Bytes statt Papier: Stadt Salzburg führt den digitalen Bauakt ein

30.06.1999

Bytes statt Papier: Stadt Salzburg führt den digitalen Bauakt ein
Rationeller, schneller, bürgerfreundlicher - Weitere Anwendungen sind geplant

 

 

Bürgerfreundlicher, schneller, kostengünstiger - das sind die drei Hauptziele, die die Stadt Salzburg mit der Einführung des elektronischen Bauakts (interner Projektstitel: "Bauinfo 3") angepeilt hat und mit der flächendeckenden Einführung des Systems ab dem 1.1.2000 auch erreichen wird. Möglich wird das durch ein elektronisches Dokumentenmanagement- und Workflow-System, das mit den Partnern Unisys, Fabasoft und Amt für Datenverarbeitung realisiert wurde. Salzburg nimmt unter allen Kommunen damit eine Vorreiter-Position ein, eine Präsentation für Vertreter von Gebietskörperschaften am heutigen Tage findet demgemäß österreichweites Interesse. Salzburg hat damit in einem entscheidenden Bereich der Verwaltungs-Modernisierung die führende Stellung, erklärten Bürgermeister Heinz Schaden und Vizebürgermeister Karl Gollegger bei der Präsentation von "Bauinfo 3" am Mittwoch, 30. Juni 1999.

 

Schon in den letzten Jahren wurden bei der Salzburger Baubehörde die Bearbeitungszeiten von Bauverfahren durch konsequenten EDV-Einsatz und organisatorische Maßnahmen im Personalbereich drastisch gesenkt. Betrug die durchschnittliche Bearbeitungszeit für eine Baugenehmigung bis zum Jahr 1995 noch 150 Tage, so kann dieselbe Genehmigung nunmehr - trotz einer Steigerung der Zahl der Bauverfahren um rund 50 Prozent - in durchschnittlich längstens zwei Monaten ausgestellt werden. Mit der Einführung von Bauinfo 3 wird weitgehend auf elektronische Akten-Bearbeitung umgestellt, der Bauakt auf Papier wird lediglich aus Archivierungsgründen und aus Gründen der Rechtssicherheit mitgeführt. Diese Lösung bringt eine Reihe vor Vorteilen:
Optimale Beratung: Da die Baubehörde jederzeit auf sämtliche relevanten Informationen sowohl in baurechtlicher als auch bautechnischer Hinsicht (basierend im Wesentlichen auf der "digitalen Stadtkarte") zugreifen kann, kann jeder Bauwerber künftig bereits vor der

Projektierung genau über die Rahmenbedingungen und Realisierungsmöglichkeiten für sein Vorhaben informiert werden. Desgleichen kann ein bereits fertiges Vorhaben vor der eigentlichen Einreichung als weitere Serviceleistung der Baubehörde im Zuge eines "Projekt-Checks" nochmals geprüft werden.
Rasche Bearbeitung: Die im Verfahren bei der Baubehörde zwingendvorgeschriebene "Vorbegutachtung", bei der ein Bauakt bisher nacheinander bis zu neun Stationen zu passieren hatte, wird unter "Bauinfo 3" entschieden rationalisiert. Künftig werden alle betroffenen Stellen innerhalb und außerhalb des Magistrats (E-Werke, Wasserwerke, Kanal- und Gewässeramt, Straßen- und Brückenamt etc.) gleichzeitig andem Akt arbeiten und ihre Stellungnahmen abgeben können. Die Baubehörde wird dadurch in die Lage versetzt, die Bearbeitungszeiten nochmals zu senken. Für eine etwaige Bauverhandlung ist der komplette Akt auf Laptop vor Ort verfügbar, auf Verhandlungslösungen kann sofort reagiert werden.
Zukunftssicher: In einem ersten Schritt wird die Stadt Salzburg schon ab dem heurigen Sommer über Internet eine Sammlung von Formularen zum Thema Baurecht anbieten, die geladen und ausgedruckt werden können. Dadurch können den Kundinnen und Kunden des Magistrats Amtswege gespart werden. Sobald Regelungen für die elektronische Unterschrift und Authentifizierung österreichweit in Kraft sind, kann auch die Möglichkeit von elektronischen Bauansuchen via Internet eröffnet werden. Dem Vernehmen nach soll ein entsprechendes Gesetz noch bis zum Herbst vom Bundesgesetzgeber erlassen werden und zu Jahresbeginn 2000 in Kraft treten. Danach ist die Stadt Salzburg mit Bauinfo 3 in der Lage, schrittweise auch externe Partner (andere Behörden, Kammern, Zivilingenieure, Bürger) online in Verfahren zu integrieren.
Personal- und kostensparend: Mittelfristigwird der elektronische Aktenlauf flächendeckend auch für zahlreiche weitere Anwendungen im gesamten Magistrat Salzburg eingesetzt. Dadurch werden Tempo und Qualität der Erledigungen gesteigert und Rationalisierungspotentiale geschaffen.

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