Gestaltungsbeirat: Grünes Licht für Bierbrunnen, Techno-Z, Erweiterung Borromäum und Wohnbau Itzling

29.01.2021

Insgesamt zehn Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsphasen wurden in der 228. Sitzung des Gestaltungsbeirats am 27. und 28. Jänner 2021 behandelt. Für vier Bauvorhaben gab es grünes Licht:

Wohn- und Geschäftshaus „Bierbrunnen“

„Absolut überzeugend, bis in die kleinsten Details wohl überlegt“, stellt der Beirat bei der finalen Präsentation des Projekts „Bierbrunnen“ fest. Und man freue sich besonders, „dass in einem langfristigen Prozess des offenen Austausches eine überzeugende, unverwechselbare – auch in spezieller Topographie – neue Form von vorstädtischer Bebauung entstanden“ sei.

Erweiterung Techno-Z

„Hier sehen wir das Ergebnis eines erfolgreichen Wettbewerbs“, sagt Vorsitzender Ernst Beneder. Im Beirat seien zuletzt noch die präzisierten Details zur Fassadengestaltung vorgestellt und einvernehmlich gut geheißen worden; nun kann es an die Baueinreichung gehen. Die Erweiterung erfolgt durch Aufstockung der bestehenden Hofhäuser um ein Geschoß, sowie Erhöhung des Bauteils 10 um zwei Geschoße. Die Grundstruktur und Qualitäten des Bestandes werden durch die Nachverdichtung nicht beeinträchtigt, sondern im Wortsinn „weiter gebaut“. Der ebenfalls bereits entwickelte Neubau eines 5- bis 7-geschoßigen Büroturms („Techno-Head“) soll in einem zweiten Bauabschnitt realisiert werden.

Erweiterung und Neubebauung Borromäum

In die Umsetzung kann auch die Erweiterung des Bildungszentrums Borromäum sowie die Neubebauung mit Wohnungen und Geschäften auf dem Areal gehen. Im Beirat wurden die überarbeiteten Fassadendetails präsentiert. „Die Proportion der Fensteröffnungen wurde geringfügig, aber sehr vorteilhaft geändert, für die Rahmenelemente eine ausgezeichnete Lösung gefunden und im selben Zuge die Absturzsicherung gelöst.“, so Architekt Beneder.

Wohnlage Itzlinger Hauptstraße

Drei Häuser mit 2- und 3-Zimmerwohnungen, jeweils ausgestattet mit Garten, Terrasse oder Balkon, entstehen an der Itzlinger Hauptstraße 56-58. Nachdem die Freiraumgestaltung und letzte Details im Beirat abgesegnet wurden, ist das Projekt bereit zur Einreichung.

Erstmals im Beirat: Wohnbauprojekt Grazer Bundesstraße

An Stelle der ehemaligen Backzentrale von Resch&Frisch an der Grazer Bundesstraße 27A sollen zwei Wohnhäuser entstehen. Eine städtebauliche Studie zum Projekt wurde erstmals im Gestaltungsbeirat vorgestellt.

„Neben Fragen der Bebauungsdichte ging es vor allem darum, wie man der reizvollen Topographie an diesem Standort entgegenkommen kann“, berichtet der GBR-Vorsitzende. Es gebe die Chance, hier eine ortsräumliche Klärung zu erreichen, dazu müsse die Struktur und die Organisation der Baukörper auf dem Areal und in Bezug zur Umgebung sorgfältig überlegt werden.

In Entwicklung

  • Gewerbepark Hannak

Ein letztes Mal soll das Projekt im März im Beirat besprochen – und damit finalisiert werden, darauf hat man sich in der Sitzung am 28.1. geeinigt. Eine zeitliche Verzögerung entsteht dadurch nicht. Es gehe im letzten Schritt um die verbindliche Ausformung für einen verstärkten Auftritt nach Außen und die Ausgestaltung des Vorfelds zum Öffentlichen Raum hin, resümieren Ernst Beneder und Landschaftsplanerin Anna Detzlhofer. Sie betont: „Die Voraussetzungen für eine top Freiraumplanung sind da. Die Umsetzung ist mit relativ einfachen Mitteln möglich, muss aber eben auch realistisch geplant und gemacht werden.“ Dies soll mit einer Zwischenberatung bis zur nächsten Sitzung passieren.

  • Neubau Uniklinik für Innere Medizin III – Haus L

Im September 2020 wurde das Siegerprojekt des Wettbewerbs für den Neubau an der Müllner Hauptstraße im Gestaltungsbeirat präsentiert. In dem (gestaffelt) 7- bis 5-geschoßigen Bauteil sollen medizinische Flächen für die Innere Medizin III (Ambulanz, Tagesklinik, Bettenstationen, Palliativ, Aplasie, Zytostatika) geschaffen werden. Im zurückgesetzten Erdgeschoss sind nicht-medizinische öffentliche Nutzungen (wie etwa Gastro, Bank, Nahversorger) vorgesehen.

Mittlerweile hat eine Überarbeitung mit erforderlicher Neuplanung für die technischen Bereiche mit besonderen Anforderungen (Sterilität etc.) stattgefunden. Da sich das Areal in der Welterbe-Pufferzone befindet, wurden auch sämtliche Höhen (das Maximum ist mit 22 Metern festgelegt) nochmals überprüft und vorgestellt. SVK und Denkmalamt sind ebenfalls eingebunden.

Vorsitzender Ernst Beneder: „Dieser Bau ist ein Schlüsselelement, um wieder Bewegung von Kapazitäten zu ermöglichen. Dazu gilt von Seiten der SALK, dass höchste Ansprüche hinsichtlich Wissenschaft, Forschung, Lehre und Klinikbetrieb bestehen. Umso begrüßenswerter ist es, dass gleichzeitig nun auch ein Prozess zur langfristigen Entwicklung des Gesamtareals der SALK zu einem Campus startet.“

  • Nahversorgermarkt und Wohnungen an der Plainstraße

Aus zwei Varianten, die im letzten Beirat präsentiert worden sind, wurde mittlerweile die präferierte Lösung maßgeblich weiter entwickelt. „Da ist wirklich ein großer Schritt gelungen“, stellt Ernst Beneder erfreut fest. Der Supermarkt sei jetzt so in den Baukörper integriert, dass die Wohnungen nicht „drauf sitzen“, sondern dass der Bau als Wohnhaus erkennbar ist.
Ursprünglich geplante Anböschungen den EG-Wohnungen hin wurden verworfen, stattdessen können nun Maisonette-Wohnungen entstehen. Mit Elementen wie Solarmodulen an den Balkon-Außenseiten, Dachgärten und erweitertem Gartenraum werde die Wohn- und Standortqualität stark verbessert, so das Resümee.

  • Erweiterung Hotel zum Hirschen & Quartiersentwicklung

Das Konzept zur städtebaulichen Entwicklung und zur Standortstärkung mit Wohnungen und Zugänglichkeit des Innenhofs wird vom Gestaltungsbeirat ausdrücklich begrüßt. „Aber aus der Komplexität des Vorhabens erwachsen auch Schwierigkeiten, die es zu lösen gilt“, meint Architekt Beneder; etwa den Anbauten zum Hotel gleichzeitig die Anmutung von Zusammengehörigkeit und eine solitäre Eigenständigkeit zu geben.
Ein weiteres Anliegen sei es, die Außenräume der benachbarten Zeilenbebauung und die am eigenen Bauplatz generierte Hof-Struktur miteinander in Beziehung zu bringen, und unterschiedlichen Nutzungen gerecht zu werden. Diese Schnittstellen werden – ganz in Sinne auch der Bauherrin – diskutiert und verfeinert. Zudem bemerkenswert: In großer Dimension wird auf Holzbaukonstruktion gesetzt. Fazit: „Das Projekt geht gut voran“.  

 

 

 

 

Cay Bubendorfer