Neutor: Nach ersten Erfahrungen wird gezielt nachgeschärft

17.09.2026
Nachsteuerung bei der Orientierung:
An zehn Standorten weisen zusätzliche A0-Plakate auf die Durchfahrtssperre am Ferdinand-Hanusch-Platz hin. Weiteres temporäres Wayfinding wird vorbereitet.

Neutor: Erste Erfahrungen zeigen, wo nachgeschärft wird
Öffi-Verkehr am Müllner Hügel im Fokus – zehn zusätzliche A0-Hinweise zur Durchfahrtssperre Hanuschplatz – Information zum Radverkehr wird präzisiert

Die ersten Tage der Neutorsperre liefern wichtige Erkenntnisse über das tatsächliche Verkehrsverhalten. Nach dem insgesamt geordneten Start zeigt das laufende Monitoring nun auch, wo gezielt nachgeschärft werden muss.

Besonderes Augenmerk liegt derzeit auf dem Bereich Ferdinand-Hanusch-Platz – Müllner Hügel – Landeskrankenhaus sowie auf einer möglichst klaren Information und Orientierung für alle Verkehrsteilnehmer:innen. Die Maßnahmen rund um die Neutorsperre wurden auf Basis umfangreicher Verkehrsanalysen und Simulationen vorbereitet. Mit den Erfahrungen und Daten aus dem laufenden Betrieb können diese Planungen nun erstmals mit dem tatsächlichen Verkehrsverhalten abgeglichen werden. Genau dafür sei das laufende Monitoring vorgesehen: beobachten, Daten analysieren und dort nachschärfen, wo es notwendig ist, so die Verkehrsexpert:innen.

Müllner Hügel: Erste Daten zeigen Belastung für den Öffi-Verkehr
Besonders genau beobachten die Verkehrsexpert:innen derzeit den Bereich Ferdinand-Hanusch-Platz – Müllner Hügel – Landeskrankenhaus. Hier zeigen erste Betriebsdaten deutliche Auswirkungen des hohen Verkehrsaufkommens auf den öffentlichen Verkehr. Am Montag betrug der zusätzliche Zeitverlust zwischen den Haltestellen Ferdinand-Hanusch-Platz und Landeskrankenhaus zeitweise rund 15 Minuten. Einzelne Linienfahrzeuge erreichten Verspätungen von bis zu 40 Minuten. Durch betriebliche Eingriffe der Leitstelle konnte der Linienverkehr aufrechterhalten werden. Die Ursachen und Zusammenhänge werden derzeit im Detail analysiert. Feststellbar ist ein Zusammenhang zwischen der Fahrspurenreduktion aufgrund der Baustelle am Makartplatz und der Verkehrssituation in der Imbergstraße. Ob und in welchem Ausmaß darüber hinaus weitere Baustellen oder Verkehrsverlagerungen die Situation am Müllner Hügel beeinflussen, lässt sich derzeit noch nicht verlässlich beurteilen. Positiv zeigt sich bislang die Situation in der Gegenrichtung: Über die Lindhofstraße Richtung Zentrum konnte der Linienverkehr weitgehend flüssig geführt werden.

Zehn zusätzliche A0-Plakate zur Durchfahrtssperre Hanuschplatz
Ein konkreter Punkt der Nachsteuerung ist die Orientierung für Autofahrer:innen. Das bestehende Rechtsabbiegeverbot von der Staatsbrücke in Richtung Ferdinand-Hanusch-Platz wird noch nicht von allen Verkehrsteilnehmer:innen beachtet. Deshalb montierte die Stadt an zehn von den Verkehrsexpert:innen definierten Standorten zusätzliche A0-Plakate mit dem Hinweis „Durchfahrtssperre Hanuschplatz“. Die großformatigen Hinweise ergänzen die bestehende Verkehrsführung und sollen Autofahrer:innen möglichst frühzeitig auf die Durchfahrtssperre aufmerksam machen. Weiteres temporäres Wayfinding wird auf Basis der Erfahrungen der kommenden Tage und der fachlichen Einschätzung der Verkehrsexpert:innen vorbereitet.

Neutor: Schiebepflicht für Fahrräder in beide Richtungen
Auch beim Radverkehr durch das Neutor zeigen die ersten Erfahrungen, dass nachgeschärft werden muss. Die Situation im engen Fußgängertunnel hat gezeigt, dass die Schiebepflicht in beide Richtungen derzeit die sicherere und eindeutigere Lösung für alle Nutzer:innen ist. Daher gilt aktuell: Fahrräder müssen im Tunnel in beide Richtungen geschoben werden. Gleichzeitig wird geprüft, ob das Radfahren bergauf bzw. stadtauswärts künftig ermöglicht werden kann. Bis dazu ein abschließendes Ergebnis vorliegt, bleibt die Schiebepflicht in beide Richtungen bestehen. Die Information und Kennzeichnung vor Ort wird zusätzlich verstärkt, damit die Regelung für Radfahrer:innen klar und frühzeitig erkennbar ist.

Appell: Dort auf das Auto verzichten, wo es möglich ist
Für die kommenden Tage bleibt insbesondere der öffentliche Verkehr im Fokus. Der Müllner Hügel ist während der Neutorsperre eine wichtige Achse für zahlreiche Buslinien und gleichzeitig für die Erreichbarkeit des Landeskrankenhauses von Bedeutung.

Der Appell der Verkehrsexpert:innen ist daher klar: Verzichten Sie dort auf das Auto, wo es möglich ist. Denn jeder Pkw weniger auf den besonders belasteten Strecken hilft, den öffentlichen Verkehr flüssiger zu halten und Druck aus dem Verkehrssystem zu nehmen.

Beobachten – analysieren – nachsteuern
Die ersten Tage zeigen auch, warum für die Neutorsperre von Beginn an ein laufendes Monitoring vorgesehen wurde. Erkenntnisse der Verkehrsplanung, Betriebsdaten der Verkehrsunternehmen, Rückmeldungen von Polizei und Stadtservice sowie das tatsächliche Verkehrsgeschehen werden laufend zusammengeführt. Simulationen seien eine wichtige Grundlage für die Vorbereitung. Wie sich die Menschen im neuen Verkehrssystem tatsächlich verhalten, zeige sich aber erst im laufenden Betrieb, erklären die Verkehrsexpert:innen. Entscheidend sei deshalb, die tatsächliche Entwicklung laufend mit den Planungen abzugleichen, aus den Daten zu lernen und dort rasch nachzuschärfen, wo Verbesserungsmöglichkeiten erkennbar werden.
Das Prinzip für die kommenden Wochen bleibt: Hinschauen zuhören analysieren informieren nachsteuern.

Höfferer Jochen MA