Gestaltungsbeirat: Projekt „Rauchmühle“ geht in die zweite Phase

23.07.2014

Bauen im Bestand und die Entwicklung von neuen Projekten innerhalb gewachsener Strukturen wird immer stärker zum Thema für Stadtplaner und Architekten – und damit auch für den Gestaltungsbeirat.
„Diese Situation betrifft nicht nur Salzburg; das sind Fragen, die sich in immer stärkerem Maße europaweit stellen“, sagte GBR-Vorsitzende Architektin Elsa Prochazka beim Mediengespräch zur 189. Sitzung heute, 23. Juli 2014. Damit die – mitunter sehr komplexen – Verschränkungen gelingen können, geht man auch neue Wege in der Projektentwicklung und bei den Verfahren. Exemplarisch geschieht das derzeit für das Areal der Rauchmühle.

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Rauchmühle
Nach Stilllegung des Produktionsstandortes entwickelt die Familie Rauch als Eigentümerin die Nachnutzung des gesamten Gewerbegebietsareals, unterstützt vom Zentrum für Standort- und Stadtentwicklung PRSIMA. Seit eineinhalb Jahren wurden in städtebaulichen Studien und Experten-Workshops die Rahmenbedingungen für das ca. 21.000 Quadratmeter große Planungsgebiet ausgearbeitet. Dabei gab es viele heikle Fragen zu klären, von wasserrechtlichen Belangen über Naturschutz, Erhaltung bzw. Erweiterung von öffentlichem Grünraum, Schallschutz zur Bahn sowie Denkmalschutz und Erhaltung bis zur Verkehrserschließung und Zugängen – die auch in unmittelbarem Zusammenhang mit den möglichen Nutzungen stehen.

Die Erdgeschosse etwa sollen überhoch gebaut werden, damit neben Wohnungen auch Gewerbe, Dienstleister oder bestehende (sozio-)kulturelle Initiativen einziehen können. „Hier soll keine Wohnanlage entstehen, sondern ein vielfältig nutzbares, lebendiges Quartier“, betont Elsa Prochazka. „Und der Charme der alten Industrie, die Geschichte des Standortes soll auf jeden Fall erhalten bleiben.“

Der nun vorliegende „Masterplan“ geht im September in den Planungsausschuss; zuvor wird es noch eine Bürgerinformation geben. Parallel zum Umwidmungsverfahren (von bisher „Gewerbegebiet“ zu „Kerngebiet“ für Wohnen und lärmarmes Arbeiten) und zur Aufstellung des Bebauungsplans startet die Wettbewerbsstufe, und zwar als anonymes Gutachterverfahren. Geladen sind zwölf Architekturbüros, je drei aus Salzburg, Österreich und Europa.
Mit dem schrittweisen, breit angelegten Dialog anstelle eines „klassischen Wettbewerbs“ soll eine beispielhafte Lösung für die Verbindung von historischen Bauteilen und Neubauten, Landschaft und Umgebung erreicht werden.

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Areal Riedenburgkaserne
Ausführliche Besprechungen gab es nachmittags dann zum Projekt Riedenburgkaserne bei der ersten Präsentation der Zusammenführung der beiden Siegerprojekte. Gemäß Jury-Entscheid geht es jetzt um die „Verwebung“ der beiden Ansätze, und zwar innerhalb eines ganzheitlichen Freiraumkonzepts für private, gemeinschaftliche und öffentliche Grünräume. Gerade hier fordert der Gestaltungsbeirat noch die sehr konkrete, anschauliche Ausarbeitung bis zum nächsten Treffen im Herbst.

Zu Wort meldeten sich auch AnrainerInnen und Interessierte; u.a. wurde darauf hingewiesen, dass die Historie des Kasernenareals in irgendeiner Form sichtbar oder ablesbar werden sollte, ob nicht einzelne bestehende Bauten erhalten bleiben sollten und dass eine reine Wohnsiedlung (mit bis zu acht geplanten Geschossen im inneren Bereich) nicht gewünscht sei. Vorsitzende Elsa Prochazka bedankte sich für die Diskussionsbeiträge, die man im Rahmen der bestehenden Festlegungen in weitere Überlegungen einbeziehen könne.

Seit 21. Juli bis einschließlich 18. August liegen der Flächenwidmungsplan und der Bebauungsplan der Grundstufe für das Planungsgebiet Riedenburgkaserne zur öffentlichen Einsicht auf; kanpp 6.600 Haushalte im Umfeld wurden darüber per Postwurf der Stadt Salzburg informiert. Im Oktober 2013 und im März 2014 waren die Salzburgerinnen und Salzburger zu Informationsabenden zum Projekt Riedenburg eingeladen.

Cay Bubendorfer