Mozartplatz: Baustelle trotz archäologischer Funde im Zeitplan

23.04.2026
Trotz archäologischer Funde: Arbeiten im Zeitplan
2025 war der Mozartplatz noch auf der Shortlist für den von Greenpeace verliehenen Betonschatz-Preis im Bundesland Salzburg. Der Goldene Presslufthammer dient als Appell, die Plätze zu entsiegeln. Die Stadt Salzburg kommt dem nun nach. (v.l.n.r.: Richard Friesacher – Straßen und Brückenamt, Bgm.-Stv. Kay-Michael Dankl, Melanie Ebner – Greenpeace, Felix Bauer – Amtsleiter Straßen- und Brückenamt sowie Maximilian Stechele – lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh)

Seit 13. April wird am Mozartplatz gebaut. Gleich am ersten Tag stieß man bei Grabungen entlang des Imhofstöckls auf eine Mauer und einen Ziegelfußboden, der aus dem Spätmittelalter stammt. Archäolog:innen legten die Funde frei. „Archäologisch und geschichtlich sind diese Funde sehr spannend. Neben den Mauern und dem Ziegelboden haben wir mehrere Kupfermünzen gefunden, vorwiegend aus der römischen Antike. Der Aushub wird sorgfältig auch mit einem Metalldetektor untersucht – die gefundenen Münzen werden restauriert und können dann entsprechend analysiert werden", sagt Bürgermeister-Stellvertreter Kay-Michael Dankl bei einem Lokalaugenschein am Mittwoch und betont gleichzeitig: "Trotzdem sind wir im Zeitplan. Wir haben ausreichend Zeit-Puffer eingeplant. Als Historiker bin ich gespannt auf alle Funde, die mehr über die Geschichte des Mozartplatzes verraten. Als Ressortverantwortlicher hoffe ich, dass es nicht zu viel wird. Aber der Schutz der unterirdischen Mosaikböden aus der Zeit des römischen Iuvavum erfordert beim Mozartplatz besondere Rücksichtnahme. So werden zum Beispiel die Bäume nahe der Mozartstatue höher positioniert, um den Eingriff in den Boden zu minimieren.

Das Interesse an der Neugestaltung ist groß
Richard Friesacher, Projektleiter beim Straßen- und Brückenamt, ergänzt: „Vor dem Baustart wurden die Anrainer:innen und Geschäftsleute über den Ablauf der Bauarbeiten informiert. Der Termin war gut besucht und die Stimmung sehr positiv. Die meisten freuen sich über die Neugestaltung und einen Platz, der Salzburger:innen ebenso wie Gäste zum Verweilen einlädt.
Auch vor Ort bei der Baustelle ist das Interesse groß. Viele Passant:innen bleiben stehen, um Einblicke in den Untergrund des Mozartplatzes und den Fortschritt der Baustelle zu bekommen.

Der Mozartplatz in den 1960ern
Bei der Baustellenabsperrung hat die Stadt ein historisches Foto auf eine Plane drucken lassen, das einen bemerkenswerten Vergleich ermöglicht: Das Foto aus den 1960ern zeigt eine Mozart-Statue, die auf allen Seiten von einer Flut an parkenden Autos umgeben ist. Nach der geplanten Fertigstellung des Platzes 2028 wird der Platz autofrei sein. 

Der weitere Bauablauf
Die erste Bauphase läuft bis Juli. Nach der Sommerpause werden die Arbeiten dann im September fortgesetzt und im November abgeschlossen. Im Anschluss daran stehen dann mit den Bereichen vom Mozartplatz Richtung Rudolfskai (Fläche A3 und A4; insgesamt 1.600 m²) und zur Kaigasse (Fläche A5, noch in Planung; 865 m²) die letzten Teilstücke auf dem Plan. Die Bauarbeiten sollen 2028 abgeschlossen werden.

Mozartplatz war „Betonschatz-Anwärter“
Ebenfalls beim Lokalaugenschein anwesend war Melanie Ebner von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Der Mozartplatz war 2025 im Rahmen der Initiative „Österreichs 9 Betonschätze – Raus aus Grau!“ einer von drei Salzburger Kandidaten: „Tausende Menschen haben im Vorjahr bei der Greenpeace-Initiative ‚Österreichs 9 Betonschätze‘ über jene Plätze abgestimmt, die am dringendsten begrünt werden müssen. Die Stadt Salzburg kommt dem Wunsch der Bevölkerung nun nach und setzt damit ein wunderbares Zeichen. Stadtregierungen sollten diesem Salzburger Vorbild folgen!

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