Neues Taubenmanagement: Stadt Salzburg setzt auf Augsburger Modell
Die Stadt Salzburg setzt beim neuen Stadttaubenmanagement auf das seit über 30 Jahren bewährte „Augsburger Modell“: Geplant ist die schrittweise Errichtung von neun betreuten Taubenschlägen im Stadtgebiet. Die Betreuung übernimmt Gut Aiderbichl. Pro Tauben-Hot-Spot werden Errichtungskosten von rund 18.000 Euro veranschlagt. Dazu kommen Betriebskosten von 19.800 bis 26.000 Euro pro Jahr Jahr – abhängig von der Zahl der betreuten Tauben.
Mit dem „Augsburger Modell“ setzt die Stadt auf eine langfristige und tierschutzgerechte Lösung für das Zusammenleben von Mensch und Tier im urbanen Raum. Der Beschluss dazu fiel am Montag, 23. März 2026, einstimmig im Stadtsenat.
Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) zeigt sich „froh, dass wir einen Schritt weitergekommen sind und mit Gut Aiderbichl eine sehr professionelle Organisation an der Hand haben.“ Vizebürgermeister Florian Kreibich (ÖVP) betont, die Bezirksverwaltung habe sich das Modell vor Ort in Augsburg angesehen: „Das geht zwar nicht über Nacht, aber die teure Säuberung von Balkonen und öffentlichen Flächen fällt dann weg.“ Für Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl (KPÖ Plus) sind die vorgesehenen Taubenschläge in nicht-ausgebauten Dachböden „eine pragmatische, realistische und leistbare Vorgabe.“ Man schaue bereits bei KgL-Wohnanlagen, wo man betroffene Mieter:innen entsprechend entlasten könne.
Stadtverträgliche Tauben-Population
Versorgt werden die Tauben künftig artgerecht vom Gut Aiderbichl, welches die meisten Eier gegen Attrappen austauscht. Ziel ist ein stadtverträglicher Bestand. Das bestehende Tauben-Fütterungsverbot soll verschärft werden. Der Strafrahmen könnte – wie in vergleichbaren Landeshauptstädten – von aktuell 218 auf 1.000 Euro oder mehr angehoben werden. Dazu wird aber noch einen eigener Amtsbericht vorgelegt.
Neun Standorte für Tauben-Schläge
Grundlage für die jetzige Umsetzung sind neun planmäßig erfasste Standorte (Altstadt, Mirabellplatz, Eisenbahnbrücke Mülln, Sterneckstraße, Schallmoos, Hauptbahnhof, Lehener Park, Schumacherstraße, Salzachbrücke Liefering). Nach den Erfahrungen aus Augsburg sind Taubenschläge vor allem dort sinnvoll, wo sich bestehende Taubenschwärme in unmittelbarer Nähe aufhalten. Geeignet sind insbesondere nicht ausgebaute Dachböden im Umkreis von rund 200 Metern.
Die Umsetzung der Taubenschläge soll schrittweise erfolgen. Heuer dürfte man mit zwei starten. Für die Errichtung eines Schlags wird mit Kosten von rund 18.000 Euro pro Standort gerechnet. Die laufenden jährlichen Betriebskosten liegen bei rund 19.800 Euro für 100 Tauben und bei rund 26.000 Euro für etwa 200 Tauben.
S-Bike ab September 2026
Weil das S-Bike-System erst mit September 2026 in Betrieb gehen soll, werden statt der dafür vorgesehenen 600.000 Euro heuer nur 310.000 Euro benötigt. Von den nicht verbrauchten Mitteln gehen 200.000 Euro in die Sanierung von kleineren Brücken und Durchlässen. 70.000 Euro werden für die Sanierung des Trainingsplatzes des USK Gneis aufgewendet. 40.000 Euro stehen für die Instandhaltung von Fußgängerzonen zur Verfügung.
Karl Schupfer