Stadtsenat: Anhebung Parkgebühren und ÖV-Tarife ab 2027
In seiner Sitzung am Montag, 14. September 2026, stellte der Stadtsenat unter dem Vorsitz von Bürgermeister Bernhard Auinger Weichen für Änderungen im kommenden Jahr: Die Parkgebühren werden angehoben. Die Stunde kostet dann 2,50 Euro. Moderat angepasst sollen auch die Öffi-Tarife werden. Salzburg bleibt damit vergleichsweise günstig. Vertagt wurde die neue Marktordnung. Die Inanspruchnahme städtischer Grundflächen für den „Festspielbezirk 2030“ wurde bewilligt.
Anhebung Parkgebühren
Mit 1.1.2027 hebt die Stadt Salzburg die Parkgebühren an. Die halbe Stude kostet künftig 1,25 Euro (statt 1,10 Euro). Für eine Stunde sind dann also 2,50 Euro zu bezahlen. Damit liegt Salzburg österreichweit im Mittelfeld. Wien hebt bereits jetzt 3,40 Euro pro Stunde ein. In Graz kostet eine Stunde 2,60 Euro. In Innsbruck sind es 2,20 Euro. Die Anhebung wurde mehrheitlich von SPÖ, KPÖ und BL angenommen. ÖVP und FPÖ stimmten dagegen. Der Endbeschluss erfolgt im Gemeinderat.
Unverändert aufrecht bleibt die Kurzparkzonendauer von Montag bis Freitag 9 bis 19 Uhr. Der Samstag ist weiterhin nichts zu bezahlen – von 9 bis 16 Uhr jedoch eine Parkuhr zu hinterlegen. Die maximale Dauer für die Benutzung einer ausgewiesenen Kurzparkzone beträgt wie bisher drei Stunden.
Anpassung Öffi-Tickets
In Abstimmung mit dem Fachausschuss des Salzburger Verkehrsverbunds und den ÖBB sollen Einzelfahrscheine und Tageskarten mit 2027 um durchschnittlich +2,61% erhöht, Wochen- und Monatskarten um +3,63 % angepasst werden. In der Stadt Salzburg kostet das 24-Stunden-Ticket dann 5,40 Euro (bisher 5,20 Euro). Zum Vergleich: In Linz muss man aktuell dafür 6,40 Euro, in Graz 7 Euro und in Innsbruck 7,30 Euro bezahlen. Das Einzelticket wird um 10 Cent auf 2,60 Euro angehoben (Linz 3,20 Euro; Innsbruck 3,30 Euro). Die Kurzstrecke bleibt mit 1,60 Euro wie gehabt (Linz ebenfalls 1,60 Euro). Auf Antrag der KPÖ, die noch Unterlagen verlangte, wird die gesamte Beschlussfassung erst im Gemeinderat am Mittwoch erfolgen. Die FPÖ kündigte im Stadtsenat bereits an, dagegen zu stimmen.
Neue Marktordnung vertagt
Nach mehr als 30 Jahren wird die Stadt Salzburg eine neue Marktordnung bekommen. Gleichzeitig sollen die Gebühren für Standbetreiber erhöht werden. Weil für die Bürgerliste noch Fragen zum Christkindlmarkt und Grünmarkt offen sind, ging sie „auf Klubberatung“. Das heißt, es ist noch keine Entscheidung gefallen. Der Amtsbericht wird in der nächsten Stadtsenatssitzung erneut behandelt. In Kraft treten soll die Neuregelung dann zum Jahreswechsel.
Grundflächen für „Festspielbezirk 2030“
Die Festspiele benötigen für ihre unterirdischen Vorhaben für den „Festspielbezirk 2030“ im Mönchberg Grundflächen der Stadt (sogenanntes „Kellereigentum“). In Summe würden 3.225 Quadratmeter tatsächlich in Anspruch genommen, so der Kaufmännische Direktor Lukas Crepaz im Stadtsenat. Die nötige rechtliche und vertragliche Umsetzung wurde mehrheitlich beschlossen (gegen KPÖ).
Betriebskostenzuschuss für Sportvereine
Die Stadt Salzburg unterstützt auch 2026 Sportvereine und Sportanlagenbetreiber bei laufenden Betriebskosten. Gefördert werden 80 Prozent der tatsächlichen Aufwendungen des Jahres 2025 für u.a. Strom, Gas, Wasser, Heizung, Kanal und Müllentsorgung. Für 23 Vereine und Sportorganisationen sind Restzahlungen von insgesamt rund 304.500 Euro vorgesehen. Damit trägt die Stadt dazu bei, den laufenden Betrieb der Sportanlagen und die Liquidität der Vereine zu sichern (einstimmig).
50.000 Euro mehr für Kautionsfonds
Die Nachfrage nach dem Kautionsfonds der Stadt Salzburg ist deutlich gestiegen. Er unterstützt einkommensschwache Personen mit zinsenlosen, rückzahlbaren Darlehen für Mietkautionen. Bis 17. August 2026 wurden 74 Anträge eingebracht, 60 davon bereits bewilligt. Da die bisherigen Mittel nahezu ausgeschöpft sind, werden nun weitere 50.000 Euro für den Fonds bereitgestellt werden (einstimmig).
Zuschuss für Umbauten im Zoo
Aufgrund eines Bescheides der Naturschutzbehörde muss der Lemurenteich im Zoo neu als Folienteich ausgeführt werden. Weiters sind bauliche Adaptierungen im Vogelpark, die Verlegung eines Zauns und die Neuausführung eines Kanals nötig. Dafür stellen die Gesellschafter Stadt und Land je 140.000 Euro zur Verfügung (einstimmig).
Karl Schupfer