Stadt will städtischen Boden langfristig für leistbares Wohnen sichern
Gemeinderat entscheidet über Baurechte zugunsten der GSWB an der Bessarabierstraße/Stauffeneggstraße und in der Ignaz-Harrer-StraßeDie Stadt Salzburg will zwei städtische Liegenschaften langfristig für leistbares Wohnen sichern. In seiner Sitzung am 15. Juli 2026 soll sich der Gemeinderat mit einem Amtsbericht zur Einräumung von Baurechten zugunsten der GSWB (Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft m.b.H.) befassen. Betroffen sind eine städtische Liegenschaft im Bereich Bessarabierstraße/Stauffeneggstraße sowie eine weitere Liegenschaft in der Ignaz-Harrer-Straße.
Baurecht statt Verkauf: Boden bleibt in städtischer Hand
Ziel ist es, städtischen Grund und Boden nicht zu verkaufen, sondern im Eigentum der Stadt zu behalten und gleichzeitig die Grundlage für geförderte Mietwohnungen zu schaffen. Die GSWB, die sich je zur Hälfte im Eigentum von Stadt und Land Salzburg befindet, soll die Liegenschaft im Bereich Bessarabierstraße/Stauffeneggstraße im Baurecht erhalten. Dort befinden sich derzeit rund 60 Wohnungen in Gebäuden aus den späten 1930er-Jahren. Nach fachlicher Einschätzung haben die Gebäude ihre technische Lebensdauer erreicht beziehungsweise bereits überschritten. Eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Standorts soll daher geprüft und vorbereitet werden.
„Städtischer Grund und Boden ist eine zentrale Ressource für leistbares Wohnen. Mit dem Baurecht geben wir diesen Boden nicht aus der Hand, sondern sichern ihn langfristig für die Salzburgerinnen und Salzburger. So schaffen wir die Grundlage dafür, dass auf städtischem Eigentum geförderte Mietwohnungen entstehen können“, sagt Bürgermeister Bernhard Auinger.
Ein wichtiger Bestandteil der geplanten Gesamtlösung ist der Umgang mit den bestehenden Mietverhältnissen. Jenen Mieter:innen, die derzeit in der Siedlung im Bereich Bessarabierstraße/Stauffeneggstraße wohnen und im Zuge einer künftigen Weiterentwicklung übersiedeln müssten, sollen die dort neu errichteten Wohnungen wieder angeboten werden. Zusätzlich soll die städtische Liegenschaft in der Ignaz-Harrer-Straße in die Lösung eingebunden werden, um Ersatzwohnungen bereitstellen zu können.
„Unsere Bestandserhebung der städtischen Wohnanlagen hat ergeben, dass die Liegenschaft an der Bessarabierstraße Nachverdichtungspotenzial hat und aufgrund des baulichen Zustandes ein Fall für eine Siedlungserneuerung ist. Das Ziel der Baurechtsvergabe ist, dass danach mehr leistbare Wohnungen als jetzt entstehen können. Dabei werden mehrere Liegenschaften im Gebiet miteinbezogen, bei denen der Grund und Boden der Stadt gehört. Für die bestehenden Bewohner:innen wird es individuelle Lösungen geben, um in der Nachbarschaft bleiben zu können oder in einem anderen Teil der Stadt eine für sie passende Wohnung zu finden“, sagt Bürgermeister-Stellvertreter Kay-Michael Dankl, zuständig für Bauagenden und Bodenpolitik.
Auch die Liegenschaft in der Ignaz-Harrer-Straße soll nach Fertigstellung einer neuen Siedlung im Bereich Bessarabierstraße/Stauffeneggstraße an die GSWB im Baurecht vergeben werden. Die weitere Entwicklung dieses Standorts soll in enger Abstimmung mit der Stadt erfolgen. Dabei sollen unter anderem der bauliche Zustand, notwendige Sanierungen und Möglichkeiten für zusätzlichen leistbaren Wohnraum geprüft werden.
Die Baurechtsdauer soll sich an den Vorgaben der Wohnbauförderung orientieren und – abhängig von der Dauer der Entwicklungs- und Bauphase – rund 70 Jahre betragen. Nach Ende der Baurechtsdauer sollen die Gebäude unentgeltlich in das Eigentum der Stadt Salzburg übergehen. Für die Stadt entstehen demnach keine ausgabenseitigen Kosten, da die Projektkosten von der GSWB getragen werden sollen.
Der Gemeinderat entscheidet am 15. Juli 2026 darüber, ob die betroffenen städtischen Grundstücke an die GSWB im Baurecht vergeben werden können.
Tobias Neugebauer