiter:innen absolvieren derzeit berufsbegleitende Ausbildungen. Zusätzlich werden die Teams durch Zivildiener, Teilnehmer:innen des Freiwilligen Sozialen Jahres und Mitarbeiter:innen der Salzburger Arbeitsstiftung für Pflege-, Gesundheits- & Sozialberufe (PGS) unterstützt.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Weiterbildung zur pädagogischen Fachkraft. Die Stadt übernimmt dabei die Ausbildungskosten und ersetzt bis zu 50 Prozent des entstehenden Lohnentfalls.
Die Maßnahmen zeigen erste Erfolge: Die Zahl der Bewerbungen steigt, die Personalsituation verbessert sich und offene Stellen können wieder häufiger mit qualifizierten Fachkräften besetzt werden. Aufgrund der österreichweiten Entwicklung bleibt die Situation dennoch angespannt.

Bürgermeister Bernhard Auinger: „Wir investieren nicht nur in neue Gebäude, sondern vor allem in die Menschen, die täglich mit den Kindern arbeiten. Deshalb unterstützen wir Ausbildungen, erleichtern den Quereinstieg und schaffen bessere Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung. Diese Personaloffensive zeigt Wirkung, auch wenn der Fachkräftemangel weiterhin eine große Aufgabe bleibt.“

Schulungszentrum in der Griesgasse & mehr fachliche Unterstützung

Ein weiterer Baustein für mehr Qualität ist das geplante städtische Schulungszentrum in der Griesgasse. Dort soll ein Ort für die Aus- und Weiterbildung von Pädagog:innen und Quereinsteiger:innen entstehen.
Der Bedarf an Fortbildungen, Supervision und fachlichem Austausch ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Gründe dafür sind unter anderem unterschiedliche Ausbildungsniveaus, gesellschaftliche Veränderungen und die steigenden Anforderungen an die pädagogische Arbeit.
Die zentral gelegenen Räume sollen künftig für Schulungen, Austauschgruppen und Supervision genutzt werden. Das Angebot richtet sich sowohl an bestehende Mitarbeiter:innen als auch an Personen, die neu in die Elementarpädagogik einsteigen.
„Mit dem Schulungszentrum schaffen wir einen Ort der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in umfassender Weise ermöglicht, erklärt Dienststellenleiterin MonikaBaumann. Um darüber hinaus die Mitarbeiter:innen in den Einrichtungen stärker zu unterstützen, wird die Verwaltung neu strukturiert Zusätzlich zu den bestehenden Qualitäts- und Recruitingbeauftragten werden mit Kinderbetreuungsjahr 2026/27 Fachberater:innen mit unterschiedlichen Schwerpunkten eingestellt.

Ab 2027 soll außerdem die Bedarfserhebung und Bedarfsplanung gestärkt werden. Durch diesen zusätzlichen Schwerpunkt soll die Zusammenarbeit und Vernetzung mit privaten Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen intensiviert werden.

Neue gemeinsame KBBE Ordnung für alle Einrichtungen

Die neue gemeinsame Ordnung (KBBO) fasst die unterschiedlichen Organisationsformen der städtischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen zusammen. Sie berücksichtigt damit auch die zunehmenden Mischformen an den einzelnen Standorten.
Die Ordnung enthält weiterhin klare Reihungskriterien für die Platzvergabe. Diese bleiben notwendig, da trotz des Ausbaus noch nicht alle angemeldeten Kinder aufgenommen werden können.
Neu aufgenommen wurden Bestimmungen zum Schutz der Einrichtungen und ihrer Mitarbeiter:innen. Bei wiederholten schweren Konfliktsituation und übergriffigen Verhalten von Erziehungsberechtigten den Pädagog:innen gegenüber, kann der Rechtsträger eine Aufnahme widerrufen oder ein Kind vorübergehend vom Besuch ausschließen. Derartige Schritte erfolgen stets in Abstimmung mit der Salzburger Landesregierung, das Wohl des Kindes steht dabei immer im Vordergrund.
Die neue Rechtslage ermöglicht zudem eine genauere Berücksichtigung berufstätiger Eltern. Künftig können auch Kinder berücksichtigt werden, deren Eltern eine verbindliche Wiederanstellungszusage bis November vorlegen. Wird die zugesagte Arbeitsstelle nicht angetreten, kann die Platzzusage widerrufen werden.

Fazit und Ausblick

Die Zwischenbilanz zeigt eine klare Entwicklung: Die Stadt Salzburg schafft zusätzliche Betreuungsplätze, setzt das Bildungsbauprogramm fort und stärkt die Mitarbeiter:innen durch Ausbildung, Beratung und Weiterbildung. Zwischen 2024 und 2027 entstehen insgesamt 474 neue Plätze. Gleichzeitig konnte die Zahl der Absagen für das Kindergartenjahr 2026/27 gegenüber dem Vorjahr um rund 57 Prozent reduziert werden.

Dazu Amtsleiterin Jutta Kodat „Die demografische Entwicklung wird die Anforderungen an die Kinderbildung und-betreuung in den kommenden Jahren verändern. Während die Zahl der Kinder im Kindergartenalter voraussichtlich zurückgeht, bleibt der Bedarf an Plätzen für Kinder unter drei Jahren hoch. Flexible Gruppenformen und eine vorausschauende Planung werden daher weiter an Bedeutung gewinnen“

Der Ausbau der Infrastruktur allein reicht nicht aus. Entscheidend bleiben ausreichend qualifizierte Mitarbeiter:innen, attraktive Arbeitsbedingungen und eine laufende pädagogische Weiterentwicklung. Die Stadt Salzburg führt deshalb ihre Personaloffensive fort, baut die fachliche Unterstützung der Einrichtungen aus und schafft mit dem Schulungszentrum in der Griesgasse neue Möglichkeiten für Weiterbildung und Austausch.

Abteilungsvorständin Dagmar Aigner fasst zusammen „Es zeigt sich, dass die Schwerpunktsetzung Kinderbildung und -betreuung im Arbeitsprogramm der Stadtregierung Wirkung zeigt. Die baulichen Maßnahmen zusammengenommen mit den Instrumenten der Mitarbeiter:innenqualifikation, verstärkten Bemühungen im Recruiting, sowie pädagogische Weiterentwicklungen im Zusammenwirken mit den Leiter:innen der Kinderbildungseinrichtungen und den Pädagog:innen führen nicht nur zu einer sehr guten Qualität für Kinder und Eltern, sondern auch zu einer hohen Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter:innen, wie die letzte interne Befragung deutlich zeigt. Natürlich gibt es nach wie vor Weiterentwicklungsmöglichkeiten und diese sprechen wir bei den Betriebsbesuchen ganz klar an.“

Hendrik Stoltenberg