Sommerregelung wirkt

15.09.2026
Sommerregelung wirkt:
Die P&R-Angebote wurden im Juli und August 2026 so stark genutzt wie nie zuvor: 14.896 Kombitickets bedeuten ein Plus von 56 Prozent gegenüber 2025.

Stadt zieht Bilanz zu „Weniger Stau. Mehr Stadt.“
Von Anfang Juli bis zum Ende der Festspielzeit lenkte die Sommerregelung zusätzlichen Tages- und Durchzugsverkehr frühzeitig auf Park & Ride und andere Verkehrsmittel. Die Bilanz zeigt eine klare Entlastung: Die P&R-Nutzung nahm stark zu, die Altstadtgaragen waren wesentlich seltener voll und auf wichtigen Innenstadtachsen verbesserte sich der Verkehrsfluss.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • 14.896 P&R-Kombitickets im Vergleichszeitraum 2026, um 5.376 mehr als 2025
  • 56 Prozent mehr Nutzung der ausgewiesenen P&R-Angebote
  • Nur noch 22 statt 43 Tage mit Vollauslastung der Mönchsberggaragen
  • Höhere Durchschnittsgeschwindigkeit am Rudolfskai und bei Badewetter auch in der Neutorstraße
  • 78 Prozent Zustimmung zur Zufahrtssperre für auswärtigen Durchzugsverkehr
  • 79 Prozent fühlen sich gut oder sehr gut über die Sommerregelung informiert

Zielgröße von rund 1.000 Fahrten erreicht
Die Auswertung der Verkehrsdaten zeigt, dass die Sommerregelung die angestrebte Entlastung gebracht hat. In der Gesamtbetrachtung ist fachlich plausibel, dass an besonders stark belasteten Tagen bis zu rund 1.000 Fahrten vermieden beziehungsweise aus dem sensiblen Innenstadtbereich verlagert wurden. Damit wurde die zentrale Zielgröße der Sommerregelung erreicht.

Diese Wirkung lässt sich nicht an einer einzelnen Zählstelle ablesen. Sie setzt sich aus der deutlich gestiegenen Nutzung der P&R-Angebote, vermiedenen Fahrten (z.B. durch das Guest Mobility Ticket), dem Umstieg auf andere Verkehrsmittel sowie zeitlich oder räumlich verlagerten Wegen zusammen.

Gleichzeitig wurde die Zahl der Vollauslastungstage der Mönchsberggaragen nahezu halbiert und der Verkehrsfluss auf wichtigen Innenstadtachsen verbessert. Gerade an stark belasteten Sommertagen trägt eine Entlastung in dieser Größenordnung spürbar zur Stabilisierung des gesamten Verkehrssystems bei.

Weniger Stau. Mehr Stadt.
Ziel der Sommerregelung war eine gut erreichbare und zugleich lebenswerte Innenstadt. Notwendige Fahrten von Bewohner:innen, Arbeitnehmer:innen, Wirtschaft, Pflege und Hotellerie sowie von Menschen mit einem konkreten Ziel in der Innenstadt blieben weiterhin möglich. Zusätzlicher Tages- und Durchzugsverkehr wurde dagegen möglichst früh auf attraktive Alternativen gelenkt.

Rekordjahr bei Park & Ride
Die Park-&-Ride-Angebote wurden im Juli und August 2026 so stark genutzt wie in keinem anderen erfassten Vergleichsjahr. Insgesamt wurden an den Standorten Messezentrum, P+R Süd, Airport und DOC 14.896 Nutzungen verzeichnet. Gegenüber 2025 mit 9.520 Nutzungen entspricht das einem Plus von rund 56 Prozent. Auch der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2023 mit 11.052 Nutzungen wurde deutlich übertroffen.

Besonders stark war der Zuwachs im August: Mit 8.540 Nutzungen lag das Ergebnis um rund 68 Prozent über dem Vergleichswert von 2025. Im Juli wurden 6.356 Nutzungen registriert – ein Plus von rund 43 Prozent. Dazu beigetragen haben neben der Sommerregelung und dem attraktiven Kombiticket auch die sehr guten Wetterbedingungen im Sommer 2026.

Hinweis zur Einordnung: 2024 ist wegen einer Baustelle am Messegelände nur eingeschränkt vergleichbar, da das P+R-System nicht in der üblichen Form angeboten werden konnte.

P+R-Standorte im Vergleich
Die Park-&-Ride-Angebote wurden im Sommer 2026 deutlich stärker genutzt als in den vergangenen Jahren. An den vier Standorten Messezentrum, P+R Süd, Airport und DOC wurden im Juli und August insgesamt 14.896 Kombitickets ausgegeben. Gegenüber 2025 mit 9.520 Tickets entspricht das einem Zuwachs von 5.376 Tickets beziehungsweise rund 56 Prozent. Auch der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2023 mit 11.052 Nutzungen wurde um rund 35 Prozent übertroffen.

Das Wachstum zeigt sich in beiden Sommermonaten: Im Juli stieg die Zahl der ausgegebenen Kombitickets von 4.446 im Jahr 2025 auf 6.356 im Jahr 2026 – ein Plus von rund 43 Prozent. Im August erhöhte sich die Nutzung von 5.074 auf 8.540 Tickets, was einem Zuwachs von rund 68 Prozent entspricht.

Die stärkste absolute Steigerung verzeichnete der P+R Süd. Dort hat sich die Nutzung mit 5.647 Kombitickets gegenüber 2025 mit 2.741 Tickets mehr als verdoppelt. Das entspricht einem Plus von 2.906 Tickets beziehungsweise rund 106 Prozent. Am Messezentrum wurden insgesamt 6.765 Kombitickets ausgegeben – 659 mehr als im Vorjahr und damit ein Zuwachs von rund elf Prozent.

Auch die ergänzenden Standorte wurden wesentlich stärker angenommen. Beim Airport stieg die Zahl der Kombitickets von 119 auf 442, beim DOC von 554 auf 2.042. Das größte prozentuelle Wachstum verzeichnete damit der Airport, während beim DOC absolut 1.488 zusätzliche Tickets ausgegeben wurden.

Die Zahlen zeigen, dass das erweiterte und preislich attraktive Park-&-Ride-Angebot von den Besucher:innen sehr gut angenommen wurde und einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der Innenstadt geleistet hat.

Die Messwerte beziehen sich auf 12.30 bis 13.30 Uhr, die Spitzenstunde für ankommende Tagesgäste und die Auslastung der Mönchsberggaragen. Am Rudolfskai stieg die Durchschnittsgeschwindigkeit bei Badewetter um rund 11 Prozent und bei Regen um 25 Prozent. In der Neutorstraße erhöhte sie sich bei Badewetter um rund 15 Prozent, bei Regen blieb sie unverändert.

Keine feststellbaren Mehrbelastungen auf Ausweichrouten
Die verfügbaren Verkehrsdaten zeigen auf den untersuchten Ausweichrouten keine feststellbaren Mehrbelastungen. Die befürchtete großräumige Verlagerung des Verkehrs auf andere Routen lässt sich damit anhand der vorliegenden Auswertungen nicht bestätigen.

Altstadtgaragen deutlich seltener voll
Die Mönchsberggaragen waren 2026 an 22 Tagen voll ausgelastet. Im Vergleichszeitraum 2025 waren es 43 Tage. Die Zahl der Vollauslastungstage sank damit um 21 Tage beziehungsweise rund 49 Prozent.

Breite Zustimmung in der Bevölkerung
Die Sommerregelung wird von den Salzburger:innen klar mitgetragen. In einer Befragung unter 510 Stadtbewohner:innen zwischen 27. Juli und 11. August 2026 befürworteten 78 Prozent die Zufahrtssperre für den auswärtigen Durchzugsverkehr, davon 50 Prozent ausdrücklich und weitere 28 Prozent eher.

Die Zustimmung ist über alle Bevölkerungsgruppen hinweg stabil: bei Frauen 79 Prozent, bei Männern 77 Prozent, im Norden 80 Prozent, im Süden 76 Prozent und auch unter Autofahrer:innen 77 Prozent. Gleichzeitig fühlen sich 79 Prozent gut oder sehr gut über die Sommerregelung informiert.

Auch die verkehrspolitische Richtung findet breite Unterstützung: 91 Prozent befürworten Park & Ride, 85 Prozent die Priorisierung des öffentlichen Verkehrs und 79 Prozent eine aktive Verkehrslenkung.

Klare Regeln brauchen konsequente Kontrolle
Eine gute Regelung ist nur so gut wie ihre Kontrolle. Information, verständliche Ausnahmen und attraktive Alternativen sind entscheidend für die Akzeptanz. Damit die Regelung ihre volle Wirkung entfalten kann, muss ihre Einhaltung zugleich sichtbar, konsequent und zwischen den zuständigen Stellen abgestimmt kontrolliert werden. Diese Erfahrung wird in die Weiterentwicklung für 2027 einfließen. Für die Informationsposten und Verkehrsregler entstanden Gesamtkosten von 24.000 Euro netto. Ergänzend kommen die Aufwendungen für Kommunikation, Informationsmaterialien und begleitende Maßnahmen hinzu.

Ausblick 2027
Die Erfahrungen aus 2026 bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung der Sommerregelung. Im Mittelpunkt stehen eine weitere Verbesserung der Verkehrslenkung, ein abgestimmtes Kontrollkonzept, die Beobachtung möglicher Ausweichrouten und der Ausbau attraktiver Alternativen. Die Stadt wird die Regelung auf Basis der endgültigen Verkehrsauswertung und der Rückmeldungen aus der Bevölkerung nachschärfen.

Stimmen zur Bilanz
Bürgermeister Bernhard Auinger:
„Unser Ziel war, Druck aus dem System zu nehmen, die Lebensqualität zu verbessern und Salzburg auch an den stärksten Sommertagen erreichbar zu halten. Die Daten zeigen: Die Sommerregelung hat gewirkt. Mehr Park & Ride, deutlich weniger Vollauslastung der Altstadtgaragen und ein besserer Verkehrsfluss sind eine klare Bilanz.“

Stadträtin Anna Schiester: „Wir haben 2026 wichtige Erfahrungen gesammelt. Für 2027 werden wir dort nachschärfen, wo es notwendig ist. Dazu gehören die Verkehrslenkung und eine konsequente, gut abgestimmte Kontrolle. Denn eine gute Regelung ist nur so gut wie ihre Umsetzung.“

Franz Schober, Mobilitätsexperte: „Die vorliegenden Daten ergeben ein schlüssiges Gesamtbild: Die deutlich stärkere Nutzung von Park & Ride, weniger Tage mit vollständig ausgelasteten Altstadtgaragen und ein stabilerer Verkehrsfluss zeigen, dass die Sommerregelung ihre beabsichtigte Entlastungswirkung erreicht hat. Unter Einbeziehung der nicht unmittelbar messbaren Ausweich- und Verlagerungseffekte ist an besonders belasteten Tagen eine Reduktion von bis zu rund 1.000 Fahrten fachlich plausibel. Entscheidend bleibt jedoch: Eine gute Regelung ist nur so wirksam wie ihre konsequente Kontrolle.


Hinweis: Text und Infografik wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz bearbeitet beziehungsweise erstellt und redaktionell geprüft.

Höfferer Jochen MA