Sozialausschuss: Bewohnerservicestellen werden zu Stadtteilzentren
Langfristige Strategie bis 2035 beschlossenHeute, Donnerstag, 16. Juli 2026, haben sich die Mitglieder des Sozialausschusses unter dem Vorsitz von Gemeinderätin Nicola Korntner (KPÖ Plus) in ihrer Sitzung mit vier Tagesordnungspunkten befasst.
Vom Bewohnerservice zum Stadtteilzentrum
Der Sozialausschuss beschloss den Grundsatz-Amtsbericht zur strategischen Weiterentwicklung der Bewohnerservicestellen bis zum Jahr 2035. Die bestehenden Einrichtungen sollen schrittweise zu multifunktionalen Stadtteilzentren ausgebaut werden, die soziale Beratung, Begegnung und Beteiligung mit kulturellen, gesundheitlichen, präventiven und bildungsbezogenen Angeboten verbinden. Grundlage der weiteren Planung ist eine neue Versorgungsanalyse, die das Stadtgebiet in zwölf Versorgungsgebiete gliedert und grundsätzlich mindestens einen Standort je 10.000 Hauptwohnsitze sowie zwei Vollzeitstellen je Standort vorsieht. Ein einheitliches Raumprogramm, längere Öffnungszeiten und ein Ausbau mobiler Angebote sollen die Erreichbarkeit verbessern und bisher unterversorgte Gebiete besser abdecken. Nach dem bereits umgesetzten Pilotprojekt in Liefering sind unter anderem die Aufwertung des Standortes Gnigl, die Übersiedlung der Bewohnerservicestelle Elisabeth-Vorstadt und die Integration des Bewohnerservice Taxham in das Seniorenwohnhaus vorgesehen. Weitere Projekte sollen schrittweise bis 2035 folgen. Die Bewohnerservicestellen werden künftig jeweils dann in „Stadtteilzentrum“ umbenannt, wenn sie die festgelegten räumlichen und inhaltlichen Kriterien erfüllen. Der Grundsatz-Amtsbericht wurde einstimmig beschlossen, die endgültige Beschlussfassung erfolgt im Gemeinderat.
Weitere Beschlüsse – alle einstimmig
- Auslastung der Tageszentren im ersten Halbjahr 2026
Der Sozialausschuss nahm den Bericht über die Auslastung der Tageszentren Gnigl, Aigen und Rauchgründe im ersten Halbjahr 2026 zur Kenntnis. Die durchschnittliche Auslastung lag in Gnigl bei 95 Prozent, in Aigen bei 87 Prozent und in den Rauchgründen bei 80 Prozent und entsprach damit insgesamt weitgehend den vorhandenen Kapazitäten.
- Neuer Förderzweck für den Verein der Freunde der Kinder- und Jugendpsychiatrie
Der Sozialausschuss änderte den Förderzweck für die Subventionen an den Verein der Freunde der Kinder- und Jugendpsychiatrie für die Jahre 2024 bis 2026. Die bisherige Projektförderung war auf einzelne Workshops für Kinder und Jugendliche ausgerichtet, während sich die tatsächliche Tätigkeit des Vereins inzwischen deutlich breiter entwickelt hat und auch Bewusstseinsbildung, Vernetzung sowie gesundheitsbezogene und kulturelle Angebote in der Stadt Salzburg umfasst. Da diese Arbeit maßgeblich von den organisatorischen und administrativen Strukturen des Vereins abhängt, werden die Fördermittel Personal- und Organisationskosten zugeordnet. Für das Jahr 2025 wurde die Förderung mit 28.138,01 Euro festgesetzt und eine Rückforderung von 6.861,99 Euro beschlossen; für 2026 erhält der Verein eine Organisationsförderung von 39.000 Euro. - Innovationsphase für neues Seniorenwohnhaus im Südwesten
Der Sozialausschuss nahm das Ergebnis des Vergabeverfahrens zur Kenntnis und beschloss den Abschluss eines Vertrags über eine Innovationspartnerschaft mit dem Bieter, dessen Letztangebot die formalen und inhaltlichen Anforderungen des Vergabeverfahrens erfüllt. Im südwestlichen Stadtgebiet sollen an einem Standort ein Seniorenwohnhaus mit mindestens 96 Pflegeplätzen nach dem Hausgemeinschaftsmodell und eine viergruppige Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtung entwickelt werden. In der nun folgenden Innovationsphase werden die konkrete Planung, die Finanzierung, die Mietkonditionen und mögliche Synergien zwischen den Einrichtungen ausgearbeitet. Nach Abschluss der Innovationsphase werden dem Gemeinderat die weiteren Entscheidungsgrundlagen einschließlich der finanziellen Auswirkungen zur endgültigen Beschlussfassung vorgelegt.
Tobias Neugebauer